Großbrand vor fünf Jahren als Einstieg in Reportage

Feuerwehr-Magazin stellt in seiner aktuellen März-Ausgabe die Freiwillige Feuerwehr Backnang auf elf Seiten vor

Die große Feuerwehr-Magazin-Reportage über die Backnanger Feuerwehr erinnert auch an den Großbrand vor fünf Jahren in der Backnanger Wilhelmstraße. Foto: J. Fiedler

Von Florian Muhl

BACKNANG. Über elf Seiten erstreckt sich die Reportage, in der das bundesweit erscheinende „Feuerwehr-Magazin“ in seinem aktuellen März-Heft die Freiwillige Feuerwehr Backnang vorstellt. Autor Heino Schütte steigt mit dem Großbrand vom 10. März 2013 in der Backnanger Wilhelmstraße in seine Reportage mit der Überschrift „Katastrophe gemeistert“ ein. Bei dem Feuer vor fünf Jahren waren acht Personen einer türkischstämmigen Familie – eine Frau (40) und sieben ihrer zehn Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 16 Jahren – ums Leben gekommen. Drei Menschen konnten damals gerettet werden. Redakteur Schütte hat nach eigenem Bekunden erfahren, wie nachhaltig dieses Ereignis die rund 200 Brand- und Katastrophenschützer im Murrtal geprägt hat.

In einer ersten Stellungnahme hatte damals Kreisbrandmeister Andreas Schmidt besonders die schnelle Reaktion der Feuerwehr hervorgehoben, die nur sieben Minuten nach der Alarmierung bereits bei dem brennenden Wohnhaus eingetroffen sei. „Die Feuerwehr ist umgehend und unter hohem eigenem Risiko in das Gebäude eingedrungen, um Menschenleben zu retten. Dass wir nicht mehr Menschen retten konnten, erschüttert viele Kameraden“, so der Kreisbrandmeister. Kubilay Özcan gehört zu den vielen stillen Helden der Brandkatastrophe. Der türkischstämmige Feuerwehrmann nahm damals eine segensreiche Stelle ein. Er tröstete, übersetzte, betreute, vermittelte, hielt Kontakt mit türkischen Medien, erklärte, stellte klar... „Özcans Einsatz trug sehr dazu bei, dass seitens der türkischen Gemeinde und der Medien keinerlei Vorwürfe gegen die Feuerwehr auftauchten“, schreibt der Feuerwehr-Magazin-Reporter. Das Schicksal will es, dass just an dem Oktobertag im vergangenen Jahr, an dem Schütte die Wehr in Backnang besucht, die gesamte Feuerwehr Backnang früher als geplant in die Innenstadt gerufen wird. In der Nacht hatte Kommandant Marcus Reichenecker Vollalarm für alle Abteilungen auslösen lassen. In der Eduard-Breuninger-Straße brannte es in einem verschachtelten Gebäudekomplex, in dem sich auch das Traumpalast-Kino befindet. Im Verlauf des Einsatzes wurden diese Meldungen glücklicherweise nicht bestätigt.

„Wäre der Notruf Minuten später eingegangen, hätte sich möglicherweise jener Großbrand mit tragischen Folgen wiederholt, der vor fünf Jahren Backnang international in die Medien brachte“, so Schütte. Beeindruckt von diesem Erlebnis schreibt der Autor weiter: „Obwohl vielen die Anstrengung des jüngsten Altstadt-Einsatzes in diesem Moment noch anzusehen sind, steht fast die komplette Freiwillige Feuerwehr Backnang eine Stunde später vor der historischen Kulisse des Stiftshofes für unser Gruppenbild parat.“

In seiner umfangreichen Reportage, die er mit 37 Farbfotos bebildert, erfährt der Leser beispielsweise, wie die Backnanger Wehr aufgebaut und untergliedert ist, dass eine Bürgerinitiative den geplanten Standort für das Feuerwehrhaus Backnang-Süd verhindern will und wie erfolgreich die Backnanger bei der Nachwuchsarbeit sind. Der Autor beschreibt die Fahrzeuge der Backnanger Wehr und sagt, warum das Wechselladerfahrzeug (WLF) „der größte Star im Fuhrpark“ ist. Zudem beschreibt er die Notfallstation, die im Fall eines Unglücks in einem Atomkraftwerk zum Einsatz kommt (wir berichteten).

  Das Feuerwehr-Magazin 3/2018 (März) ist zum Preis von 5,50 Euro im Handel (Supermärkte, Bahnhofsbuchhandlungen, Tankstellen) erhältlich.