Historische Brücke schlägt Wellen

Landkreis will schadhaftes Bauwerk sanieren – Initiative fürchtet um denkmalgeschütztes Objekt

Setzen sich gemeinsam für den Erhalt der Baacher Natursteinbrücke ein (von links): Wolfgang Lenz (Sprecher der Bürgerinitiative), Karl Layer (betreibt eine Fischerei mit Fischerstüble in Baach), Anwohner Christian Langhammer, der ehemalige Weinstadter Oberbürgermeister und jetzige FDP/FW-Kreisrat Jürgen Hofer sowie Baubürgermeister Thomas Deißler. Foto: A. Palmizi

Von Armin Fechter

WAIBLINGEN. Das beschauliche Brückle, das in Weinstadt-Baach über den ebenso beschaulichen Schweizerbach führt, schlägt mächtig Wellen: Das historische Bauwerk weist laut Straßenbauamt beträchtliche Schäden auf und ist sanierungsbedürftig. Genau daran zweifelt aber eine Bürgerinitiative. Sie will verhindern, dass die denkmalgeschützte Gewölbebrücke verkehrstechnischen Anforderungen zum Opfer fällt. Die Kreistagsfraktion der Grünen sieht daher vor einem Sanierungsbeschluss noch Klärungsbedarf und fordert, das Vorhaben im Kreisstraßenmaßnahmenplan mit einem Sperrvermerk zu versehen.

In der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses kam das umstrittene Vorhaben aufs Tapet. Stefan Hein vom Straßenbauamt erläuterte die Schadensbilder und verdeutlichte, dass es im Moment noch nicht um konkrete Sanierungsvarianten gehe, sondern lediglich um die Feststellung, dass ein Verbesserungsbedarf besteht. Die 1880 errichtete Natursteinbrücke sei aber nicht für den heutigen Verkehr gebaut worden, fügte er an, sondern eher für Pferdefuhrwerke. „Die Ingenieure werden einen Vorschlag machen“, sagte Landrat Richard Sigel, die Maßnahme komme vor ihrer Realisierung noch einmal in den Ausschuss. Er versicherte: „Es ist nicht geplant, etwas Denkmalgeschütztes zum Einsturz zu bringen.“ Für Klaus Riedel (SPD) geht es dabei aber auch um die Frage, welchen Belastungen die Brücke ausgesetzt ist. „Die Standfestigkeit reicht noch für die Fahrzeuge, die drüber dürfen.“ Aber laut Riedel rollt bisweilen auch Schwerlastverkehr über das Bauwerk – was zwar nicht zulässig ist, aber wohl trotzdem passiert. Deshalb müsse man, so forderte er, Wege finden, um dies zu unterbinden. „Kein Mensch will, dass das Brückle zusammenbricht“, erklärte derweil Jürgen Hofer (FDP/FW). Der frühere Weinstadter Oberbürgermeister plädierte dafür, nicht mehr zu machen, als nötig ist. Für Christoph Jäger (CDU) steht fest: „Dafür gibt’s ingenieurtechnische Untersuchungen.“ Die solle man abwarten. Das Thema Brücke in Baach soll zu gegebener Zeit erneut aufgerufen werden.

Für die Sanierung einer anderen Brücke hat der Ausschuss grünes Licht gegeben. Dabei handelt es sich um ein Bauwerk im Zuge der K1850, die von der B14 nach Schwaikheim führt. Bei der 1966 errichteten Brücke gibt es Risse im Beton, Stücke sind abgeplatzt, Bewehrungsstahl liegt frei, Korrosion hat eingesetzt. Auch Schutzplanken und Geländer sind durch Korrosion geschädigt, und auch die Abdichtung auf der Oberseite hält nicht mehr. Laut Straßenbauamt kann eine Ausbreitung der Schäden nur durch bauliche Maßnahmen aufgehalten werden. Die Sanierungsarbeiten wurden für 390000 Euro in Auftrag gegeben. Dazu erhält der Landkreis einen Zuschuss vom Land in Höhe von 50 Prozent.

Abgesegnet hat der Ausschuss ferner eine Kostenbeteiligung an einem Vorhaben in Berglen in Höhe von 227600 Euro. Die Gemeinde will am Ortsausgang von Rettersburg in Richtung Öschelbronn ein Neubaugebiet mit einem Kreisel an die K1915 anschließen. Dabei wird auf einer Länge von rund 300 Metern in die Kreisstraße eingegriffen. Da der Landkreis ohnedies einen Ausbau der Straße anvisiert hat, soll dieser Teilabschnitt von der Gemeinde gleich mit realisiert werden.