Bau des Wasserwerks kann nun beginnen

Spatenstich für das Herzstück der neuen Weissacher Wasserversorgung – Standort nahe der Freizeitanlage „Auf der Forche“

Spatenstich für das künftige zentrale Wasserwerk der Gemeinde Weissach im Tal (von links): Geschäftsführer Thomas Böhret von der Firma Fritz Müller, Bürgermeister Ian Schölzel, Planer Hans-David Riker mit Bauingenieur Simon Fetzer, Gemeinderat Wilhelm König, Bauleiter Klaus Wiedmann, Gemeinderat Günter Sanzenbacher und Kämmerer Alexander Holz. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Der Startschuss für die letzte und zugleich wichtigste Etappe in der neuen Weissacher Wasserversorgung ist gefallen: Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Arbeiten am künftigen Wasserwerk Hohholz begonnen – „ein bedeutendes Ereignis für Weissach im Tal“, wie Bürgermeister Ian Schölzel erklärte. Der Standort befindet sich unmittelbar neben dem alten Hochbehälter Hohholz und nicht weit von der Freizeitanlage „Auf der Forche“.

Die zentrale Anlage zur Wasseraufbereitung gilt als das Herzstück der gesamten Eigenwasserkonzeption. Dort läuft künftig das gesamte Rohwasser aus den Quellen und Tiefbrunnen der Gemeinde zusammen. Zudem besteht dort auch ein Anschluss an die Fernwasserversorgung der NOW (Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg). Das gibt dreifache Sicherheit, wie Planer Hans-David Riker vom Murrhardter Büro Riker und Rebmann sagte: „Wenn eins ausfällt, stehen immer noch zwei zur Verfügung.“ Aus diesem Grund hatte er sich schon früh im Planungsprozess dafür ausgesprochen, das Wasserwerk an diesem Standort zu errichten. Weissach befinde sich überdies dank des natürlichen Gefälles von den hoch im Wald liegenden Quellen in der glücklichen Lage, auch bei einem Stromausfall ohne den Einsatz von Pumpen noch Wasser zu haben.

Für ihre neue Wasserversorgung investiert die Gemeinde Weissach im Tal insgesamt 2,2 Millionen Euro. Bereits abgeschlossenen sind die Erneuerung der Tiefbrunnen, Quellleitungen und Quellfassungen sowie der Neubau des Wasserhochbehälters Alter Hau. Auf den jetzt anstehenden Bau des Wasserwerks entfallen nach der Kostenschätzung 870000 Euro netto, hinzu kommen für den Bau von Leitungen aus Richtung Wattenweiler 520000 Euro netto. Das Land Baden-Württemberg fördert das Vorhaben mit einem Betrag von 284800 Euro. Laut Bürgermeister und Planer passen die Baukosten nach den bisherigen Vergaben zu den Schätzungen, wobei, wie Bauingenieur Simon Fetzer von Riker und Rebmann sagte, noch letzte Gewerke zu vergeben sind. Richtig losgehen mit den Arbeiten soll es, so Geschäftsführer Thomas Böhret von der Backnanger Firma Fritz Müller, im September, derzeit laufen verschiedene Vorarbeiten. Unter anderem wurde eine Baustraße angelegt, die um den bestehenden Hochbehälter herumführt. Die Bauzeit ist auf 14 Monate veranschlagt. Simon Fetzer hofft allerdings, schneller fertig zu sein: „Zwölf Monate würden wir gerne schaffen.“ Das läge auch für die Baufirma im Rahmen des Möglichen. Böhret wies allerdings darauf hin, dass zum Wasserwerk nicht nur die Hülle, sondern auch die technische Ausstattung gehört. Das neue Gebäude wird etwa vier Meter hoch. Es soll eine Holzfassade bekommen und teilweise mit Natursteinen verkleidet werden, damit es sich in die Landschaft einfügt.

Bürgermeister Schölzel erinnerte beim Spatenstich daran, dass sich der Gemeinderat nach langen, intensiven Diskussionen einstimmig für die Eigenwasserkonzeption entschieden hat. Es habe sich, so Schölzel, um eine „sehr rational begründete Entscheidung“ gehandelt. Als Alternative stand eine Beteiligung an der NOW-Konzeption im Raum.

Das Wasser der Tiefbrunnen bei Cottenweiler wird weiterhin zum Hochbehälter Alter Hau gepumpt. Von dort aus wird es künftig zum Wasserwerk Hohholz geleitet und mit dem etwas weicheren Wasser aus den Quellen vermischt.

Das Wasserwerk selbst ist mit einem Rohwasserbehälter, einem Vorfilter, einer Ultrafiltrationsanlage, einer UV-Desinfektion sowie einem kleinen Reinwasserbehälter zur Rückspülung ausgestattet. Über eine Reinwasserleitung wird das aufbereitete Wasser in die Hochbehälter Alter Hau und Hohholz geleitet und gelangt von dort in einheitlicher Qualität für die ganze Gemeinde ins Ortsnetz.