Wolf steigt in die Regionalliga auf

Profigolfer aus Backnang führt die Mannschaft GC Haghof zur Meisterschaft in der Oberliga

Michael Wolf steht vor den entscheidenden Saisonhöhepunkten. Foto: A. Becher

Von Michael Clauss

Michael Wolf feierte mit dem Golfclub Haghof in einem knappen Saisonfinale die Meisterschaft der Oberliga Süd. Wolf und Co. steigen in die Regionalliga, der dritthöchsten Spielklasse, auf. Der Backnanger steht zudem bei der Pro-Golf-Tour vor dem Saisonhöhepunkt.

Es war der Nervenkitzel, der dem Backnanger Golfprofi Michael Wolf so liegt. Mit der Mannschaft des Golfclubs Haghof lag er vor dem Saisonfinale auf dem zweiten Platz: Sollten doch noch die Sektkorken knallen, war nicht nur der Gewinn des Saisonfinals in Schwäbisch Hall vonnöten. Auch durfte dort der bis dato auf Meisterschaftskurs liegende Golfclub Heilbronn-Hohenlohe nicht besser als Platz drei ins Clubhaus kommen.

Und die Punktlandung gelang. Michael Wolf, der im Jahr 2014 mit dem GC Mannheim-Viernheim die Meisterschaft in der Ersten Bundesliga gewann, trumpfte beim Saisonfinale der vierten Liga groß auf. Mit 66 Schlägen lag der Profi auf dem Par-72-Kurs ganz vorne in der Tageswertung – er schrammte nur um einen Schlag am Platzrekord auf der Haller Anlage vorbei. „Auf der letzten Bahn ist der Putt ausgelippt“, ärgerte sich Wolf über den kleinen Schönheitsfehler, der aber die Meisterschaft hätte kosten können. Mit 526 Schlägen der in die Wertung kommenden sieben Spieler lagen die Haghofer gleichauf mit den Gastgebern. Über den Tagessieg entschied das bessere Streichergebnis zugunsten von Wolf und Co. Gleichzeitig patzte der Tabellenführer aus Heilbronn kurz vor dem Clubhaus: Auf der letzten Bahn kassierten zwei Spieler der Unterländer einen Bogey. Zwei meisterschaftsentscheidende Patzer: Denn nun lag in der Tageswertung der GC Haghof auch einen Schlag vor den Heilbronnern, die sich in der Tageswertung mit Platz drei zufriedengeben mussten. „Das war Nervenkitzel pur“, beschreibt Michael Wolf das doch noch glückliche Ende seiner Haghofer Mannschaft, die im nächsten Jahr in der Regionalliga abschlägt.

Vorher will der Backnanger aber noch auf der Profitour aufhorchen lassen: Es stehen die Saisonhöhepunkte an. Anfang September gibt es bei der Pro-Golf-Tour in Neu-Ulm ein neues Spielformat ganz nach dem Geschmack des Backnangers. Der Sieg wird im Matchplay-Modus ausgetragen. Statt den Sieger in der Addition von drei Golfrunden zu ermitteln, müssen sich die Spieler im K.-o.-Modus behaupten. „Mann gegen Mann, das liegt mir“, freut sich Michael Wolf auf das Testformat der Tour.

Dann könnte der Backnanger an der Donau seine Saisonbilanz weiter aufpolieren. Bei vier Starts schaffte er zweimal den Sprung in das Finale der besten 40 Starter: in Liberec und in Glashofen-Neusaß. Sieben Birdies auf drei Platzrunden waren in Tschechien bereits eine gegenüber früher stark verbesserte Ausbeute. Im Odenwald steigerte sich Wolf gar auf elf Birdies und einen Eagle (zwei unter Par). Damit bewegt sich der 27-Jährige inzwischen auf Augenhöhe mit den Top-10-Platzierten der Tour. „Die vielen Birdies bringen mich im Tableau immer wieder weit nach vorne, jetzt muss ich nur noch die Bogeys reduzieren“, will Wolf die unnötigen Schlagverluste auf dem Platz abstellen. Denn nun stehen die entscheidenden Saisonhöhepunkte an: Neben Neu-Ulm hat der Backnanger das Tourfinale Ende September in Adendorf im Kalender stehen. Zudem geht es im September und Oktober in den Q-Schools um die Qualifikation für die Profitour im nächsten Jahr.