Kräftiger Rückenwind für Energiegemeinschaft

Windkraftprojekt Zollstock-Springstein wird immer realer Mischfinanzierung vorgesehen Geringe Geräuschentwicklung

Reinhard Knüdeler

WEISSACH IM TAL/MURRHARDT(pm). Bei der Generalversammlung der Energiegemeinschaft Weissacher Tal eG konnte Vorstand Reinhard Knüdeler den Mitgliedern erstmals einen detaillierten Überblick über den Stand des Windkraftprojekts Zollstock-Springstein geben. Die Energiegenossenschaft ist Mitglied der Bietergemeinschaft mit den Energiegenossenschaften Murr, Murrhardt sowie den Stadtwerken Murrhardt und Backnang und dem Projektierer, der Wind Energie GmbH.

Das Land hat dieser Bietergemeinschaft den Zuschlag für den Standort erteilt und damit die Möglichkeit eröffnet, dort mehrere Windkraftanlagen zu erstellen. Die Windmessungen werden seit rund drei Monaten durchgeführt und haben bis jetzt durchweg positive Ergebnisse geliefert. Allerdings sollen die Messungen, wie vorgesehen, zwölf Monate andauern, damit ein fundiertes Ergebnis vorliegt und die statistischen Berechnungen bestätigt werden.

Zwei wesentliche genossenschaftliche Elemente sollen in die gemeinsame Standortentwicklung einfließen: Die Gesamtkosten und -erträge fließen jeweils in einen gemeinsamen Topf und werden gleichmäßig auf die Beteiligten an der Bietergemeinschaft verteilt. Damit soll ein Ausgleich für etwa unterschiedliche Erträge und Kosten der einzelnen Windkraftanlagen erreicht werden.

Demgegenüber werden die sechs Anlagen eigentumsrechtlich jeweils einem der Mitglieder an der Bietergenossenschaft zugeordnet. Weit fortgeschritten ist die Auswahl des entsprechenden Anlagentyps. Dabei war ein ganz wesentliches Kriterium die bereits bestehende Serienproduktion, die für das problemlose Funktionieren der Anlage von größter Bedeutung ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt war für uns bei der Auswahl die Geräuschentwicklung der Anlage, die beim ausgewählten Typ am niedrigsten ist, so Knüdeler weiter. Selbstverständlich haben wir auch nachhaltige ökologische Verbesserungen beim Betrieb dieser Anlage im Fokus: Wir gehen von einem Stromertrag für zirka 1500 Haushalte aus, was eine jährliche CO2-Einsparung von zirka 5200 Tonnen (Referenz Kohle) beziehungsweise 3500 Tonnen (Referenz Gas) erwarten lässt.

Ein wichtiger Punkt ist die Finanzierung der 4,1 Millionen teuren Anlage (je Windrad). Diese soll seitens der Energiegemeinschaft Weissacher Tal durch 2,6 Millionen Euro Fremdkapital (zum Beispiel KfW-Darlehen) und rund 1,5 Millionen Euro Eigenkapital erfolgen. Eine erste unverbindliche Abfrage bei den Mitgliedern der Genossenschaft und den Interessenten auf der Aufnahmeliste hat binnen kürzester Zeit eine Rückmeldung von rund 600000 Euro erbracht. Wir gehen davon aus, so Knüdeler, dass wir mit der Eigenkapitalbeschaffung in Form einer Mischfinanzierung aus Darlehen und Mitgliedsanteilen der Genossenschaft keine Probleme haben werden.

Auch bei dieser Beteiligung ist zugrunde gelegt, dass wie bei den seitherigen Anlagen der Energiegemeinschaft Weissacher Tal von einer Dividende beziehungsweise Darlehensverzinsung von 3 bis 4 Prozent ausgegangen werden kann. Um die Bürgerschaft im Weissacher Tal detailliert über dieses Großprojekt der Energiegemeinschaft zu unterrichten, sind verschiedene Informationsveranstaltungen geplant.

Für Informationen und Rückfragen steht die Geschäftsstelle der Genossenschaft im Rathaus in Unterweissach, Rudolf Scharer, 07191/3531-32, E-Mail rudolf.scharer@weissach-im-tal.de bereit.