Vorbildlicher Lösungsansatz

Breitbandprojekt von fünf Schwäbischer-Wald-Gemeinden wurde als wegweisend ausgezeichnet

Das gemeinsame Modellprojekt der Gemeinden Althütte, Auenwald, Großerlach, Michelfeld und Murrhardt zur Verbesserung der Breitbandanbindung im ländlichen Raum wurde als eines von 30 bundesweiten Best-Practice-Beispiele ausgezeichnet.

Stecker rein:Norbert Wischer (Ericsson) Berthold Leichtle (Telekom) und Bürgermeister Christoph Jäger stöpselten Großerlach im Herbst an die Datenautobahn an.Foto: privat

GROSSERLACH/BACKNANG (sb). Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie untersuchte die Agentur für Kommunikation und kommunales Management GmbH (atene KOM) bundesweit Projekte zur Verbesserung der Breitbandinfrastruktur. Ziel der Untersuchung war es, 30 Beispiele herauszufiltern, die als Anregung für Gemeinden mit vergleichbaren Problemen dienen können. Dabei wurden die Beispiele verschiedenen Sparten zugeordnet, vorbildlich wie aus ökonomischer, administrativer oder technologischer Sicht.

Das Modellprojekt Großerlachs mit seinen Partnerkommunen fand dabei schwerpunktmäßig Aufnahme als Vorbild hinsichtlich des technischen Lösungsansatzes. Gerade für Flächengemeinden in schwieriger topografischer Lage und mit weitläufiger Streusiedlung erwies sich die von dem Backnanger Unternehmen TKT Teleconsult entwickelte Kombination von Glasfaser, Richtfunk und erdgebundenem Ortsnetz als technisch und wirtschaftlich realisierbarer Lösungsansatz, der Beispiel geben kann für ähnlich strukturierte Gebiete. Auffällig dabei waren vor allem die hohen Bandbreiten bis 16 Mbit/s, während über andere funkbasierende Lösungsansätze maximal 2 Mbit/s erreicht werden konnten. Die Studie wurde in der „Broadband-World“ auf der Cebit in Hannover mehrfach vorgestellt und erfreute sich großen Interesses. Dies belegt, dass mangelnde Breitbandanbindungen immer mehr Kommunen dazu zwingen, nach Lösungsansätzen zu suchen.

Die Bürgermeister der fünf Partnergemeinden im Schwäbischen Wald zeigten sich erfreut über diese Anerkennung ihres Projektes, machten dabei aber deutlich, dass das Thema für die beteiligten Gemeinden damit nicht erledigt sei. Man müsse sich bewusst sein, dass im Hinblick auf die weiter zunehmenden Datenraten im Internet selbst Bandbreiten von 16 Mbit/s letztlich nur eine Zwischenlösung seien. Zudem gäbe es nach wie vor verbleibende unterversorgte Bereiche – hier läge nun zunächst die Priorität für weitergehende Bemühungen.