Fast wie im eigenen Wohnzimmer

Die Weinstube Schmiede in Backnang wird morgen wiedereröffnet – Weingärtnergenossenschaft Aspach hat Räume gepachtet

In historischem Ambiente einen Wein trinken und eine Kleinigkeit dazu essen, das konnte man rund zehn Jahre lang in der ehemaligen Wohnung des Schmieds, der einst am Adenauerplatz in Backnang lebte und arbeitete. Die Familie Dietz hatte das Gebäude gekauft und mit ihrer schnuckeligen Weinstube für eine Besonderheit des gastronomischen Angebots in Backnang gesorgt. In den letzten Jahren war die Schmiede jedoch meist geschlossen. Nun haucht die Weingärtnergenossenschaft Aspach den Räumen neues Leben ein.

Lange Zeit war die Weinstube Schmiede am Backnanger Adenauerplatz ein beliebter Treffpunkt von Weinliebhabern. Diese Tradition wird wiederbelebt. Nun hat die Weingärtnergenossenschaft Aspach die Räume gepachtet. Die Weinstube feiert morgen Wiedereröffnung. Wirtin ist Christine Reber (Mitte). Für die Weingärtnergenossenschaft Aspach stoßen Joachim Schöffler und Michaela Perini mit ihr auf das neue Projekt an. Foto: A. Becher

Von Ingrid Knack

BACKNANG. Doris und Albert Dietz, die die Weinstube ungefähr ein Jahrzehnt lang mit viel Herzblut betrieben haben, ist die Arbeit dort irgendwann einmal zu viel geworden. War dies doch auch nicht ihre Hauptbeschäftigung. Unvergessen sind aber die Stammtische des Albvereins, das gemütliche Beisammensein nach Stadtführungen oder Wanderungen und die fröhlichen Stunden in einem der ältesten Häuser Backnangs beim Tulpenfrühling oder beim Gänsemarkt, bei denen es zudem Schmiedevorführungen für die ganze Familie gab. Für Feiern konnte die Weinstube ebenso gebucht werden. Albert Dietz, der die Weinstube in den vergangenen Jahren nur noch ab und zu öffnete, suchte einen Pächter und fragte bei der Weingärtnergenossenschaft Aspach an – und stieß auf offene Ohren.

Erreicht wurde damit, dass die Schmiede wieder zu einem Stück gastronomischer Kultur in Backnang werden kann. Und: In dem historischen Gebäude mit dem außergewöhnlichen Ambiente sollen in Zukunft auch besondere Weinevents stattfinden, erzählen Joachim Schöffler und Michaela Perini von der Weingärtnergenossenschaft Aspach, die beide anerkannte Berater für deutsche Weine sind. Sie haben sich Christine Reber als Wirtin mit ins Boot genommen, an sie wurde die Weinstube unterverpachtet. Das Konzept ist, dass Reber in den ersten zwei Wochen eines Monats immer donnerstags und freitags ab 18 Uhr und samstags von 9.30 bis 13 Uhr geöffnet hat. „Die dritte und vierte Woche im Monat ist frei für Weinproben und Weinevents“, erklärt Perini. Die Weingärtnergenossenschaft ist außerdem bei Backnanger Aktionstagen wie Tulpenfrühling, Gänsemarkt und Weindorf für die Weinstube verantwortlich. Auch Traditionen wie Stammtische und ein Abschlusstrunk etwa nach Stadtführungen sollen beibehalten werden.

Ein Lokal selbstständig zu führen, ist für Christine Reber eine Premiere. Wenngleich sie schon viel Erfahrung als Angestellte im gastronomischen Bereich gesammelt hat. Neben kleinen kalten und abwechselnden warmen Gerichten mit Zutaten aus der Region ist freilich die Weinkarte das Herzstück des Angebots. Und Samstags gibt’s Frühstück. „Die Weinkarte wechselt permanent“, sagt Joachim Schöffler. Vom normalen Viertele über Premiumweine bis hin zum Sekt reicht die Auswahl. Im Sommer ist eine Außenbewirtschaftung angedacht.

Sitzt man in einem der gemütlichen Räume, fühlt man sich fast wie im eigenen Wohnzimmer. An der Wand hängen passenderweise Deko-Utensilien wie eine Wengerterrätsche oder eine Weinrebe, und gleich am Eingang steht ein Barriquefass. Reber: „Wir fühlen uns wie daheim. Man geht unheimlich gern hierher.“ Dass auch die Gäste das sagen, das ist der Wunsch der neuen Betreiber.