Die Kommunikation ist das A und O

Das Interview: Der neue Fußball-Bezirksjugendleiter Antonio Agazio setzt auch stark auf die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs

Als neuer Bezirksjugendleiter der Rems- Murr-Fußballer hat Antonio Agazio einiges vor. Der 26-jährige kaufmännische Angestellte, der dem VfR Birkmannsweiler angehört, will in den nächsten drei Jahren seiner Amtszeit vor allem die Kommunikation mit den etwa 60 Vereinen, die mit Nachwuchsteams am Spielbetrieb teilnehmen, und auch mit den Staffelleitern verbessern.

Hat sich einiges vorgenommen: Der neue Bezirksjugendleiter Antonio Agazio.Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Aus welchen Beweggründen haben Sie sich dazu entschieden, für die Wahl zum Bezirksjugendleiter zu kandidieren?

Ich habe mich auf den Posten indirekt beworben. Einige Mitglieder des Bezirksvorstandes sind auf mich zugekommen und haben mich gefragt, ob ich Interesse hätte, diesen Posten zu übernehmen, da ich sehr engagiert bin und auch gerne organisatorische Aufgaben mache.

Zählt das Organisieren also zu Ihren Stärken?

Ja. Ich organisiere viel, bislang überwiegend soziale Projekte wie das Kärcher-Mitternachtsturnier, das in Winnenden jedes Jahr stattfindet. Bei dieser Präventionsmaßnahme für Jugendliche, um diese von der Straße zu holen, bin ich der Hauptorganisator.

Dann haben Sie also schon Erfahrungen im Umgang mit Jugendlichen gesammelt?

Genau, die Jugend liegt mir sehr am Herzen. Deswegen will ich im Bezirk ehrenamtlich tätig sein. Ich habe viele Familienmitglieder, die etwas im Jugendbereich machen. Mich fasziniert die Arbeit mit dem Nachwuchs wie die Talentförderung. Deshalb habe ich mich entschlossen, hier mitzuhelfen.

Was verbindet Sie mit dem Jugendfußball?

Mein Patenkind spielt aktiv Fußball. Außerdem habe ich durch meine Tätigkeit als Fußballschiedsrichter viel Kontakt mit dem Nachwuchs, denn ich pfeife viele Jugendspiele. Zudem schaue ich mir als Zuschauer auch das eine oder andere Spiel des Nachwuchses an.

Werden Sie auch weiterhin als Unparteiischer auf dem Platz stehen?

Ja. Ich pfeife zirka 100 Spiele in einer Saison und werde versuchen, das auch in Zukunft zu schaffen. Das wird eine Sache der Organisation sein.

Da wären wir bei der Zukunft. Worin sehen Sie Ihre Hauptaufgaben als Bezirksjugendleiter?

Wichtig wird es sein, den Spielbetrieb im Jugendbereich, so wie dieser jetzt ist, aufrechtzuerhalten. Das ist meinem Vorgänger gut gelungen, das möchte ich fortsetzen. Es sind viele gute Ansätze da, die ich gerne fortführen möchte.

Und wie wird die Kommunikation sein?

Ich möchte die Kommunikation mit und zwischen den Staffelleitern untereinander stärken, damit es zu keinen Missverständnissen kommen kann.

Welche Ziele haben Sie außerdem?

Ich möchte neue Leute gewinnen, in dem ich sie motiviere, mehr zu machen und vor allem im Ehrenamt zu starten. Zum Beispiel im Bezirksjugendausschuss, da kann ich Beisitzer nominieren. Ich will frischen Wind durch neue Mitarbeiter und neue Ideen hereinbringen. Ich bin einer, der selber anpacken möchte und nicht nur delegiert.

Wie wird sich das auch nach außen bei den Vereinen bemerkbar machen?

Ich will mich bei möglichst vielen Veranstaltungen sehen lassen, um zu zeigen, dass mir die Nähe zu den Vereinen sehr wichtig ist. Das ist das A und O, denn dank der Vereine bin ich Bezirksjugendleiter geworden.

In welchen Bereichen im Jugendfußball sehen Sie besonders Nachholbedarf?

Durch den Kennenlerntag mit den Staffelleitern habe ich den ersten Eindruck bekommen. Dort wurde mir verdeutlicht, dass die Kommunikation des bisherigen Bezirksjugendleiters (Anmerkung der Redaktion: Erhard Jochum) mit den Staffelleitern sehr gering war. Das hat für mich die höchste Priorität, um das schnell zu verbessern.

Was verbindet Sie als gebürtiger Backnanger noch mit Ihrer Heimatstadt?

Leider nicht mehr viel. Ich hatte drei Jahre lang die Eduard-Breuninger-Schule in meiner Ausbildung besucht, wohne jetzt aber in Winnenden.

Was war Ihre erste Amtshandlung als neuer Bezirksjugendleiter?

Ich hatte bislang noch keine Amtshandlung gehabt. Ich muss aber auch klarstellen, dass ich noch nicht richtig im Amt bin. Erst wenn ich beim Fußball-Bezirkstag am 16. März in Schornbach als Bezirksjugendleiter bestätigt werde, übe ich das Amt offiziell aus.