Auch im sechsten Anlauf kein Dreier

Nach der 1:2-Heimpleite gegen Unterhaching sind Großaspachs Drittliga-Fußballer derzeit das schwächste Rückrundenteam

Vorne fehlt die Durchschlagskraft, hinten häufen sich die individuellen Patzer – insofern ist es kein Wunder, dass die Drittliga-Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach auch im sechsten Spiel im neuen Jahr vergeblich auf einen Dreier warteten und nach der 1:2-Heimpleite gegen die Spvgg Unterhaching nunmehr das schlechteste Rückrundenteam sind. „Wir haben derzeit eine schwierige Phase“, räumt Trainer Sascha Hildmann ein und fordert, „eng zusammenzurücken“.

Da keimte noch einmal Hoffnung auf: Joseph-Claude Gyau hat den Ball an Keeper Korbinian Müller vorbeigespitzelt und trifft zum 1:2.Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Fast sinnbildlich für die aktuelle Situation war das Abschlusstraining. Pascal Sohm erlitt bei einem Zusammenprall eine leichte Gehirnerschütterung und musste zugucken. Auch Sebastian Bösel kollidierte unglücklich mit einem Kollegen und brach sich das Nasenbein, konnte mit einer Maske allerdings mitmischen. Selbiges galt für Torwart Kevin Broll und Kapitän Daniel Hägele, die ihre starken Erkältungen auskuriert hatten. Dennoch gab’s im Vergleich zum 1:2 in Osnabrück vier Veränderungenin der Startelf. Für Sohm, Mario Rodríguez, Jannes Hoffmann und Sebastian Schiekbegannen Yannick Thermann, Timo Röttger, Michael Vitzthum und Nico Gutjahr.

„Wir hatten uns viel vorgenommen und sind gut reingekommen“, sagte Hildmann nach dem Abpfiff über die Anfangsphase, ohne zu verschweigen, dass den Offensivaktionen erneut die letzte Konsequenz und Präzision abging. Die Folge: Aspach hatte nur eine klare Chance. Joseph-Claude Gyau sauste bei einem Konter mit raumgreifenden Schritten durch das Mittelfeld und spielte dann einen öffnenden Pass auf die rechte Seite zu Thermann, der die Kugel aus guter Position weit drüber drosch. Es war die erste unglückliche Aktion des 24-Jährigen, die zweite führte zum 0:1. Orestis Kiomourtzoglou konnte ungestört flanken, doch Thermann hätte die Situation bereinigen können. Stattdessen bewegte er sich zu zögerlich zum Ball. Plötzlich bedrängte ihn Finn Porath von hinten, kochte ihn ab und spitzelte das Leder an Broll vorbei.

„Es zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Spiele, dass jeder Fehler sofort bestraft wird“, klagte Trainer Hildmann. Noch wäre es zu reparieren gewesen, doch neun Minuten später klingelte es im SG-Gehäuse erneut – und wieder war es kein Tor, gegen das kein Kraut gewachsen gewesen wäre. Los ging es erneut damit, dass die Gäste ungestört flanken durften. Und abermals endete es damit, dass die Bayern in der Mitte abgezockter waren. Obwohl um ihn herum die roten Trikots dominierten, köpfte Stephan Hain am langen Pfosten zum 2:0 ein. Es war sein 16. Saisontor, damit steht der Stürmer an der Spitze der Torjägerliste. Ein Garant für Treffer, wie ihn Großaspach seit Lucas Rösers Wechsel nach Dresden nicht mehr in seinen Reihen hat, womit eine weitere Erklärung für den aktuellen Negativtrend gefunden wäre.

Zur Pause stellte Hildmann aufs 4-4-2 um und wechselte mit Taxiarchis Fountas für Nico Gutjahr einen Kicker ein, der vor allem in der Offensive seine Stärken hat. Bevor der Grieche in der 67. Minute am 1:2 beteiligt war, indem er Brolls Abschlag auf dem linken Flügel in den Lauf von Gyau weiterleitete, der vor dem Keeper an den Ball kam und noch einmal für Hoffnung sorgte, hätten die Gäste auf 3:0 oder sogar 4:0 erhöhen können. Dass sie es nicht taten, lag an Aspachs Torwart, der zweimal gegen Hain rettete (58./65.) und den von Özgür Özdemir abgefälschten Schuss von Sascha Bigalke um den Pfosten lenkte.

Am Ende kam etwas Hektik auf. Weil er sich über eine Gelbe Karte für Fountas arg echauffierte, musste SG-Sportchef Joannis Koukoutrigas auf die Tribüne. Sein Team hatte nur noch eine Chance. Eine Flanke von Gyau köpfte Kapitän Hägele drüber.