China: Sind nicht der «Rivale» der USA

Peking (dpa) - China sieht sich nicht als «Rivale» oder «strategischer Wettbewerber» der USA. Diese Einschätzung, die auch in der neuen amerikanischen Verteidigungsstrategie enthalten ist, sei «grundlegend falsch», sagte Außenminister Wang Yi.

«China hat es nicht nötig und hat nicht die Absicht, die USA zu ersetzen», so der Minister auf einer Pressekonferenz am Rande der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Wenn es Wettbewerb zwischen China und den USA geben sollte, sollte dieser «gesund und positiv» sein.

Beide Länder hätten in ihren Beziehungen «einiges durchgemacht», aber Dialog und Kooperation hätten sich durchgesetzt. «Es kann keine Alternative geben.» Im Streit um seine Ansprüche auf Inseln im Südchinesischen Meeres übte der Außenminister aber gleichzeitig scharfe Kritik an den USA, deren Marine sich immer wieder den umstrittenen Inseln nähert, um demonstrativ für die Freiheit der Navigation in den strategisch wichtigen Seegebieten einzutreten.

«Einige Kräfte von außerhalb sehen die anhaltende Ruhe nicht gerne und versuchen, Ärger zu machen», sagte Wang Yi, ohne die USA direkt zu nennen. Mit schwer bewaffneten Flugzeugen und Kriegsschiffen zeigten sie Stärke. «Diese Militarisierung ist der größte destabilisierende Faktor in unserer Region.»

Umgekehrt werfen die USA aber China vor, mit dem massiven Ausbau von Militäranlagen auf den Inseln die Gegend zu militarisieren. China streitet mit seinen Nachbarn um die Inseln und sieht den größten Teil des Südchinesischen Meeres als seine Hoheitsgewässer an. Der internationale Schiedshof in Den Haag hat die Ansprüche 2016 aber als unrechtmäßig zurückgewiesen. In der Region liegen wichtige Schifffahrtswege und reiche Rohstoffvorkommen.