„Der Narr und der Tod“

Bilder, Texte und Musik in der Friedhofkapelle

„Narrenbarke“: Eine Arbeit von Dieter Groß. In dem Werk steckt viel Ironie. Foto: P. Wolf

BACKNANG. Dieter Groß und Johannes Bair aus Stuttgart bringen am Samstag, 23. April, um 16 Uhr auf Initiative des Arbeitskreises „Erinnern und Gedenken“ im Heimat- und Kunstverein Backnang in der Friedhofkapelle zum Thema „Der Tod und der Narr“ Gereimtes und Ungereimtes, Meditatives, Hintergründiges und Satirisches in Bild, Text und Musik zur Aufführung. Johannes Bair spielt auf dem E-Piano und Dieter Groß spricht und singt.

Der langjährige Professor an der Stuttgarter Kunstakademie, Dieter Groß, ist in Backnang kein Unbekannter. So fand in der Galerie im Helferhaus im Jahr 2012 eine große Ausstellung mit dem Titel „Bella Figura“ zu seinem 75. Geburtstag statt. Zuvor war er in den Neunzigerjahren mit seinen Klassen häufig im damals leer stehenden und nur zeitweilig für Ausstellungen genutzten Turmschulhaus zu mehrwöchigen Studienaufenthalten, und er hat sich selbst als Zeichner und Maler mit dem Bild der Stadt Backnang auseinandergesetzt. Dies betraf besonders das Rathaus, das er in einer gezeichneten und teilweise collagierten Serie in immer neuen Wandlungen und Verwandlungen dargestellt hat.

Die Thematik „Der Tod und der Narr“ stammt aus dem Mittelalter. Damals sah man im Narren vielfach eine Art missratene Frucht, die im Gegensatz zur Gottesebenbildlichkeit des natürlichen Menschen stand und stellte ihn daher auch als Gottesleugner in die Nähe des Teufels. Zugleich, da der Tod oftmals in den Totentänzen als Narr auftrat, war er Symbol der Vanitas, der Vergeblichkeit allen Tuns und des „Memento Mori“ – denk daran, dass alles sterblich ist, wobei bis heute am Aschermittwoch nach der Fastnacht dieser Gedanke ebenfalls noch zum Ausdruck kommt.

Zum Spaßmacher wurde er als Hofnarr, wo er nun die Rolle des Beraters, Mahners, aber auch Glücksbringers für seinen Fürsten übernahm und die sogenannte „Narrenfreiheit“ besaß. Er zeichnete sich durch Schlagfertigkeit und Witz aus. In den Liedern, Texten, der Musik und den Bildern von Dieter Groß und Johannes Bair kommt diese Komplexität der Person des Narren und seine Nähe zur „Vanitas“, der Vergeblichkeit und des „Memento Mori“ zum Ausdruck. Der Eintritt ist frei.