28 Frosttage – aber auch viel Sonnenschein

Der Februar 2018 gehört zu den fünf kältesten der vergangenen 30 Jahre – Start in den meteorologischen Frühling: Erst eiskalt, dann milder

Ein so frostiges Februar-Ende wie jetzt sei ungewöhnlich, heißt es vom Deutschen Wetterdienst. Die Nacht zum Dienstag sei in Deutschland die kälteste Nacht des Winters gewesen. Im Rems-Murr-Kreis hat sich der vergangene Monat nach dem milden Januar und Dezember wieder einmal als richtig kalter Wintermonat gezeigt. Zudem gehörte er zu den sonnigsten und trockensten Februar-Monaten der vergangenen Jahrzehnte. Die gute Nachricht: Nach sibirischem Frost kommt spanisches Feuer.

Von Yvonne Weirauch

BACKNANG. Am vergangenen Donnerstag stand im Kalender: meteorologischer Frühlingsanfang. Nun gut. Die Kleider konnten wir uns noch nicht gleich vom Leib reißen. Da wurden eher noch Winterjacke, Stiefel, Handschuhe, Mütze und Schal bevorzugt. Ein Kaltstart in den März. Aber die Meteorologen geloben Besserung: Es werde milder und die Kältefront verlasse uns.

Keine Frage – der Februar hinterlässt einen eisigen Eindruck. Die landesweite Durchschnittstemperatur lag mit minus 1,7 Grad Celsius um mehr als 3 Grad unter dem langjährigen Mittel. Dazu trugen neben dem andauernden Nachtfrost auch viele kalte Tage bei. Richtung Monatsende stellte sich auch in den wärmsten Regionen einige Tage lang Dauerfrost ein. Die Zugspitze verzeichnete mit minus 30,5 Grad am 27. sogar einen Minusrekord. So kalt war es dort Ende Februar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1901 noch nie.

Die Messstation Großerlach-Mannenweiler verzeichnete eine Durchschnittstemperatur von minus 3 Grad (vieljähriger Mittelwert: 0 Grad). Der kälteste Tag wurde am 28. Februar mit minus 15 Grad gemessen. Insgesamt wurden 28 Tage Frosttage angezeigt – der Februar als Gefrierfach. Bodenfrost gehörte ebenfalls dazu. In den letzten drei Februar-Tagen und damit auch pünktlich zum meteorologischen Ende der Wintersaison 2017/2018 geschah etwas, was es den kompletten Winter über noch nicht gegeben hatte: Es gab richtige Eistage, also Tage, an denen das Thermometer ganztägig nicht in den positiven Temperaturbereich stieg.

Niederschlag war eher Mangelware, wobei dieser mal als Schnee, aber auch als leichter Regen fiel. Die Niederschlagshöhe des Monats lag nach Angaben der Großerlacher Messstation bei rund 27 Millimeter (vieljähriger Mittelwert: 79,6 Millimeter). Der 15. Februar ist mit fast 7 Millimeter der Tag mit der größten Niederschlagshöhe. An 22 Tagen erfreute einige Schlittenbegeisterte vereinzelt eine Schneedecke. An 7 Februar-Tagen fielen immerhin noch weiße Flocken vom Himmel – mal mehr, mal weniger, aber so, dass der Schnee bei den frostigen Temperaturen zumindest länger liegen blieb.

So eisig und kalt sich die Tage auch zeigten – die Sonne verbreitete hin und wieder auch das Gefühl, dass der Frühling bald Einzug hält. Nach dem ausgesprochen trüben Verlauf des bisherigen Winters trumpfte der Monat mit viel Sonne auf. Deutschlandweit zählte der Februar zu den fünf sonnigsten seit Beginn der regelmäßigen Sonnenschein-Messungen im Jahr 1951. Die Messstation Großerlach meldet für die vergangenen Wochen fast 100 Sonnenstunden (vieljähriger Mittelwert: 79,5 Stunden). Am 24. Februar ließ sich die Sonne fast 10 Stunden blicken. Insgesamt wurden 18 Tage mit dieser angenehmen Lichtquelle verzeichnet.

Kaltfront zieht ab,

warme Luft aus Südwesten

Mit Sonne ist in den kommenden Tagen weiter zu rechnen. Meteorologe Christian Kronfeldner: „Die Kaltfront zieht ab.“ So richtig heiß hergehen werde es noch nicht, aber nach heftigen Minusgraden stehen am Wochenende schon wieder zweistellige Plusgrade auf dem Programm. „Der sibirische Frost macht den Abgang und den Weg frei für warme Luft aus dem Südwesten“, so der Meteorologe. Es werde spürbar wärmer: Aber das sei auch keine Kunst. Nach den Minusgraden fühlten sich 8 Grad Celsius schon ziemlich kuschelig an. Am Neckar und an der Murr werden es morgen zwischen plus 7 und örtlich sogar plus 12 Grad. Nur ganz im Nordosten halte sich noch leichter Dauerfrost. Niederschläge könnten im Westen und Süden zeitweise noch für Probleme sorgen – also Achtung vor Glatteis. Ansonsten bleibt es auch am Montag bei sehr milden Aussichten.