Eine Runde Schafescheren mit links

SWR-Team stattete dem Wacholderhof einen Dreh-Besuch ab Moderatorin Karen Markwardt auf Tuchfühlung mit dem Landleben

Für den Dreh zur Reisereportage Expedition in die Heimat entlang der Murr hat sich Karen Markwardt gestern richtig ins Zeug gelegt. Auf dem Wacholderhof bei Steinberg hieß es, bei David Burkhardt kräftig mitanzupacken. Die SWR-Moderatorin ging ihm beim Schafescheren und Brotbacken zur Hand.

?Du hast es gleich geschafft?, sagt Karen Markwardt zu ihrem wolligen Darsteller, den sie und David Burkhardt von seinem Fell befreien.

MURRHARDT. SWR-Redakteurin Kerstin Raddatz ist erst einmal froh, dass alle Teammitglieder den Hof gut gefunden haben. Das Anwesen liegt weit draußen, von Murrhardt-Steinberg sind es noch ein paar Kilometer auf verschlungenen Wegen durch den Wald. Auf dem idyllisch gelegenen Hof grünt und blüht es um die Wette. Angesichts des herrlichen Wetters, das für Aufnahmeleiter Mike Cencig quasi ein Sechser im Lotto ist, würde die Crew am liebsten noch viele weitere Drehs für die Reisereportage Expedition in die Heimat (wir berichteten) in diesen Tag packen. Vielleicht klappt es zumindest neben den geplanten zwei noch mit einem dritten.

Der Vormittag ist für den Wacholderhof reserviert. Für Moderatorin Karen Markwardt heißt das, ins Landleben einzutauchen und mitzuarbeiten. Nachdem David Burkhardt schon mal den Backofen angeheizt hat, was den Kamin kräftig rauchen lässt, geht es vorbei an Feldern und Gewächshäusern zu den Schafen. Die kleine Herde Coburger Füchse lässt sich vom Medienaufkommen zunächst nicht beeindrucken, doch dann geht es für ein Mitglied zur Sache. David Burkhardt und Karen Markwardt werden es von seinem ziemlich umfangreichen Fell befreien. Der Hofleiter gibt zu, dass das gar keine so unanstrengende Angelegenheit ist. Zusammen fischen sie sich ein Schaf aus den wolligen Reihen und setzen es auf den Allerwertesten die Position, in der es am besten still hält. Erst assistiert Karen Markwardt, dann kann sie unter Anleitung ebenfalls den Scherer führen. Mit Erstaunen stellt sie fest, dass Burkhardt nicht nur mit rechts, sondern auch mit links arbeiten kann. Sehr geschickt, um das Fell sozusagen rundum locker herunterschneiden zu können. Haben Sie sich das selber beigebracht, fragt sie, und Burkhardt erzählt ihr von seiner Zeit auf einer Farm in Irland, wo er gearbeitet und das Scheren gelernt hat. Er gibt zu, selbst immer noch ein bisschen Respekt vor dieser Arbeit zu haben. Das Schaf schaut erstaunlich geduldig drein, worauf Markwardt ihm mitteilt: Du hast es gleich geschafft!

Nach einer Runde Schafs-Athmo ein paar Schnittbilder mit Ton, bei der die wolligen Gesellen wie auf Knopfdruck blöken, was das Zeug hält geht es auf die Weide. Der Kameramann fragt seinen Kollegen, ob seine Optik beim Scheren Staub abbekommen hat Nein, alles paletti. Das Drehteam wartet schon am Rande einer herrlichen Frühlingswiese, auf der sich die Coburger Füchse einfinden sollen. Als eine weitere Darstellerin, Hütehundin Meike, aufgetrieben ist, heißt es wieder: Und bitte!

Im satten Grün gesellen sich Karen Markwardt und David Burkhardt zu den Tieren. Burkhardt erzählt von einem der Ziele des Hofes, den Jugendliche bei Freizeiten kennenlernen können: Die jungen Gäste haben Gelegenheit, ein Stück weit Verantwortung für die Versorgung und Pflege der Tiere zu übernehmen. Das Stichwort: Kümmerpädagogik. Die kleinen braunen Lämmchen scheinen wie geschafften für diese Erziehungsmaßnahme. Als drei kleine Coburger Füchse sich zur Moderatorin wagen, schaut sie Markwardt liebevoll an.

Dann der nächste Arbeitseinsatz: Brot backen. Der Holzofen im Haus 8 ist gut präpariert und auf rund 240 Grad Celsius vorgeheizt. In dem schnuckeligen Raum bereiten die beiden den Teig vor, der anschließend in die Kastenformen kommt. Für Markwardt und Burkhardt ist zum Arbeiten gerade noch genug Platz, für das Kamerateam wirds ganz schön eng. Insofern dauern die Einstellungen auch ein bisschen und der Ofen, den Burkhardt bereits ausgeschürt hat, hat einfach nicht genug Geduld. Die Moderatorin gibt zu bedenken, dass das Brot jetzt rein muss und sie den Hofleiter kurz wirbeln lassen sollte. Sonst hat Herr Burkhardt morgen auf dem Markt in Murrhardt nicht genug, sagt Mike Cencig, weil er schon an den nächsten Dreh denkt: Ein Gang über den Murrhardter Wochenmarkt, wo David Burkhardt regelmäßig seinen Verkaufsstand aufschlägt. Man darf also gespannt sein, was das Team noch so alles an Geschichten entlang der Murr einfangen wird.

Das Ergebnis, die Sendung Expedition in die Heimat, ist am Freitag, 15. August, von 20.15 bis 21 Uhr im SWR-Fernsehen zu sehen.