SG-Jubel nach überragender erster Hälfte

Aspachs Drittligafußballer feiern in Lotte ihren ersten Saisonsieg – Beim 2:0 erzielt Philipp Hercher beide Tore vor der Pause

Eine sehr gute erste Halbzeit, ein treffsicherer Philipp Hercher und ein Torwart Kevin Broll, der in den wichtigen Szenen seine Klasse zeigte: Drei Trümpfe, die der SG Sonnenhof Großaspach gestern Abend den ersten Saisonsieg bescherten. Verdient mit 2:0 gewannen die Drittligafußballer aus dem Fautenhau bei den SF Lotte. Beide Treffer erzielte Philipp Hercher bereits vor der Pause.

Sorgte mit seinen Treffern in der 25. und 35. Minute für Riesenjubel bei den Fans und seinen Mitstreitern: Philipp Hercher (rechts).Foto: S. Gelhot

Von Uwe Flegel

Für Trainer Sascha Hildmann stand zweifelsfrei fest, dass der Erfolg in Ordnung ging. „Überragend“, nannte er das, was die Elf aus dem Fautenhau in den ersten 45 Minuten ablieferte. Sein Gegenüber Matthias Maucksch empfand den Auftritt seines Teams bis dahin dagegen als „Frechheit.“ Beides zusammen ergab eine hoch verdiente 2:0-Führung für die Schwaben. Philipp Hercher war es, der mit seinen Treffern in der 25. und 35. Minute die fußballerische Überlegenheit der Gäste zahlenmäßig zum Ausdruck brachte. Beim ersten Tor leistete Makana Baku mit einem beherzten Solo im Mittelfeld und einem klugen Pass auf Timo Röttger die Vorarbeit. Zwar wurde Röttgers Versuch aus zehn Metern noch abgeblockt, doch der aus dem Hintergrund heranstürmende Hercher schlenzte den Ball von der linken Seite mit rechts hoch an den hinteren Innenpfosten und von dort zum 1:0 hinter die Torlinie.

Großaspach blieb nach der verdienten Führung dran und , attackierte die Hausherren früh. Das 2:0 in der 35. Minute war die fast logische Folge. Diesmal hatte Sebastian Bösel von der rechten Seite geflankt, Lottes Nico Neidhart den Ball mit dem Kopf abgewehrt und Hercher den Abpraller mit einem 17-Meter-Flachschuss trocken ins linke Eck gejagt.

Zur Halbzeit stellte SG-Vorstandsmitglied Philipp Mergenthaler zufrieden fest: „Wir machen eine sehr gute Partie und sind immer dann gefährlich, wenn wir das Spiel schnell machen.“ Richtig. Doch beeindruckend war auch, wie Aspach am Lotter Autobahnkreuz die Richtung vorgab und die Hausherren zunächst überhaupt nicht zur Entfaltung kommen ließ. Kapitän Julian Leist sah den Grund dafür in einer disziplinierten und geschlossenen Leistung der gesamten Elf: „Wir haben in der ersten Halbzeit genau das umgesetzt, was uns der Trainer vor der Partie mitgegeben hat.“

Das änderte sich nach der Pause. Lottes Trainer hatte mit Markus Piossek und Jaroslaw Lindner zwei erfahrene und offensivstarke neue Kräfte eingewechselt und Aspach sah sich plötzlich vermehrt im Rückwärtsgang. „Das hat mir nicht so gefallen. Wir waren zu früh im Verwaltungsmodus“, urteilte Hildmann. Verlassen konnte sich der Coach aber weiterhin auf eine starke Defensive, vor allem jedoch auf seinen Torwart Kevin Broll. Der verhinderte mit zwei, drei Klasseaktionen, dass die Westfalen zurück ins Spiel kamen. In der 48. Minute rettete Broll, als Tino Schmidt den Ball aus sechs Metern in Richtung Tor spitzelte. Seine größte Tat vollbrachte der Schlussmann aber sieben Minuten vor Schluss. Marco Hingerl war nach einer Flanke von Nico Neidhart an der Auslinie in Neidhart gerutscht und Schiedsrichter Justus Zorn hatte zum Ärger Hildmann auf Elfmeter entschieden. Es hätte noch einmal eng werden können, doch Aspachs Torwart parierte den Strafstoß von Jeron Al-Hazaimeh. In der Nachspielzeit war Broll dann erneut zur Stelle, als Sinan Karweina aus vier Metern scheiterte. Zwei dicke Dinger hatte allerdings auch die SG noch, doch erst scheiterte Baku mit einem Schlenzer aus zwölf Metern an Lottes Torwart Kroll (67.), dann wurde ein Schuss von Leist aus fünf Metern von Al-Hazaimeh abgeblockt.

Für Doppeltorschütze Hercher war jedenfalls klar, dass der Erfolg verdient war, da „wir in der ersten Halbzeit ein überragendes Auswärtsspiel gemacht haben“. Zu seiner eigenen Rolle sagte der vor der Saison vom Regionalligateam des 1. FC Nürnberg gekommene Mittelfeldspieler nur: „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte, aber Kevin Broll war auch überragend. Wenn der Elfmeter reingegangen wäre, hätte es noch einmal eng werden können.“