Helena Grau holt sich die Bronzemedaille

Judosportlerin der TSG Backnang überzeugt bei den deutschen Meisterschaften der Altersklasse U21 in Frankfurt an der Oder

Erfolg für die Backnanger Judokas: Leichtgewicht Helena Grau holte bei den deutschen Meisterschaften der Altersklasse U21 in Frankfurt an der Oder Bronze. Nur die Niederlage gegen Europa- und Vizeweltmeisterin Mascha Ballhaus verhinderte den Einzug ins Finale. Trainer Benjamin Lah ist aus dem Häuschen: „Helena hat jeden Kampf total dominiert. Es ist ihr erstes Jahr in der U21 und sie hat gezeigt, dass wir in Zukunft noch viel von ihr erwarten können.“

Die Backnangerin Helena Grau zeigt starke Leistungen. Foto: A. Becher

Von Katharina Klein

Bei den deutschen Meisterschaften der Erwachsenen zeigte Helena Grau im Januar schon, dass sie der älteren Konkurrenz gefährlich werden kann. Mit dem siebten Platz setzte die Kämpferin der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm ein vorläufiges Ausrufezeichen. Nun standen für die 17-Jährige die Meisterschaften der Altersklasse U21 an, für die sie sich mit dem ersten Platz bei den süddeutschen Titelkämpfen qualifizierte.

Diese bisherige Erfolgssträhne setzte sie fort. Nach 40 Sekunden lag ihre erste Gegnerin, Anika Potthoff, bereits fest in Graus Haltegriff gezwungen auf der Matte. Der Kampf war vorbei. Dieser schnelle Einstieg in den Wettkampf hatte Vor- und Nachteile für Grau: „Ich war davor ziemlich nervös. Dann ging der Kampf aber ziemlich schnell vorbei. Ich bin zum Glück trotzdem gut reingekommen“, schildert das Leichtgewicht.

Ähnlich flott ging es gegen Freya Wendt weiter. Zweimal gelang es dem Backnanger Eigengewächs, ihre Kontrahentin mit einem Fußfeger gen Boden zu befördern. Beide Male gab es eine Wertung dafür, die zusammen dann zum vorzeitigen Sieg führten. Im Halbfinale kam es in Form von Mascha Ballhaus daraufhin faustdick für Grau. Ein Umstand, der bei ihr zunächst für schlechte Stimmung sorgte: „Ich habe mich geärgert, weil das Lospech war.“ Ballhaus’ Erfolgsliste ist lang: Dritte auf den deutschen Meisterschaften in diesem Jahr, Vizeweltmeisterin und Europameisterin in der Altersklasse U18. „Wir haben davor schon gewusst, dass das anstrengend wird“, sagt Trainer Lah. Prompt geriet Grau in Rückstand. Dann aber wachte sie auf: „Helena hat in der darauffolgenden Minute gut gekämpft, im Griff alles gut gehalten und total dominiert.“ Vollständig konnte Grau Ballhaus allerdings nicht Paroli bieten. Sie flog ein weiteres Mal, Ballhaus bekam noch eine Wertung und der vorzeitige Sieg stand fest. Danach war für die Backnangerin klar: „Den Kampf um Platz drei darf ich nicht verlieren.“ So kam es tatsächlich. Gegnerin Vanessa Natoli hatte keine Chance. „Es war sehr deutlich, dass Helena gewinnt. Das war keine Frage“, beurteilt der Coach. Denn schon nach ein paar Sekunden sah sein Expertenauge, dass Natoli deutlich unterlegen war. Grau nutzte die Gunst der Stunde, setzte zum Hüftwurf an und fixierte ihre auf der Matte liegende Gegnerin dann in einem Würgegriff.

„Sie hat den dritten Platz wirklich verdient. Sie hat am Wochenende einen Schritt nach vorne gemacht. In Zukunft können wir auch international einiges von ihr erwarten.“ Nicht nur in Hinblick auf den internationalen Thüringen-Pokal in zwei Wochen, bei dem Grau startet, sagt Lah deshalb auch: „Es ist wichtig für mich, dass wir genau so weiterarbeiten wie bisher. Wir haben noch viele Reserven und Verbesserungspotenzial, an dem wir jetzt arbeiten werden.“ Für Grau selbst wird das Turnier etwas Besonderes, denn es ist ihr erstes internationales in der Altersklasse U21. Deshalb sieht sie ihrer Teilnahme bisher noch locker entgegen: „Ich weiß gar nicht, was ich erwarten soll.“ Für Graus Vereinskameraden Andre Strässer lief es bei den deutschen Titelkämpfen schlechter. Er schied nach einem verlorenen Kampf aus. So erging es auch Robin Angerer, der zeitgleich beim U-18-European-Cup in Zagreb antrat und nur einmal randurfte.