Erster Weltcupsieg für Viola Brand

Kunstradfahrerin des RSV Unterweissach setzt sich in Hongkong vor ihren beiden deutschen Teamkolleginnen durch

Kunstradfahrerin Viola Brand hat sich im Kampf um den Gesamtsieg in der Weltcupserie, die in dieser Saison ihre Premiere erlebt, zurückgemeldet. Nach dritten Plätzen im Februar in Prag und im Juni in Heerlen hatte die Sportlerin des RSV Unterweissach in Hongkong nun zum ersten Mal die Nase vorn. Die Entscheidung fällt beim doppelt zählenden Weltcupfinale in Erlenbach am 17. November.

Hatte beim Weltcup in Hongkong am Ende gut lachen: Kunstradfahrerin Viola Brand vom RSV Unterweissach. Archivfoto: Imago

Von Steffen Grün

„Wir freuen uns sehr über diesen ersten Weltcupsieg“, schreibt Mutter und Trainerin Heike Brand in einer kurzen SMS an die Sportredaktion unserer Zeitung. Ihre Tochter hatte sich bei den ersten beiden Wettbewerben jeweils hinter ihren deutschen Teamkameradinnen Milena Slupina aus Bernlohe und Maren Haase aus Hoffnungsthal anstellen müssen, nun drehte Viola Brand den Spieß um und gewann.

Und das, obwohl auch sie nicht fehlerlos geblieben war. Beim Handstand aus der Vorhebehalte musste die in Miedelsbach wohnende RSV-Kunstradfahrerin zu früh abbrechen, was zur Folge hatte, dass die gesamte Übung nicht zählte und 12,4 Punkte abgezogen wurden. Brand behielt die Ruhe und fuhr souverän weiter, bevor sie in den letzten 30 Sekunden ihrer Kür einmal kurz vom Rad musste. Das kostete sie zwei weitere Zähler. Sie schaffte es allerdings, die letzte Übung noch innerhalb der vorgegebenen Zeit zu präsentieren, womit sie den zweiten Platz sicher hatte.

Die amtierende Weltmeisterin Slupina hatte keinen guten Tag erwischt. Zweimal musste sie vom Rad, am Ende reichte die Zeit nicht mehr und zwei Übungen wurden komplett abgezogen. Viola Brand gewann mit 175,93 Punkten, den zweiten Platz sicherte sich Maren Haase (172,50). Milena Slupina musste sich mit 162,74 Punkten mit dem dritten Rang begnügen.

Für die für den RSV Unterweissach an den Start gehende Europameisterin und Weltrekordinhaberin war der Trip nach Hongkong aber nicht alleine wegen ihres Siegs gelungen, sondern auch wegen des ganzen Drumherums. Die Metropole mit ihren vielen Wolkenkratzern beeindruckte die 24-Jährige mächtig, überhaupt sei das Rahmenprogramm ziemlich interessant gewesen. An den vier Trainingstagen war der Platz pro Sportler zwar ein wenig eingeschränkt, weil gleichzeitig ein Trainingscamp des Hongkonger Radsportverbands stattfand, doch die vielen Begegnungen entschädigten dafür. „Es machte Spaß, mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu sein, auch mit deren Trainern“, schreibt Heike Brand: „Und wir konnten ihnen so manche Tipps für ein verbessertes Training geben.“

Nun richtet sich das Augenmerk von Viola Brand auf den Herbst und die dann anstehenden WM-Qualifikationen, bei denen sie selbstredend das Ticket für die Titelkämpfe lösen will. Ein schönes Zusatzbonbon wäre es, wenn sie mit einem Sieg beim Weltcupfinale in Erlenbach am 17. November auch in diesem Wettbewerb noch ganz nach vorne hüpfen könnte.