Es läuft – und das in vielerlei Hinsicht

Backnanger Wirtschaftsgespräche: Das Who’s who von Backnang und Umgebung

Nicht nur Netzwerker haben die Backnanger Wirtschaftsgespräche dick in ihrem Kalender stehen. Die Veranstaltung ist längst zum Selbstläufer geworden, wie bei der 13. Auflage am Dienstagabend wieder deutlich wurde.

Interessante Gespräche in ansprechendem Ambiente: Das Erfolgsrezept der jährlichen Veranstaltung.Fotos: E. Layher

Von Peter Wark

BACKNANG. Das Gelände der ehemaligen Spinnerei mit den beeindruckenden Gebäuden im Hintergrund bietet seit Jahren die Kulisse für dieses Gipfeltreffen von Wirtschaft und Gesellschaft aus Backnang und Umgebung. Etwa 850 Einladungen waren für das jährliche Who’s who ausgeschrieben worden. Das Rezept der Wirtschaftsgespräche bewährt sich von Beginn an: Interessante Referenten mit gerne auch kontrovers zu diskutierenden Wortbeiträgen, das Sehen-und-gesehen-Werden mit spannenden Gesprächspartnern beim anschließenden lockeren Zusammensein und nicht zuletzt ein Buffet mit allerlei Leckereien locken immer wieder Hunderte geladener Gäste zu diesem Sommerabend. Über 100 Sponsoren haben sich in diesem Jahr an der gemeinsamen Veranstaltung von Stadt, Gewerbeverein und Industrieverein beteiligt.

Gerne setzt sich Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper im Vorfeld selbst ans Telefon, um hochkarätige Redner für diesen ganz besonderen Abend zu verpflichten. So auch in diesem Jahr, und mit Dr. Stefan Wolf hatte er nicht nur einen ehemaligen Kommilitonen, sondern auch eine herausragende Persönlichkeit der baden-württembergischen Wirtschaft gewinnen können (siehe Bericht unten).

In seiner Begrüßung sagte Nopper, die wirtschaftliche Situation in Backnang sei „gut wie selten zuvor“. Er listete auf: 14000 sozialversicherungspflichtige Jobs in der Stadt, eine geringe Arbeitslosenquote, immer mehr Betriebe im Industriegebiet Lerchenäcker, eine hohe Nachfrage nach privatem Wohnraum, sogar aus dem Raum Ludwigsburg. Backnang, fasste Nopper zusammen, sei „eine aufstrebende, florierende Stadt“.

In den Mittelpunkt seiner Ausführung stellte der Rathauschef aktuelle Verkehrsthemen. Den Weiterbau der B14 mit dem fertiggestellten Anschluss Backnang-Mitte und die kurz darauf erfolge Baufreigabe für den Abschnitt Nellmersbach– Waldrems hob er natürlich besonders hervor. „In dieser Schlagzahl können wir weitermachen“.

Fortschritte auch auf der Schiene. Nachdem Backnang mit der Eröffnung der Linie S4 in den kleinen Kreis der Großen Kreisstädte mit zwei S-Bahn-Linien aufgestiegen sei, werde nun auch der Fernverkehr gestärkt. Wenn Backnang 2017/18 zum IC-Haltepunkt auf der Strecke Stuttgart –Nürnberg wird, gehe ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

Lothar Buchfink, der Vorsitzende des BDS-Gewerbevereins Backnang, sprach in seiner Begrüßung anschließend die um sich greifende Bürokratisierung an. Mit dem „Gleichnis von der fleißigen Ameise“ malte er ein eindringliches Bild von Überregulierung und Eingriffen in unternehmerisch und persönliche Freiheiten. Der wertschöpfende Anteil an der Arbeit werde zugunsten des administrativen immer weiter zurückgedrängt – eine Entwicklung, die so nicht weitergehen könne. An die Politiker im Publikum richtete Lothar Buchfink den Appell, der leistungsfeindlichen kalten Progression entgegenzusteuern.

Harro Höfliger, der im Anschluss an die Redebeiträge als Vertreter des Industrievereins den offiziellen Teil des Abends schloss, hatte eine Nachricht im Gepäck, die man in Backnang gerne hört. Sein Unternehmen werde am Standort Lerchenäcker in Backnang expandieren, nachdem am Firmensitz in Allmersbach im Tal die räumlichen Erweiterungsmöglichkeiten weit ausgereizt seien.