- Backnang & Kreis 12.03.2010
Täleswehren unter gemeinsamer Führung
Entlastung und Unterstützung für den Einsatzleiter – Besserer Überblick bei komplexen Schadensereignissen
WEISSACH IM TAL (hf). Die neu geschaffene Führungsgruppe der drei Feuerwehren im Weissacher Tal, Allmersbach im Tal, Auenwald und Weissach im Tal, hat ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Umsetzung der Führungsorganisation erfolgte in einer fast zweijährigen Planungs- und Übungsphase. In einem Arbeitskreis wurden die Voraussetzungen erarbeitet, um bei komplexen und umfangreichen Schadensereignissen mit standardisierten Regeln den Überblick zu behalten.
Die Aufgabe einer solchen Führungsgruppe besteht darin, den Einsatzleiter der Feuerwehr zu unterstützen und ihm bestimmte Aufgaben abzunehmen. Dadurch kann er sich auf das Wesentliche konzentrieren und den Einsatz effektiver leiten. Die Führungsgruppe sorgt dafür, dass der Einsatzleiter stets auf dem aktuellen Stand über die Entwicklung des Einsatzgeschehens, die eigenen Kräfte und die anderer Wehren sowie die taktischen Maßnahmen gehalten wird. Dazu wird eine Lagekarte angefertigt und ständig aktualisiert sowie Funkkanäle überwacht und zugewiesen. Die Führungsgruppe übernimmt auch auf Weisung des Einsatzleiters die Nachforderung und Einweisung von weiteren Feuerwehrfahrzeugen. Auch für hinzutreffende andere Behörden und Organisationen wie Polizei, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk oder Wasserbehörde ist die Führungsgruppe die Anlaufstelle.
Im Arbeitskreis wurden für die einzelnen Funktionsträger der Führungsgruppe Checklisten mit den einzelnen Vorgehensweisen erstellt. Des Weiteren fertigte jede der drei Wehren in einem spezifischen Gemeindeordner Unterlagen zu den örtlichen Gegebenheiten an: Objekte mit Brandmeldeanlagen, Bereitstellungsräume, Gasleitungen, Trinkwassernetz, wichtige Telefonnummern. Als einsatztaktisches Fahrzeug dient der Einsatzleitwagen (ELW) der Freiwilligen Feuerwehr Auenwald, der über die notwendige technische Ausrüstung verfügt und im Einsatzfall von der Auenwalder Wehr zum Einsatzort gebracht wird. Die Führungsgruppenmitglieder aus Allmersbach und Weissach rücken mit ihren Mannschaftstransportwagen (MTW) von ihren Standorten zum Einsatz ab. Zur Darstellung der Schadenslage gibt es im ELW eine Flipchart, Vordrucke zur Dokumentation, mit den Funkrufnamen der Fahrzeuge beschriftete Magnete und bürotechnische Hilfsmittel.
Als Mindestbesatzung sollen im Führungsgruppenfahrzeug vier Kräfte zur Verfügung stehen: ein Leiter der Führungsgruppe, ein Lagekartenzeichner sowie zwei Sprechfunker für den Betriebs- und Einsatzstellenfunk. Der Leiter der Führungsgruppe stellt ein wichtiges Bindeglied zum Einsatzleiter dar und koordiniert die Arbeit der Führungsgruppe. Der Lagekartenzeichner erkundet die Einsatzlage und stellt sie auf einer Lagekarte dar. Die Sprechfunker wickeln den Funkverkehr zum Einsatzleiter und zu den Abschnittsleitern sowie zur Leitstelle in Waiblingen ab. Außerdem sind sie für die telefonische Kommunikation zuständig. Alle Funkgespräche und Telefonate werden schriftlich dokumentiert.
Der Arbeitskreis hat sich darauf geeinigt, dass die Führungsgruppe schon bei kleineren Einsätzen alarmiert wird. Denn nur mit Einsatzpraxis kommt die Erfahrung und Routine, um bei großen und komplexen Schadensereignissen bestens gerüstet zu sein. Die Mitglieder der Führungsgruppe setzen sich aus zwei Frauen und 14 Männern aus den drei Wehren zusammen, die im Einsatzfall alarmiert werden. Eine erste Feuertaufe hatte die Führungsgruppe schon zu bestehen. Bei einem ausgedehnten Garagenbrand in Unterweissach konnte das in Übungen und Planspielen angeeignete Wissen in die Tat umgesetzt werden.


