Volkstanzgruppe führt Quadrillen vor

Sichelhenket-Fest des Landfrauenvereins Großerlach lockt Vielzahl von Besuchern aus dem Umkreis an

Gestern wimmelte es in Neufürstenhütte auch dank des schönen Spätsommerwetters vor fröhlich gestimmten Familien. „Heute ist besonders viel los, weil auch zahlreiche Gäste aus der Umgebung zu unserer Sichelhenket gekommen sind“, freute sich Simone Schif, Vorsitzende des rund 90 Mitglieder starken Landfrauenvereins Großerlach.

Höhepunkt des traditionellen Sichelhenket-Festes: Auftritt der Landfrauen-Volkstanzgruppe, die zurzeit nur aus neun Damen besteht. Foto: J. Fiedler

Von Elisabeth Klaper

 

GROSSERLACH. Mit kunterbunten Stoffstücken auf einer Wäscheleine hatten dessen Mitglieder die Ortsmitte geschmückt, sie dienten zugleich den Gästen als Wegweiser zum festlich mit Blumen in allen Farben und Formen geschmückten Dorfgemeinschaftshaus. Höhepunkt des traditionsreichen Sichelhenket- Festes war der Auftritt der zurzeit aus nur neun Damen bestehenden Landfrauen- Volkstanzgruppe, die Inge Hermann leitet.
Sie hatte heuer die Tanzrunde unter das Motto „Quadrille und ähnliche Tänze“ gestellt, darum führte die Gruppe drei neue einstudierte Volkstänze mit verschiedenen Figuren vor. Die Quadrille, ursprünglich ein französischer Kontratanz, wird von jeweils acht Personen getanzt, die meist vier Paare bilden, wobei sich je zwei im Quadrat und allen vier Himmelsrichtungen gegenüberstehen. Zum Auftakt zeigte die Tanzgruppe einen Reigen, Ursprung der deutschen Volkstänze, aus Inge Hermanns Heimat Siebenbürgen: den „Siebenbürger Rheinländer“ in gemessenem Tempo.
Um eine Brücke zu schlagen zum Schwabenländle, dem jetzigem Zuhause von Inge Hermanns, folgte der schwungvolle „Schwäbische Solotanz“ mit reizvollen Ausfall- und Springschritten. Großes Vergnügen machte der großen Zuschauerschar die Quadrille „Wolgaster“ mit attraktiven Torbogen- und Windmühlenflügel- Figuren.
Da klatschten viele begeistert den Takt mit und forderten noch eine Zugabe, worauf die Tänzerinnen nochmals die Quadrille darboten. Den Abschluss der Tanzvorführung bildete die flott swingende Amerikanische Promenade, zu deren Klängen die Tänzerinnen sich winkend vom Publikum verabschiedeten. Die Tanzgruppe habe ihr Repertoire auf 36 Tänze erweitert, berichtete Inge Hermann. Deren Bandbreite reicht von traditionellen Volkstänzen aus verschiedenen europäischen Ländern über Country- Tänze bis zu meditativen Tänzen, die in verschiedenen Festgottesdiensten aufgeführt werden.
Der Fest-Name „Sichelhenket“ gehe auf das Ende der Kornernte zurück, erklärte Simone Schif. Früher feierten die Bauern zum Abschluss der Getreideernte einen Dankgottesdienst auf dem Feld, brachten die Getreidegarben in die Scheune und hängten die Sichel nach dem Einfahren des letzten Erntewagens in der Scheune an einem Holzbalken auf, wo sie bis zur nächsten Ernte symbolisch hängen blieb.
Dies war und ist ein Grund, um zu danken für das Wachsen und Gedeihen des Korns auf den Feldern, für das Reifen und das Einbringen der Ernte, die zurzeit dank des guten Wetters bereits in vollem Gange ist. Anschließend feierte die Dorfgemeinschaft ein fröhliches Fest mit Tanz.
Schon seit ihrer Gründung 1990 veranstalten die Großerlacher Landfrauen die Sichelhenket: Damit erhalten sie diesen schönen alten Brauch der Bauern und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Kultur- und Vereinsleben in der Gemeinde Großerlach. Den Auftakt des Festes bildete ein stimmungsvoller Dank-Gottesdienst mit Pfarrerin Margit Ilzhöfer, den die Landfrauen und der Posaunenchor Großerlach mitgestalteten. Anschließend sorgte ein Team von rund 50 Vereinsmitgliedern fürs leibliche Wohl der vielen Besucher mit einem Weißwurstfrühstück, herzhaften schwäbischen und Grill-Spezialitäten sowie leckeren Landfrauen-Kuchen und -Torten auch zum Mitnehmen.
Die Landfrauen-Volkstanzgruppe freut sich über weitere Tänzerinnen. Außerdem soll eine neue Kindertanzgruppe aufgebaut werden, zu der Mädchen und Jungen (3 bis 10 Jahre) eingeladen sind. Wer Lust hat mitzutanzen, kann sich bei Inge Hermann (Telefon: 0 79 03 / 22 32) melden.