Tragegerüst für Betonbau fertiggestellt

Neue Brücke für Straße von Backnang nach Erbstetten über B14 nimmt Gestalt an Vollsperrung früher als geplant aufgehoben

Um die neue Brücke über die B14 zwischen Murrtalviadukt und Eisenbahnbrücke aufbauen zu können, musste zunächst ein Traggerüst erstellt werden. Die Arbeiten dafür gingen am Freitag ab 22 Uhr und am Samstag über die Bühne. Die bis Sonntag 14 Uhr angekündigte Straßensperrung konnte früher als gedacht wieder aufgehoben werden.

Die neue Brücke wird auf dem Traggerüst aufgebaut, das in der Nacht zum Samstag und am Samstag fertiggestellt wurde: Die B14 in diesem Bereich war voll gesperrt.Fotos: A. Becher

BACKNANG. Etliche Tonnen Stahl werden an diesem Wochenende auf der Großbaustelle B14/Anschlussstelle Backnang Mitte bewegt. Das stählerne Traggerüst, um das es geht, dient als Schalung für den Betonbau der Brücke. Anders gesagt: Es ist die Unterkonstruktion, auf die man die Brücke aufbauen kann, erklären der örtliche Projektleiter Björn Stähle vom Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) und Roland Ott, Bauleiter der Firma Rossaro aus Aalen, die zudem Nachunternehmen mit ins Boot genommen hat. Die Gerüstteile werden nach und nach mit einem Drehturmkran auf die beiden Widerlager rechts und links der Fahrspuren sowie die Y-förmige Mittelstütze gesetzt. Später kommt die Armierung, dann kann betoniert werden. Wenn alles fertig ist, wird das Traggerüst wieder nach unten abgesenkt. Das Traggerüst abzubauen, ist ein größerer Aufwand als der Aufbau, sagt Bauingenieur Stähle vor Ort. Der Dielenbelag muss heruntergenommen und die Träger mit einer Kette herausgezogen werden. Auch dann wird wie an diesem Wochenende die Bundesstraße im Bereich des Murrtalviadukts wieder voll gesperrt sein. Eine weitere Sperrung steht an, wenn die alte Kreisstraßenbrücke zwischen Backnang und Erbstetten abgerissen wird.

Doch nicht nur an der neuen Brücke selbst wird an diesem Wochenende gearbeitet. Im Zuge der Vollsperrung haben wir noch Markierungsarbeiten für die Verkehrsführung unternommen, erklärt Ott. Auch ein Betonsägeschnitt an der Stützwand zwischen der Bahn- und der K1897-Brücke steht noch auf dem Plan dabei geht es um die Verbindungsrampe Süd-West beziehungsweise die zusätzlichen Auf- und Abfahrten von der B14 Richtung Erbstetten und umgekehrt. Parallel dazu lässt die Bahn Sanierungsarbeiten an der Bahnbrücke ausführen.

Rund 20 Fachkräfte der Gewerke Sägetechnik, Stahlbau und Ingenieurbau sowie vom RP sind am Freitag und Samstag auf der Großbaustelle im Einsatz. Unter ihnen auch Heinz Weng vom RP, dem die Bauüberwachung des Bauwerks 22 (Brücke) obliegt.

Während noch einzelne Elemente des Tragegerüsts fehlen, ist schon ein Teil eines hölzernen Geländers auf der Unterkonstruktion angebracht. Dabei handelt es sich um eine Absturzsicherung. Denn wenn betoniert wird, rollt der Verkehr unter der künftigen Brücke wieder, erklärt Stähle und ergänzt: Es kommt noch ein Prüfingenieur, um das Gerüst abzunehmen, das statisch genau berechnet ist.

Wann genau die Brücke fertig sein wird, können Stähle und Ott nicht exakt sagen. Frühjahr/Sommer 2015, ist die Antwort. Vor allem die Abdichtung der Brücke sei sehr witterungsabhängig, weiß Ott. Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen stimmen. Es reicht schon ein Nieselregen, dass es nicht okay ist. Wenn der kommende Winter allerdings so ist wie der vergangene, wäre dies ideal.

Bisher lief auf der Baustelle alles planmäßig, bestätigt Theodor Buck von der Firma Karl Köhler aus Besigheim, die für das Brückenbauwerk zuständig ist.

Die Autofahrer jedenfalls profitieren davon, dass die Vollsperrung der B14 nicht so lange geht, wie angekündigt. Gegen Abend fahren die Autos schon wieder über das Murrtalviadukt, als wenn nichts gewesen wäre. Und: Zwar gab es schon zu bestimmten Zeiten auf den Umleitungsstrecken lange Autoschlangen, aber das große Verkehrschaos blieb glücklicherweise aus.