Spektakuläre Bremer Aufholjagd zum 2:2 - «Unsere Mentalität»

Mönchengladbach (dpa) - Thomas Delaney wollte nur noch raus aus den eiskalten Schuhen.

«Ich hoffe, das war unser letzter Punkt im Schnee und dass wir nicht mehr auf solch einem eiskalten Boden spielen müssen», sagte der Mittelfeldspieler von Werder Bremen. Kurz zuvor hatte der dänische Nationalspieler mit seinem Kopfballtreffer (59.) die spektakuläre Aufholjagd der Hanseaten eingeleitet und damit die Basis für einen wertvollen Punkt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gelegt.

Am Ende retteten die Bremer nach 0:2-Rückstand bei Borussia Mönchengladbach ein völlig verdientes 2:2, das der eingewechselte Aron Johannsson mit seinem Treffer in der 78. Minute sicherte und damit den drohenden Sturz auf den Relegationsplatz verhinderte.

«Das ist schon stark, wie wir zurückgekommen sind. Wir standen schon mit dem Rücken zur Wand», befand Delaney. «Aber wir wollten auch die drei Punkte, dieses Selbstvertrauen haben wir», meinte der Däne. Auch Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede war völlig begeistert von der Leistung seines Teams. «Das war richtig gut, das ist unsere Mentalität».

Die Gladbacher lagen vor 52.211 Zuschauern im Borussia-Park schon scheinbar sicher mit 2:0 vorn. Denis Zakaria, der zur Pause wegen der Gefahr eines Platzverweises ausgewechselt werden musste, hatte schon nach fünf Minuten zum 1:0 getroffen, ein Eigentor von Niklas Moisander (33.) bescherte den Gastgebern gar den zweiten Treffer. «Wir haben viel investiert und auch nach dem ersten Gegentreffer hätten wir das 3:1 machen können», sagte Borussias Trainer Dieter Hecking.

Doch nach der Auswechslung von Zakaria musste mit Christoph Kramer auch der zweite Gladbacher defensive Mittelfeldspieler vom Platz. Der Weltmeister konnte wegen eines eingeklemmten Nervs in der Wade nicht weiterspielen. «Da fehlen dann zwei zentrale Spieler und die Stabilität war nicht mehr da», befand Borussias Sportdirektor Max Eberl.

Im Kampf um einen internationalen Startplatz war es für die Gladbacher ein Rückschlag. «Das muss uns natürlich ärgern. Mit einem Sieg hätten wir uns von den Mannschaften hinter uns absetzen können und wären vorne wieder reingerutscht», sagte Eberl. Am kommenden Samstag in Leverkusen geht es für die Gladbacher wohl um die letzte Chance, doch noch mal ans obere Tabellendrittel anzudocken.