Kleines Ei mit großer Wirkung

Lokalschau der Kirchberger Kleintierzüchter – Zahlreiche Preise wurden vergeben

Preiswürdig: Zuchtexemplar von Erika Fanghänel. Foto: E. Layher

Von Simone Schneider-Seebeck

KIRCHBERG AN DER MURR. Es schnattert aufgeregt aus der Ausstellungshalle heraus. Zwei Enten haben sich wohl gesucht und gefunden und tauschen sich über die Ereignisse des Tages aus. Sie sind zwei von 146 ausgestellten Tieren, die sich auf der Lokalschau der Kirchberger Kleintierzüchter von ihrer besten – und in diesem Fall auch lautstarken – Seite zeigen.

Hasen in verschiedenen Farben und Größen knabbern vor sich hin, putzen sich oder dösen ein wenig. Als Feinschmecker erweist sich ein Meißener Widder, der sich zum Käfigdach reckt und an den Tannenzweigen knabbert, die weihnachtlich über den Gehegen drapiert sind. Während sich Hühner und Hähne von den Besuchern nicht beeindrucken und eher hochmütig ihre Blicke schweifen lassen, quakt es vielstimmig aus der Entenecke. Auch die Tauben lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Wie große Federbälle auf zwei Beinen stehen sie gleichmütig da. Ein fachkundiger Besucher klärt seinen Begleiter über die besonderen Merkmale und Preiskriterien bei den Modena-Tauben auf. Bei diesen „Formtauben“ kommt es tatsächlich vor allem auf die Haltung an. Die Brust darf nicht zu breit sein, die Füße müssen in einem exakten Winkel stehen, und im Gesamtbild soll das Tier kugelähnlich wirken. Eine der Tauben muss besonders entspannt sein, denn zu ihren Füßen liegt ein Ei; für die Besucher ein besonderer Hingucker, cremeweiß glänzend. Neben den Modena Schietti finden sich hübsche dunkle Lockentauben mit ihrem seidig glänzenden Federkleid sowie Usbekische Tümmler und Sächsische Flügeltauben.

Auch die Hühner bestechen mit ihrer Vielfalt in Farbe und Form. Da gibt es unter anderem die kleineren hellen Antwerpener Bartzwerge mit dichtem Gefieder rund um den Schnabel, die federfüßigen Zwerghühner mit ausladendem Federkleid am Fuß oder auch die Indischen Zwergkämpfer mit einer filigranen dunkel- und hellbraunen Zeichnung.

Vereinsvorsitzender Jens Dietrich ist stolz auf die gute Resonanz. Mit knapp 150 Tieren gehört die Ausstellung zu den größeren im Landesverband. Doch darauf möchte der Verein sich nicht ausruhen, er hofft darauf, in Zukunft noch mehr Vorzeigeexemplare vorstellen zu können. Allerdings könnte das dann wieder zu einem Platzproblem führen, denn die 28 Jahre alte Ausstellungshalle in den Holzwiesen ist bereits jetzt gut gefüllt.

Das Gleiche gilt fürs Vereinsheim. Die Tische sind voll besetzt, man lässt sich die gute schwäbische Küche schmecken. Und zur Freude der kleinen Besucher ist ein Gehege mit unerschrockenen Kaninchen aufgebaut, die von den Kindern begeistert gestreichelt werden.

Bei der diesjährigen Lokalschau wurden Auszeichnungen vom Landesverband, der Gemeinde sowie auch vom Verein vergeben. Zu den Preisträgern gehören in der Sparte Kaninchen Horst Brandl (Landesverband Ehrenpreis LVE), Renate Holzhauser (Gemeindeband) und Fabian Müller (Gemeindeband). Den Sonderehrenpreis erhält Bernd Müller, Vereinsmeister wird Alwin Schäfer. Die Preise für das beste männliche und weibliche Kaninchen gehen an Alwin Schäfer und Jens Dietrich. Über den Jugendpokal darf sich Lucas Müller freuen. In der Sparte Geflügel erhält Günter Fanghänel den LVE, Gemeindebänder gehen an Michael Müller und Gottlieb Deuschle. Erika Fanghänel ist mit ihrem Modernen Englischen Zwergkämpfer Vereinsmeisterin, sie wird dazu für die besten männlichen und weiblichen Tiere ausgezeichnet. Der Sonderehrenpreis geht auch hier an Bernd Müller. In der Kategorie Tauben erhält Günter Fanghänel den LVE, mit dem Gemeindeband wird Bernd Müller ausgezeichnet. Er siegt ebenfalls in den Kategorien beste Tiere weiblich und männlich. Vereinsmeister in der Sparte Tauben wird Günter Fanghänel.