Endspurt bei der Umgehung

Ende des Jahres soll der Verkehr über die neue Brücke in Fichtenberg rollen

Der letzte Bauabschnitt der Ortsumfahrung Fichtenberg steht an. Ende des Jahres soll kein Durchgangsverkehr mehr durch die Ortsmitte fahren. Damit findet eine schon vor 30 Jahren von den Fichtenbergern gewünschte Entwicklung einen erfolgreichen Abschluss.

Fichtenberger Auslauf- und Zukunftsmodell auf einen Blick: Bahnübergang und Schranke sind bald Geschichte, die der Brücke über das Bahngleis hat noch gar nicht richtig begonnen. Foto: J. Fiedler

Von Anna Felger

MURRHARDT/FICHTENBERG. Wer mit dem Auto von Backnang über Murrhardt nach Schwäbisch Hall fährt, der kann bei Fichtenberg weder über Brücken gehen noch darüber fahren, der kann sie höchstens im Vorbeifahren bestaunen. Es sind auch keine sieben Brücken, sondern nur drei und was ihnen noch fehlt, sind die verbindenden Anschlussstraßen. Mit der Arbeit daran soll noch in dieser Woche begonnen werden.

Der Zeitplan sieht vor, dass Ende 2010 kein Durchgangsverkehr mehr durch das Zentrum der Gemeinde Fichtenberg rollen wird. Künftig soll er südlich am Kernort vorbeifahren. Wegfallen werden dann die lästigen Wartezeiten an den Fichtenberger Bahnübergängen, was die Fahrtzeit zwischen Murrhardt und Fichtenberg oder Oberrot verkürzt. Einzig der Übergang am Plapphof, vor der Schanz, wird nach Abschluss der Bauarbeiten noch übrig bleiben.

Über die Gleise führt künftig eine Brücke, insgesamt gibt es drei davon. Mit dem letzten Bauabschnitt, der laut Regierungspräsidium noch diese Woche begonnen wird, sollen sie nun verbunden werden. Für etwa 3,5 Millionen Euro entstehen 2,3 Kilometer der Landesstraße 1066 komplett neu.

Erst wenn die neue, verlegte L1066 befahren wird, kann die Deutsche Bahn AG den Rückbau der Bahnübergänge im Ort in Angriff nehmen. Etwa dort, wo derzeit am westlichen Ortsanfang die Gleise noch überquert werden, wird im Zeitraum Ende 2010 bis Ende 2011 eine neue Unterführung für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Dort war im Herbst 2005 ein Müllauto mit einem Zug zusammengestoßen. Infolge des Unfalls erlag ein neunjähriger Junge seinen schweren Verletzungen.

Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen belaufen sich laut Regierungspräsidium auf rund 16 Millionen Euro. Sie verteilen sich auf Bund, Land, Bundesbahn und die Gemeinde Fichtenberg. Die schultert gleichzeitig noch ein weiteres Straßenbauprojekt und baut parallel zur Bahnlinie eine neue Straße, die nördlich des Zentrums ein ebenfalls neues Baugebiet hinter Schule und Friedhof erschließt, bevor sie unter der Bahnlinie hindurch ins Industriegebiet führt. Noch in diesem Monat werde mit den Arbeiten begonnen, so Bürgermeister Roland Miola. Er begreift die Verbannung des Durchgangsverkehrs aus dem Ortskern als große Chance für die Entwicklung der Gemeinde Fichtenberg: „Der Straßenbau hat Folgewirkungen.“ Die Lebensqualität im Kernort werde ganz klar gewinnen. Für wichtig hält er auch eine Belebung.

Nun müssen die Brücken erst einmal miteinander verbunden werden. Vorerst werden die Bauarbeiten keine Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben, so das Regierungspräsidium. Erst im September muss, halbseitiger Sperrungen wegen, sowohl nach Oberrot als auch nach Murrhardt und umgekehrt mit Behinderungen gerechnet werden.