Weissachs Vision ist der Bundesligastart

Tanzsportzentrum ist gut aufgestellt und will in der neuen Saison erst einmal den Aufstieg in die Regionalliga schaffen

Das Tanzsportzentrum (TSZ) Weissacher Tal gibt es seit Mai 2014. Die Lateinformation ist das Aushängeschild des Vereins und momentan in der Oberliga aktiv. Morgen um 20 Uhr präsentiert sich das Team in der Auenwaldhalle in Unterbrüden. Als Traum haben die Weissacher, in der Ersten Bundesliga zu tanzen.

Die Tänzer der Weissacher Lateinformation wollen sich morgen in der Auenwaldhalle und in der Oberliga-Runde von ihrer besten Seite präsentieren. Foto: B. Strohmaier

Von Heiko Schmidt

Das aus der Tanzsport-Abteilung der SG Weissach im Tal hervorgegangene TSZ hat hohe Ziele. „Unsere Vision ist es, mal in der Bundesliga mitzutanzen“, sagt Holger Kiebel. Der 48-Jährige, der mit Tuncay Demiröz der Vorsitzende des über 200 Mitglieder umfassenden Tanzsportzentrums ist, gibt sich zuversichtlich. Zudem befindet sich mit Sabrina Dell’Oso bereits eine bundesligaerfahrene Tänzerin im Team. Die 22-Jährige hat ein Jahr beim TSC Residenz Ludwigsburg getanzt und ist Medienwartin des TSZ. Auch sie weiß, dass es bis zum großen Ziel ein weiter Weg ist. „Der Grundstein ist dafür gelegt“, macht Kiebel klar.

Doch zunächst wird der Fokus auf die in einer Woche beginnende Oberliga-Saison gerichtet. Und da steht der Aufstieg in die Regionalliga an erster Stelle. Darauf wird viel ausgerichtet. So haben die Weissacher ihr B-Team abgemeldet. „Mit etwa 14 Paaren ist es schwer, zwei Mannschaften zu bilden“, begründet Kiebel den Schritt. Er macht auch klar, dass es eine Ausnahme bleiben soll, denn im Jahr 2019 will das TSZ erneut mit mindestens zwei Lateinformationen starten.

Die Grundlagen sollen im Training, das dreimal pro Woche stattfindet, geschaffen werden. Da sind die Weissacher sehr gut aufgestellt. Die Technikübungseinheiten leitet Andrzej Cibis, der Mitglied des deutschen Bundeskaders war. Für die Performance und den Ausdruck der Tänzer ist Jimmie Surles, der Bühnenerfahrung als Model, Tänzer, Choreograf und Creative Director in Videoclips und Showacts besitzt, zuständig. „Wenn diese Trainer an unseren kleinen Verein glauben, ist es schön“, freut sich Kiebel. Für die Gesamtidee, Musik und das Formationstraining zeichnet Demiröz, der in früheren Jahren unter anderem der Coach beim heutigen Erstligisten TSG Backnang war, verantwortlich.

Die Weissacher gehen gut gerüstet in die Saison 2018. Neu ist dabei das Thema Boney M. Davor hatten das TSZ drei Jahre zu Brasil getanzt. Zum neuen Thema gibt es ein neues Outfit und natürlich eine andere Choreografie. Dies soll am morgigen Samstag um 20 Uhr in der Auenwaldhalle in Unterbrüden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Oberliga-Saisonstart erfolgt dann eine Woche später in der Backnanger Karl-Euerle-Halle. Die Heimturniere richtet das TSZ am 24. und 25. Februar in der Sporthalle des Bildungszentrums Weissacher Tal aus. Außerdem ist im September oder Oktober ein Tälesball geplant.

Tänzer haben das Hallenproblem

mit einer zusätzlichen

Trainingsmöglichkeit gelöst

Das Tanzsportzentrum sieht sich als ein Verein für viele Tanzrichtungen. „Breitensport und das Paartanzen sind uns auch sehr wichtig“, sagt Medienwartin Dell’Oso. Sie verweist darauf, dass auch Tanztee, Gesellschaftstanz, Kindertanzen und orientalischer Tanz vom Verein angeboten werden. „Wir sind sehr breit aufgestellt, denn der Breitensport ist ein ganz wichtiger und auch finanzieller Rückhalt“, verdeutlicht Kiebel. Er ergänzt: „Der Zusammenhalt ist super.“ Dem schließt sich Dell’Oso an: „Ich habe noch nie so ein Teamgefühl woanders gesehen.“ Das scheint sich in der Region herumgesprochen zu haben, denn die Weissacher wurden bei einigen Veranstaltungen gebucht. „Wir haben viel mehr Auftritte bei Abschlussbällen bei Schulen in Backnang, Murrhardt, Sulzbach und Weissach. Das ist eine gute Möglichkeit, um für uns zu werben“, sagt Dell’Oso. Die Tänzer wollen ihre Gemeinde zudem international bekannter machen, denn sie starten wohl bei einem Turnier im Blackpool (England).

Die Weissacher haben allerdings ein Problem, womit auch andere Vereine zu kämpfen haben: die Trainingsstätten. „Wir sind ein Hallenhopper“, merkt Kiebel an. Da die Übungszeiten in der Bize- und Auenwaldhalle nicht ausreichen, hat sich der Verein nach einer weiteren Lösung umgeschaut. „Wir haben in Backnang eine Halle gemietet und daraus einen weiteren Übungsraum mit einem Vereinsheim gemacht“, berichtet Kiebel stolz. So ist das Tanzsportzentrum in seiner recht jungen Vereinsgeschichte bestens aufgestellt. Es fehlt nur noch der sportliche Erfolg, der nun kommen soll.