Hoher Antennenmast wird gebaut

Tochterfirma der Telekom errichtet im Ortsteil Heiningen eine Funkübertragungsstation

Von Lorena Greppo

BACKNANG. „Alle wollen eine bessere Internetverbindung, aber niemand will den Mast“, bringt der Heininger Ortsvorsteher Leonhard Groß das Dilemma auf den Punkt. Der Mast, das ist eine 28,5 Meter hohe Funkübertragungsstation, die von der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG), eine Tochtergesellschaft der Telekom AG, am Erlenwäldchen in Heiningen gebaut werden soll. Der Antrag hierfür wurde bereits im Januar 2017 gestellt und dem Ortschaftsrat im Mai 2017 vorgestellt. In Kürze werde die Stadt dem Unternehmen die Baugenehmigung erteilen, erklärt der Leiter des städtischen Baurechtsamts, Helmut Wagner. „Wir haben von Anfang an alle Träger öffentlicher Belange beteiligt“, sagt Wagner. Das seien unter anderem das Regierungspräsidium, aber auch Naturschützer.

Anfangs habe die Planung der DFMG einen gut 35 Meter hohen Antennenmast vorgesehen, daraus habe sich aber aufgrund der Nähe zum Landeplatz in Heiningen ein Problem ergeben. „Gerade in diesem Gebiet kreisen die Flieger oft vor der Landung“, erklärt Wagner. Das Unternehmen habe deshalb die Höhe der Station auf 28,5 Meter reduzieren müssen. So hoch sind auch die Masten der Hochspannungsleitungen, die ganz in der Nähe stehen. Damit sei das Regierungspräsidium einverstanden gewesen, und auch die anderen Beteiligten hätten keine Vorbehalte gegen das Vorhaben vorgebracht.

Ein Veto des Vorhabens würde sich auch schwer gestalten. „Die Mobilfunkanbieter sind dazu verpflichtet, ein leistungsfähiges Netz zur Verfügung zu stellen“, erklärt der Baurechtsamtsleiter. Daraus resultiere aber auch, dass sie in manchen Belangen privilegiert werden. Denn in den städtischen Außenbereichen dürfe eigentlich nicht gebaut werden. Ausnahmen gebe es beispielsweise für Landwirte, Stromanbieter und eben auch Mobilfunkanbieter. „Die Firmen haben einen Rechtsanspruch darauf“, sagt Wagner, und Leonhard Groß fügt hinzu: „In solchen Fällen stehen wir – sofern alle Auflagen erfüllt sind – in der Genehmigungspflicht.“ Am vergangenen Montag stand das Thema auf der Tagesordnung der Ortschaftsratssitzung. Es handelte sich um eine reine Kenntnisnahme, erklärt Groß. „An sich ist die Angelegenheit durch.“ Dementsprechend sei die Angelegenheit in etwa drei Minuten besprochen gewesen – protestierende Bürger habe es nicht gegeben.

Einwendungen habe es im Vorfeld jedoch gegeben, erzählt Wagner. Diese wurden aber als unberechtigt zurückgewiesen. Momentan warte die Stadtverwaltung nur noch darauf, dass die Deutsche Funkturm GmbH einen Nachweis erbringt, durch den die Rückbauverpflichtung gesichert wird. Dann aber bekomme das Unternehmen von der Stadt grünes Licht. Wann genau es dann mit dem Bau der Funkübertragungsstation losgeht, steht noch nicht fest.