Kündigung für fünf Betriebsräte

Krach bei Kelch & Links GmbH

WAIBLINGEN (pm). Schwere Geschütze fährt die IG Metall Waiblingen gegen die Chefetage der Schorndorfer Firma Kelch & Links auf. Demokratie und Mitbestimmung hätten dort in den letzten Monaten keinen Platz gehabt. Der Gipfel sei’s gewesen, wie Produktionsmittel in einer Nacht- und Nebelaktion weggeschafft werden sollten – was teilweise von der Belegschaft verhindert wurde. Der Betriebsrat sei um eine konstruktive Zusammenarbeit im Sinne der Beschäftigten bemüht, scheine aber in dem Spiel zu stören. Anders sei eine der letzten Amtshandlungen des Geschäftsführers Jiyuan Li, beraten durch die Sozietät White & Case, nicht zu erklären. Diese hatten beantragt, fünf Betriebsratsmitglieder fristlos zu kündigen. Dem hat der Betriebsrat widersprochen, er rechnet aber mit weiteren Repressalien. Die Indizien, dass mit den abtransportierten Maschinen an einem anderen Ort weiterproduziert werden soll, haben sich laut IG Metall erhärtet: Anfang Februar wurde beim Amtsgericht München eine neue Firma Kelch und Links GmbH mit Sitz in München) gegründet. Alles deute darauf hin, dass sich die chinesische Harbin Measuring & Cutting Tool Group Co., Gesellschafterin aller Kelch-und-Links-Standorte, ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten entledige. „Der eigentliche Plan ist, in der Nähe mit weniger Beschäftigten weiter zu produzieren, ohne Betriebsrat und Mitbestimmung“, vermutet Christian Friedrich, Gewerkschaftersekretär der IG Metall Waiblingen. Dafür spreche auch, dass die Geschäftsführer Thomas Esswein und Jiyuan Li ihre Ämter in der insolventen Kelch & Links Production GmbH (KLP) niedergelegt haben. Die KLP wurde im Dezember von der Kelch und Links GmbH, Sitz Schorndorf, abgespalten.