Mal-Rendezvous mit 31 Frauen

Michaela Übelmesser trifft bei „Women’s Art World“ in Marrakesch Künstlerinnen aus der ganzen Welt – Unterstützung aus Murrhardt

Spätestens seit der Preisverleihung von Dalís Sohn José auf dem Eiffelturm in Paris im Oktober 2014 als Nachwuchskünstlerin hat sich Michaela Übelmesser daran gewöhnt, etwas mehr auf internationalem Parkett unterwegs zu sein. Nun berichtet sie von einem neuen Abenteuer: Dem Treffen von 32 Kolleginnen aus über 20 Ländern in Marokko.

Malen unter freiem Himmel: Michaela Übelmesser kann beim Treffen in Marrakesch ihrer Lust am Experimentieren nachgehen und arbeitet unter anderem mit Öl- und Acrylfarbe – auch wenn sie ihre Buntstifte natürlich nicht ganz aus der Hand gelegt hat. Foto: privat

Von Christine Schick

MURRHARDT/HÖXTER. Wenn Michaela Übelmesser sich nach einem Arbeitstag als Zahntechnikerin nicht in ein angefangenes oder neues Bild vertieft, schaut sie sich nach Wettbewerben und Ausstellungsmöglichkeiten um. Ihre Leidenschaft fürs Zeichnen und Malen ist groß, genauso wie die Unterstützung ihrer Familie, besonders auch ihrer Tante Helga Übelmesser-Larsen und Großmutter Hilde Übelmesser in Murrhardt. Die 34-Jährige, die in Höxter lebt, schafft mit Buntstiften surreale, fantastische Bilderwelten. Für ihre Maltechnik wurde sie nun jüngst beim achten internationalen Treffen „Women’s Art World“ in Marrakesch ausgezeichnet, „Buntstifte sind ja so etwas wie das Medium der Kinder, insofern sind meine Bilder vor allem wegen meiner Technik beziehungsweise meines Werkzeugs für die meisten etwas Ungewöhnliches.“ Als Übelmesser vergangenes Jahr die Marokkanerin Hayat Saidi in Venedig bei einer Gruppenausstellung kennenlernte, kam später die Einladung der Kollegin und Frauenbeauftragten des afrikanischen Landes ins Haus geflattert. Diese war für Michaela Übelmesser mit dem Künstlernamen Michaela de Luxe etwas Besonderes, weil sie neben der Möglichkeit, mit den anderen im National Museum Marrakesch auszustellen, die Chance bot, mit Kolleginnen aus über 20 Ländern gemeinsam zu arbeiten.

Übelmesser hat „Lust am Experimentieren bekommen“. Sie kombinierte verschiedene Materialien und Techniken, ritzte und zeichnete mit Buntstiften in ihr mit Acryl- und Ölfarbe gemaltes Bild. Sie stellte fest, wie lange man warten muss, bis die Farbe trocknet, aber auch, wie viel Leuchtkraft sie besitzt.

Nicht minder beeindruckt war sie vom Austausch und den persönlichen Begegnungen. Sie lernte Frauen verschiedener Länder, Kulturen und Religionen im Alter zwischen 20 und 66 Jahren kennen. Michaela Übelmesser erfuhr von den Kolleginnen einerseits, dass es für viele ein täglicher Kampf ist, die Arbeit auch in finanzieller Hinsicht weiterführen zu können, andererseits gab es jede Menge Tipps und Austausch über das, was in anderen Branchen ganz lapidar Selbstvermarktung heißt – Wettbewerbe, Ausstellungs- und Verkaufsmöglichkeiten.

Nun, wieder zu Hause, bekommt sie nicht nur viel elektronische Post von den Kolleginnen, sondern bereitet sich schon aufs nächste Event vor: Die Tokyo International Art Fair im Mai. Die Teilnahme kostet allerdings und insofern hofft sie auf Unterstützung aus dem Netz: Wer die meisten Klicks auf sein Bild verzeichnen kann, bekommt die Gebühr erlassen. Weitere Infos: www.michaela-de-luxe.de.