Burgstetten investiert fast vier Millionen Euro

Erster Haushalt nach dem neuen kommunalen Haushaltsrecht einstimmig verabschiedet – Eine Kreditaufnahme ist in diesem Jahr nicht erforderlich

Die kleine Gemeinde Burgstetten wird in diesem Jahr mit über 3,8 Millionen Euro so viel investieren wie noch nie. Das geht aus dem Haushalt 2018 hervor, den der Gemeinderat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen hat. Es ist der erste Etat, den die Gemeinde nach den Vorgaben des neuen kommunalen Haushaltsrechts aufgestellt hat.

Von Florian Muhl

BURGSTETTEN. Die Finanzlage ändert sich durch den neuen doppischen Haushalt nicht, machte Irmtraud Wiedersatz zu Beginn ihrer Rede klar. „Die Kommune hat dadurch nicht mehr, aber auch nicht weniger Geld zur Verfügung“, so die Bürgermeisterin. Letztendlich werde es aber schwerer sein, durch die zu erwirtschaftenden Abschreibungen und die Verzinsung des Anlagekapitals einen Haushaltsausgleich herbeizuführen oder sogar einen Überschuss zu erwirtschaften. Wiedersatz scheint dem kameralen Haushalt nachzutrauern. „Ich finde den neuen unübersichtlich und schrecklich“, sagte sie. Diesen überhaupt erstmals zu erstellen, sei eine „Herkulesaufgabe“ gewesen, die Kämmerin Manuela Klabunde und ihr Team gemeistert hätten.

Um fast vier Millionen Euro ausgeben zu können muss die Gemeinde in den Sparstrumpf greifen und rund 330000 Euro entnehmen. Aus dem Ergebnishaushalt stehen als Zahlungsmittelüberschuss etwas mehr als 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Eine Kreditaufnahme ist nicht erforderlich. Die größte Maßnahme in diesem Jahr ist der Umbau und die Erweiterung der Gemeindehalle Burgstall. Eine Million Euro sind dafür eingeplant. Dafür erhält die Gemeinde insgesamt 460000 Euro an Fördermitteln.

In der Halle Erbstetten sollen die Tische und Stühle für 35000 Euro erneuert werden. Im Kernzeitenraum der Grundschule Burgstall ist laut Wiedersatz der Einbau einer Küche erforderlich, damit die Kernzeitenkinder dort ihr Mittagessen einnehmen können. Dafür sind 10000 Euro vorgesehen. „Da die Sommer immer heißer werden und sich die Räumlichkeiten im Kindergarten Burgstall doch sehr schnell aufheizen, sollte eine Außenjalousie angebracht werden“, so die Bürgermeisterin. Dafür sind 7000 Euro fällig. In beiden Kindergärten in Burgstall werden Spielgeräte für unter dreijährige Kinder im Außenbereich benötigt (20000 Euro). Um weitere unter dreijährige Kinder im Kindergarten Erbstetten aufnehmen zu können, bedarf es eines weiteren Schlafraumes. Aus diesem Grund soll der zweite Stock entsprechend umgebaut werden (65000 Euro). Für mobile Trennwände und mediale Ausstattung in der Schule werden pauschal 5000 Euro eingestellt. Außerdem sollen für die Pausenhöfe zwei Gartenhäuser für die Unterbringung von Spielgeräten beschafft werden (3000 Euro).

Im Rahmen der Dorfsanierung Burgstall soll der Kelterweg saniert werden (175000 Euro). Ferner sind für die Sanierung der Stützmauer Kelterweg 285000 Euro veranschlagt. Auch hier gibt’s jeweils Landeszuschüsse. Erhebliche Ausgaben fallen auch bei der Abwasserbeseitigung an (insgesamt 125000 Euro).

Für die Sanierung und Ausweitung der Europastraße hat Klabunde 680000 Euro eingeplant. Weitere 415000 Euro würden anfallen, wenn die Europastraße direkt an den Kreisverkehr angebunden würde. Weitere Investitionen: Beschaffungen im Bauhof (23000 Euro), Feuerwehr (60000), Planungsleistungen (40000), Straßenbeleuchtung/LED (20000 Euro).

Die Gesamtverschuldung der Gemeinde wird sich, wie Wiedersatz ankündigte, zum Ende diesen Jahres voraussichtlich auf 3,13 Millionen Euro belaufen, da im Eigenbetrieb Wasserversorgung rund 500000 Euro an Krediten aufgenommen werden müssen. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt dann 857 Euro.

Wie Kämmerin Klabunde sagte, die den Ergebnishaushalt erläuterte, wird mit einem Gewerbesteueraufkommen in Höhe von 590000 Euro gerechnet. Eine der größten Ausgabepositionen sind die Personalausgaben mit etwas über zwei Millionen Euro (30 Prozent der Ausgaben des Ergebnishaushalts).

Zum Schluss blickte die Bürgermeisterin noch in die Zukunft. So wird bei der Feuerwehr der Kauf eines Löschfahrzeuges mit rund 300000 Euro zu Buche schlagen. Zusätzlich werden Digitalfunkgeräte beschafft (15000), die Tore im Florian-Haus umgebaut (20000) und ein Einsatzleitwagen angeschafft (70000).

Aufgrund der gestiegenen Anzahl an Kindern unter drei Jahren soll im evangelischen Kindergarten in Burgstall eine Kleinkindgruppe eingerichtet werden (40000). In Erbstetten soll ein Baugebiet erschlossen und das Gewerbegebiet erweitert werden. Dringend notwendig ist auch die Sanierung von Straßen beispielsweise der Narzissenstraße in Burgstall und der Gartenstraße in Erbstetten.

„Eine sehr große Herausforderung wird die Sanierung des Freibades Erbstetten sein“, sagte Wiedersatz. Laut Freibadstudie fallen Kosten in Höhe von 1,6 bis 1,8 Millionen Euro an. Am derzeitigen Spendenstand in Höhe von rund 78000 Euro sieht man, „dass die Bevölkerung ebenfalls hinter diesem Projekt steht“, so die Bürgermeisterin. Ihr größter Wunsch wäre deshalb, „dass sich der Gemeinderat im Sommer für die Sanierung des Freibades ausspricht und wir als Gemeinde einen Antrag auf Bezuschussung aus dem ELR-Programm stellen können“. Wie bei anderen Bädern zu erfahren war, erhielten diese aus dem ELR-Programm 500000 Euro als Zuschuss.