Der Läufer geht in Runde zwei

Gernot Gruber erneut als Landtagskandidat der SPD im Wahlkreis 17 nominiert – Studentin Jana Gilke ist Ersatzbewerberin

Landtagsabgeordneter Gernot Gruber tritt bei der Wahl im kommenden Frühjahr erneut im Wahlkreis Backnang für die Sozialdemokraten an. Das war schon länger klar, jetzt erfolgte die Nominierungsveranstaltung. Ersatzbewerberin ist die 25-jährige Studentin Jana Gilke aus Backnang.

Blumen für das rote Duo bei der kommenden Landtagswahl: Gernot Gruber und Jana Gilke treten an.Foto: E. Layher

Von Peter Wark

BACKNANG. Ein bisschen durften sich gestandene Sozialdemokraten an die guten alten Zeiten erinnert fühlen: ein volles Nebenzimmer im Waldheim, großes Interesse der Genossen an der Nominierung des Kandidaten für den Landtagswahlkreis 17. Kreisvorsitzender Jürgen Hestler freute sich entsprechend, „in sozialdemokratischem Milieu und bei sozialdemokratischer Luft“ im Backnanger Waldheim 61 stimmberechtigte Mitglieder begrüßen zu dürfen. Der langjährige SPD-Kreischef sprach von seiner „Gänsehaut“. In der Tat war es fast schon familiär und heimelig am Mittwochabend in der Enge des Nebenzimmers.

Man rückte an den Tischen zusammen, um bei Wurstsalat, Waldheim-Burger und Weizenbier den Abgeordneten und erfolgreichen Läufer Gernot Gruber auf seine zweite landespolitische Runde zu schicken. Der vielfach und langjährig politisch engagierte und seit 2011 im Landesparlament sitzende Gruber erhielt 55 der abgegebenen 60 Stimmen. Mit vier Neinstimmen und einer Enthaltung kann der Mathematiker sicher gut leben. Vom Ortsverein und vom Kreisverband gab es anschließend Blumensträuße für den wiedergewählten Kandidaten – natürlich standesgemäß in rot.

Der stellvertretende Backnanger SPD-Ortsvereinsvorsitzende Armin Dobler hatte den Wahlvorschlag offiziell eingebracht und Gruber dabei als „absoluten Glücksfall“ für die SPD bezeichnet. Er hob dessen unbändigen Fleiß und Einsatz hervor. E-Mails verschicke Gruber gerne schon um 5 Uhr morgens – oder noch früher. Dobler lobte Grubers „sachliche Art, Integrität und sein bescheidenes Auftreten“ – was in der Bevölkerung gut ankomme.

Der familiär durch und durch sozialdemokratisch geprägte Gernot Gruber selbst blickte in seiner Vorstellung vor allem auf die Arbeit im Landtag in den vergangenen vier Jahren zurück und hob dabei natürlich die Erfolge der grün-roten Regierung hervor. „Unser Land ist sozialer geworden“, konstatierte er. Es seien weniger Lehrerstellen abgebaut worden als von der Vorgängerregierung in die Wege geleitet, die Schulsozialarbeit sei gerettet und der soziale Wohnungsbau wieder angeschoben worden. Es werde voraussichtlich zum dritten Mal in Folge gelingen, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, das Land sei wirtschaftlich erfolgreich und in der Ausbildungsstatistik spitze.

Der Rems-Murr-Kreis habe in den vergangenen Jahren konkret von der Regierungspolitik profitiert. Gruber nannte die Mittel für Landstraßensanierungen, die Städtebauförderung („Backnang hat die höchsten Fördermittel im ganzen Rems-Murr-Kreis erhalten“), die Gelder aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und natürlich seinen eigenen Einsatz für einen funktionierenden Nahverkehr auf der Schiene.

Die Wahl werde „nicht einfach“, aber die Rückmeldungen aus der Bevölkerung machten ihm Mut für die Landtagswahl, sagte der „grüne Rote für schwarze Zahlen“.

Die Welt der Sozialdemokraten in Backnang scheint denn derzeit auch in Ordnung zu sein, es gab keine kritischen Stimmen, eine Aussprache wurde nicht gewünscht. Es lief schon schlechter für die SPD im Land als derzeit.

Ähnlich harmonisch ging auch die Wahl der Ersatzkandidatin über die Bühne. Jana Gilke erhielt 57 Stimmen bei drei Enthaltungen. Sie befindet sich bei ihrem Studium (Politik und Anglistik) im Endspurt. Selbstbewusst und sympathisch stellte sie sich den Genossen vor, die sie noch nicht persönlich kannten. Jana Gilke ist in Backnang geboren, hat am Max-Born-Gymnasium Abitur gemacht und bezeichnet sich als großen Fan des VfB Stuttgart.

Als zweite Vorsitzende der Debating Society Deutschland ist sie an der Organisation der Debating-WM im kommenden Jahr beteiligt. Am Abend der Bundestagswahl 2009 war sie SPD-Mitglied geworden. Bei der letzten Kommunalwahl ist Gilke für den Gemeinderat angetreten und hat ein überaus respektables Ergebnis eingefahren. Sie hob hervor, dass es bei der SPD kein Lippenbekenntnis sei, junge Menschen zu fördern. Man werde „geprüft, aber auch wertgeschätzt“.