Der siebte Versuch, den Trend umzukehren

Großaspachs Fußballer fahren als krasser Außenseiter zum Baden-Württemberg-Duell der Dritten Liga nach Karlsruhe

Großaspachs Fußballer trudeln durch die Dritte Liga. Nach der Winterpause gab’s bei sechs Versuchen noch keinen Sieg. Und: Die kommenden Aufgaben sind auch nicht gerade einfach. Gleich morgen zum Beispiel geht es zum Ex-Zweitligisten KSC. Ab 19 Uhr trifft im Wildparkstadion die bisher beste Elf der Rückrunde auf das Team, das seit Weihnachten die wenigsten Punkte sammelte.

Trugen in jüngster Vergangenheit die eine oder andere Beule davon: Aspachs Fußballer. Während der angeschlagene Mittelfeldmann Sebastian Bösel morgen beim KSC ohnehin gelbgesperrt fehlt, will Michael Vitzthum mit der SG bei seinem Ex-Verein die Trendwende schaffen. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Angesichts von elf Zählern Vorsprung auf den Drittletzten Chemnitzer FC (22 Punkte) sind die Verantwortlichen der SG Sonnenhof noch weit davon entfernt, in Panik zu verfallen. Glücklich über den Negativlauf ist im Fautenhau allerdings auch niemand. Die ohnehin nicht gerade gute Laune könnte sich am späten Mittwochabend sogar noch ein wenig verschlechtern. Der Tabellenelfte aus dem kleinen Großaspach muss beim Dritten aus der badischen Metropole Karlsruhe ran. Klar, dass die Schwaben als Außenseiter ins Baden-Württemberg-Duell gehen. Für Aufsichtsratsmitglied und SG-Mitbegründer Uli Ferber ein Fakt, dem er sogar noch etwas Gutes abgewinnen kann: „Vielleicht platzt ja dann der Knoten, wenn du es am wenigsten erwartest.“ Gelegenheiten zur positiven Überraschung hat Aspachs Team in naher Zukunft genug, wartet doch ein schwieriges Programm. Auf die Partie gegen den KSC folgt das Heimspiel gegen den vom Ex-Großaspacher Rüdiger Rehm gecoachten Vierten Wehen Wiesbaden. Dann fährt die SG zum Fünften Fortuna Köln, ehe es im Nachholspiel im Fautenhau gegen den vierten Aufstiegsaspiranten in Folge, Hansa Rostock, geht.

Bis dahin wird sich die personelle Situation bei der Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann vermutlich ein wenig entspannt haben. Fürs Spiel im Wildparkstadion sieht es dagegen eher schlecht aus. Die Mittelfeldspieler Sebastian Bösel sowie Joseph-Claude Gyau sind beide gelb- und Abwehrchef Julian Leist das letzte Mal rotgesperrt. Zudem fehlen die langzeitverletzten Felice Vecchione (Kreuzbandriss) und Alexander Aschauer (Mittelfußbruch). Bei Pascal Sohm (Gehirnerschütterung) wird dagegen gehofft, dass sich der Mann für die rechte Außenbahn wie sein Pedant auf der linken Seite, Jeff-Denis Fehr (Adduktorenprobleme), noch rechtzeitig für Karlsruhe fit zurückmeldet.

Hildmann weiß um die dünne Personaldecke, hält aber dagegen: „Von Jammern halte ich gar nichts. Wir müssen ganz eng zusammenrücken und haben in der Saison schon so manch schwierige Situation gemeistert. Das müssen wir jetzt auch tun. Egal, wie viele Spieler schlussendlich ausfallen.“ Dem 45-Jährigen ist bewusst, dass seine Elf „beim großen Karlsruher SC zu Gast ist und die Aufgabe alles andere als leicht wird“. Die SG Sonnenhof Großaspach sei aber bekannt dafür, dass sie in allen Bereichen immer alles gibt, erklärt der Trainer und fordert: „Das möchte ich am Mittwoch auf dem Feld sehen, völlig egal, ob es während der Partie Rückschläge gibt: Wir werden bis zur letzten Sekunde alles geben. Das haben wir im Hinspiel gezeigt und waren deshalb auch erfolgreich.“

In der Tat macht die Partie aus der Vorrunde durchaus Mut. Da schlugen die Schwaben dem Starensemble aus Baden um Liga-Rekordtorschütze Anton Fink, Torjäger Fabian Schleusener (13 Saisontreffer) und erfahrenen Ex-Bundesliga-Kickern wie Dominik Stroh-Engel, David Pisot sowie Daniel Gordon ein Schnippchen. 1:0 gewann der Außenseiter aus dem Fautenhau nach einem Treffer von Kapitän Daniel Hägele aus der 79. Minuten. Mittlerweile ist der Zweitliga-Absteiger aus der badischen Metropole allerdings in Schwung gekommen und unter Anleitung des in Nürtingen geborenen Trainers Alois Schwartz vom hinteren Mittelfeld auf den dritten Rang geklettert. Dagegen ist die SG auf den elften Platz zurückgefallen. Ein Grund zur Panik ist das zwar bei Weitem nicht, ein Anlass dafür, alles zu tun, um die Trendwende zu schaffen, aber schon.