Ein Film für das Turnen und für die TSG

Rührige Abteilung des Backnanger Vereins hat Imagespot gedreht, der Begeisterung für die Sportart weckt – Premiere am Mittwoch

Ein Imagespot auf künstlerisch anspruchsvollem Niveau, der eine Geschichte erzählt. Die Turner der TSG Backnang wollen innerhalb von 60 Sekunden die Sportart präsentieren und andere damit begeistern. Die beiden Hauptdarsteller sind Sportler der Abteilung, die für diesen Spot eine komplette Filmcrew ins Boot geholt hat.

Hinter den Kulissen in der Karl-Euerle-Halle: Die Aufnahmen vom Sprung wurden mittels eines Greenscreens gedreht. Foto: C. Cocks

Von Sarah Schwellinger

Stille, Anspannung, Ruhe, Konzentration auf sich selbst. Ein letztes Mal tief durchatmen. Es folgt der Sprung über den Tisch, der höchste Konzentration fordert. Der Turner zimmert die Übung in den perfekten Stand. Die Halle tobt. Jubel, Freudenschreie, sich in den Armen liegen.

Stolz zeigen die Verantwortlichen die ersten Szenen: Die TSG-Turner haben in Kooperation mit Studenten der Hochschule der Medien Stuttgart einen Imagespot gedreht, in dem sie anderen zeigen wollen, wie beeindruckend der Sport ist. „Wir hoffen, dass wir damit junge Leute fürs Turnen begeistern können“, sagt Christopher Cocks, der die Idee hatte. Er hat den sportlichen Weg seines Sohnes vom Minicup bis in die Dritte Liga miterlebt: „Die Jungs und Mädels kriegen nicht nur den Sport nähergebracht, sondern erfahren Gemeinschaft, Zusammenhalt, wertvolle soziale Aspekte. Sie erfahren dort Heimat.“ All das, gepaart mit der Ästhetik und den Emotionen, die das Turnen mit sich bringt, haben die Macher nun in einen Clip von 60 Sekunden gepackt. „Es ist ein Film über das Turnen und die TSG im Speziellen“, so Cocks.

Binnen einer Minute wird in beeindruckenden Bildern gezeigt, wie die Sportart einen Athleten prägt, was es bedeutet, ein Turner zu sein. Dafür wurde ein Sechskämpfer gebraucht, der eben diese Entwicklung bei der TSG mitgemacht hat. „Es musste jemand her, der alle sechs Geräte gut turnen kann“, erklärt Cocks. Dass die Wahl am Ende ausgerechnet auf seinen Sohn Jonathan fiel, sei nicht der Plan gewesen. Den jungen Turner im Clip verkörpert Tobias Hofmann, der wiederum von Jonathan Cocks trainiert wird.

Niklas Straub schrieb das Drehbuch. Christopher Cocks lernte den Steinbacher zufällig kennen, war sofort von dessen Arbeit begeistert und gab ihm Produktion und Regie für den Clip in die Hand. Mit ins Boot für die Bildgestaltung holte Straub Lauritz Raisch. Die beiden sind Studenten an der Stuttgarter Hochschule der Medien, haben ein zehnköpfiges Team für die Produktion zusammengestellt. Mit Turnen hatten beide davor nicht viel am Hut: „Wir sind das aus künstlerischer Sicht angegangen“, erklärt Straub. Für sie war sofort klar, dass sie die Geschichte szenisch darstellen wollen: „Wir verstehen uns als Geschichtenerzähler und Filmemacher.“ Sie kümmerten sich um die Vorbereitungen, das Sponsoring, ums Equipment. Alles eine Frage des Budgets, denn Filme sind eine teure Sache: „Wir als Verein waren interessiert daran, so eine Idee auch in die Tat umzusetzen und haben auch Geld in die Hand genommen“, bekräftigt Abteilungsleiter Rainer Böhle. Am Ende sei er positiv überrascht worden, was die Jungs auf die Beine gestellt haben. Gedreht wurde an zwei Tagen im Dezember in der Karl-Euerle-Halle. Das war auch für Turner und Teilzeitschauspieler Jonathan Cocks eine neue Situation. Zwei Tage, sechs Geräte – viele Übungen müssen wegen Kamera- oder Lichteinstellungen wiederholt werden. „Es war eine große Herausforderung, die Bewegungen einzufangen und das, was in der Halle los ist“, so Raisch. Doch das ist dem Team gelungen: mit Sound, mit Licht. Neben dem natürlichen Licht durch die Hallenfenster schufen die Kreativen eine dunkle Atmosphäre. „Es unterstreicht die Stimmung des Turners“, erklärt Straub. Wenn sich der Turner auf sich selbst konzentriert, die Welt um sich herum ausblendet, wird die Welt um ihn herum ein wenig dunkler. „Dann kommt der Sprung und die Erleichterung.“

Ein Clip, wie sie ihn produzierten, gibt es noch nicht – da sind sich die Studenten einig: „Wir haben während der Vorbereitung viele gut gemachte, qualitativ hochwertige Clips gefunden“, so Raisch, „aber keiner hatte eine Geschichte.“ Ob Christopher Cocks seine Idee gut umgesetzt sieht? „Absolut. Ich war sofort Feuer und Flamme.“ Auch vom Verein gibt es großes Lob: „Das ist super geworden.“

  Am Mittwoch, 18. April, um 18.30 Uhr feiert der Imagespot im Universum-Kino in Backnang seine Premiere. Mit dabei sind Abteilungsleiter Rainer Böhle, Ideengeber Christopher Cocks, Produzent Niklas Straub und Kameramann Lauritz Raisch, die den Clip erklären und Hintergrundinfos liefern.