Zlatko Blaskic macht nicht weiter

Der Trainer der Bezirksligafußballer der TSG Backnang hört im Sommer aus Zeitgründen auf

Gibt ab Juli vom Spielfeldrand keine Kommandos mehr: Zlatko Blaskic. Foto: B. Strohmaier

Von Uwe Flegel

Die Suche nach dem Nachfolger für Verbandsligatrainer Markus Lang haben die Fußballer der TSG Backnang erfolgreich beendet und sich mit dem noch beim Ligarivalen FC Normannia Gmünd tätigen Beniamino Molinari auf einen Kontrakt über zwei Jahre geeinigt. Doch damit hat es sich für die Verantwortlichen in den Etzwiesen noch nicht. Denn nun müssen sie nach einem neuen Coach für ihre Bezirksligamannschaft suchen. „Ich höre auf“, bestätigte Zlatko Blaskic unserer Zeitung, dass für ihn bei der Verbandsligareserve am Saisonende Schluss ist.

Der Grund für den Ausstieg des 34-Jährigen ist ziemlich einfach: „Ich werde im Juni Vater und mache deshalb nicht weiter.“ Zeitgründe sind es, die den ehemaligen kroatischen Junioren-Nationalspieler am Weitermachen hindern. Beruf, Familie, Chef-Scout beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach und noch der Trainerposten bei der TSG BacknangII, das sei einfach nicht mehr unter einen Hut zu bringen, erklärt Blaskic und sagt: „Das geht nicht, da bleibt zu viel auf der Strecke.“ Also entschied er sich dazu, bei der Zweiten des Klubs aus den Etzwiesen nicht weiterzumachen.

Damit endet für den ehemaligen Jugend- und Aktivenspieler der TSG sowie Verbands- und Oberligakicker bei der SG Sonnenhof ein vierjähriges Trainerengagement, bei dem er erst mit der Backnanger A-Jugend von der Bezirks- in die Verbandsstaffel aufgestiegen war und danach die zweite Mannschaft von der Kreisliga A in die Bezirksliga hievte. Dort nimmt er mit dem Neuling derzeit Rang acht ein und hat den Nichtabstieg fast schon sicher. Zudem steht Blaskic mit der TSGII im Bezirkspokal im Halbfinale und empfängt dort am Mittwoch, 26. April, um 19.30 Uhr den Bezirksliga-Spitzenreiter SV Breuningsweiler in den Etzwiesen. Klar, dass Blaskic mit seiner Elf dem Favoriten ein Bein stellen und ins Finale am 24. Mai in der Großaspacher Mechatronik-Arena einziehen will. Für ihn wäre das Endspiel zumindest vorläufig eines der letzten Spiele als Trainer. Denn: „Als Trainer mache ich nächste Saison nichts. Ich hatte zwar Anfragen, doch die habe ich abgelehnt.“ Der Mangel an Zeit angesichts der vielen Tätigkeiten betrifft ja schließlich nicht nur die TSG. „Ich will zunächst einmal mein Kind aufwachsen sehen und dann meine Trainerscheine machen“, setzt Zlatko Blaskic seine Prioritäten.

Auf die Jahre bei der TSG blickt er durchaus mit Zufriedenheit zurück. Und das liegt nicht nur an den zwei Aufstiegen in vier Jahren, sondern auch an der Zusammenarbeit mit Markus Lang, dem Noch-Trainer der Backnanger Ersten. „Das war ein super Austausch“, sagt Blaskic, der in der Saison 2005/2006 beim damaligen Zweitligisten Kickers Offenbach für ein halbes Jahr als Profifußballer sein Glück versuchte. Dass sich die Coaches der ersten und zweiten Mannschaft so gut verstanden haben, war für die positive Entwicklung der TSG in der jüngsten Vergangenheit sicher von großem Vorteil. Für die Verantwortlichen des Backnanger Traditionsvereins wird es allerdings nicht einfach werden, ein ähnlich gut harmonierendes Gespann zu finden. Wobei mit Molinari der eine Teil des Duos ja schon feststeht und für den Verein ja eventuell einen Tipp parat hat, wer die Verbandsligareserve aus den Etzwiesen künftig coachen soll. Zumal die dort vorrangige Aufgabe, A-Jugendliche aus der Verbandsstaffel ans Niveau der TSG-Aktiven heranzuführen, künftig noch wichtiger werden könnte. Erst recht, wenn der derzeitige Verbandsligazweite über die Relegation in die Oberliga aufsteigen würde.