Alba für Aufräumarbeiten in Startlöchern

Noch hat die Polizei das verwüstete Gelände nicht freigegeben – Brandursache weiter unklar

Grau liegen die Wolken über der vom Brand verwüsteten Lagerhalle. Fünf Tage nach dem Brand beim Entsorgungsunternehmen Alba haben die Aufräumarbeiten noch nicht begonnen. Die Kriminalpolizei ermittelt. Ein Sachverständiger wurde eingeschaltet. Angesichts des Bilds der totalen Verwüstung ist es für einen Laien kaum vorstellbar, dass unter Tonnen von Schutt und Asche verwertbare Spuren zu finden sein könnten.

Die Decke ist eingestürzt. Träger werden angehoben, um die Brandursache zu suchen. Foto: B. Büttner

Von Jutta Pöschko-Kopp

WAIBLINGEN. Noch immer gibt es keine Anhaltspunkte, was den Großbrand im Eisental ausgelöst haben könnte. Nach Angaben von Holger Bienert vom zuständigen Polizeipräsidium Aalen sind Sachverständige vom Landeskriminalamt und der Versicherung eingeschaltet, aber die Untersuchungen könnten sich in solchen Fällen über Wochen oder gar Monate hinziehen. Jetzt sind erst mal die Bagger dran. „Um die Brandursache zu ermitteln, muss das eingestürzte Dach an verschiedenen Stellen angehoben werden“, erklärt Alba-Chef Michael Stutz.

An diesem Dienstag soll darunter die eingestürzte Halle nach verwertbaren Spuren abgesucht werden. Auch Michael Stutz hat keine Vorstellung über die Ursache des Feuers. Vor Jahren habe es an einer Stelle auf dem Firmengelände mal gebrannt – laut Stutz war damals in einem Müllwagen ein Brandnest von außen aufs Firmengelände getragen worden.

So unklar die Brandursache, so ungewiss ist derzeit auch die Schadenshöhe. Sobald die Polizei die Halle freigibt, sollen Statiker die Schäden an den einzelnen Bauteilen ermitteln. „Die Frage ist, was noch verwendet werden kann“, sagt der Alba-Geschäftsführer. Wie beim Feuer im Bürgerzentrum hat die Brandwand das Feuer aufgehalten.

Jenseits dieser Wand sieht’s gut aus, meint Stutz. Verhalten optimistisch gibt er sich auch bei den Betonträgern: Möglicherweise seien nicht alle Träger kaputt, sagt er mit Blick über die Halle. „Wir hoffen, dass wir diese Woche noch mit den Räumarbeiten beginnen können.“

Das aber bestimme die Polizei. „Wir sind auf jeden Fall gewappnet: Sobald die Polizei das Areal freigibt, können wir mit den Aufräumarbeiten beginnen.“ Während das verbrannte Lager noch auf die Gutachter wartet, geht auf dem restlichen Firmengrundstück der Betrieb weiter. „Wir arbeiten alle“, sagt Stutz. Die Mülllaster waren vom Brand nicht betroffen, der Müll werde nach Plan bei den Kunden abgeholt und an andere Firmenstandorte wie am Stuttgarter Hafen oder zu Partnerfirmen transportiert. „Es ist ja nur die eine Halle betroffen“, stellt auch Henning Krumrey, Leiter der Abteilung für Politik und Kommunikation bei Alba Berlin, fest. „Wir müssen umorganisieren. Aber für die Kunden geht es unverändert weiter.“ Das hätte sich am vergangenen Mittwoch kaum einer vorstellen können. Wie berichtet, war das Feuer morgens gegen 9.30 Uhr in der Lagerhalle ausgebrochen, in der Papier, Kunststoffabfälle, Altbatterien und ausgediente Spraydosen gelagert waren. Feuerwehr, Rettungsdienst sowie Polizei waren im Großeinsatz, das Eisental wurde großräumig gesperrt. Wegen des Feuers stürzte die Hallendecke ein.

Die Feuerwehr entschloss sich später dazu, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung mussten Türen und Fenster im erweiterten Umkreis geschlossen werden. Die Entwarnung kam noch am selben Abend: Trotz der dunklen Rauchsäule habe zu keinem Zeitpunkt eine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung bestanden, teilte die Feuerwehr mit. Alle Messergebnisse lagen weit unter den jeweiligen Grenzwerten. Gemessen wurde im nahen Wohngebiet Schänzle sowie auf dem Schmidener Feld. Dabei entnahmen Spezialisten Proben von Luft und Wasser, außerdem führten sie „Wischproben“ durch – etwa, um Gemüse auf Ablagerungen zu untersuchen.