„Man sollte sich um die Sachen kümmern, die man schon hat“

Viele Wahlpodium-Besucher halten beide Kandidaten für wählbar, haben sich aber noch nicht entschieden – Die einen achten auf Erfahrung, andere auf Kompetenz

Das erste öffentliche Aufeinandertreffen der beiden Bürgermeisterkandidaten in der Gemeindehalle Oppenweiler haben die 600 Besucher gespannt und interessiert verfolgt. Stefan Holder und Bernhard Bühler ernteten für ihren Schlagabtausch und für ihre Ideen reichlich Applaus. Nach dem BKZ-Wahlpodium fragte Redakteur Florian Muhl die Bürger, wie sie die Kandidaten und die Veranstaltung erlebt haben.

Werner Schröder (70) und Brunhilde Schröder (69) aus Oppenweiler: Der Herr Bühler hat sehr kompetent gewirkt, hat gute Argumente und ist ein erfahrener Kommunalpolitiker. Der Gegenkandidat... na ja, war schlecht vorbereitet, hat viele Phrasen gedroschen, seine Aussagen waren zu allgemein.

Winfried Stahl (65) aus Oppenweiler: Der Herr Holder ist sicher ein sehr interessanter Mensch mit interessanten Ideen und Vorstellungen, aber wir neigen eher zu Herrn Bühler, er scheint mehr mit der Gemeinde verwurzelt zu sein, was eine gewisse Bodenständigkeit zum Ausdruck bringt, so kommt’s für mich rüber. Wählbar sind beide, wir können uns beide vorstellen.

Lothar Herrmann (65) aus Oppenweiler: Es wird immer viel versprochen, neue Sachen, das wird gemacht und das wird gemacht... – warum kümmert man sich aber nicht um die Sachen, die man schon hat und versucht einmal, die zu verbessern? Ein kleines Beispiel: beim Arzt Dr. Steinat ist ein sehr altes Gebäude, wenn ältere Menschen kommen, die müssen sich die Treppe da hochschwingen, weil kein Lift da ist, für so was ist kein Geld da und die Gemeinde prahlt mit zehn Millionen im Plus. Warum macht man nicht solche Kleinigkeiten? Das heute von den Kandidaten Gehörte müssen wir erst mal sacken lassen.

Daniel Wieczorek (38) aus Oppenweiler: Ich gehe davon aus, dass sich die Erfahrung von Herrn Bühler durchsetzt. Alles andere würde mich wundern. Schlagkräftigere Argumente, besser für den Job geeignet, redet nicht lang um den heißen Brei herum.

Gerhard Kipf (77) aus Oppenweiler: Mein Anliegen ist das Thema: barrierefreie Arztpraxen. Dieses Thema muss man angehen, damit die guten Ärzte da bleiben. Ich denke, es sind beide Kandidaten wählbar.

Sieglinde Klug (76) aus Oppenweiler: Der Herr Holder ist im Grund genommen ganz ehrlich gewesen, er hat sich nicht so gut ausdrücken können wie der Herr Bühler.

Achim Krautter (29) aus Oppenweiler: Aus meiner Sicht war die Moderation einseitig, Herr Bühler wurde favorisiert und es gab öfter Seitenhiebe in Richtung Herrn Holder. Es ist eigentlich schon klar, wie die Wahl ausgehen wird. Wir bedauern, dass es nicht mehr Kandidaten gab, so war die Auswahl mit zwei Kandidaten nicht so gegeben.

Barbara Wieland (45) aus Murrhardt: Die Veranstaltung an sich fand ich gut, der Moderator von der Backnanger Kreiszeitung war auch sehr gut. Was mir nicht gefallen hat, war, dass der Herr Holder dem Herrn Bühler öfter ins Wort gefallen ist; er hat ihn nicht aussprechen lassen. Und der Herr Bühler war viel besser vorbereitet. Die Idee, Tempo 30 auf der B14 einzuführen, finde ich gut.