Kosmonauten installieren Antenne für Icarus-Projekt auf ISS

Baikonur (dpa) - Zwei Kosmonauten haben die Internationale Raumstation ISS zu entscheidenden Vorbereitungsarbeiten für ein deutsch-russisches Forschungsprojekt verlassen.

Die beiden schwebten planmäßig in ihren Raumanzügen aus der ISS, wie bei einer Übertragung der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos zu sehen war. Bei dem knapp siebenstündigen Einsatz wollen die Russen Oleg Artemjew und Sergej Prokopjew eine Antenne an der Außenhülle der ISS anbringen, die entscheidend für das sogenannte Icarus-Projekt ist.

Ziel dieses Projektes ist es, Bewegungen von Tieren auf der Erde besser zu erfassen. Forscher wollen die Tiere mit Mini-Sendern ausstatten und mit Hilfe der ISS beobachten. Davon erhoffen sie sich Aufschluss etwa über Wanderungen von Zugvögeln, was zum Artenschutz beitragen soll. Zudem soll Icarus in der Zukunft als Frühwarnsystem etwa für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche dienen.

Das Projekt soll Anfang 2019 starten. Die Vorbereitungen dafür dauerten fast zwei Jahrzehnte. Beteiligt sind neben Roskosmos vor allem die Max-Planck-Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Universität Konstanz. Die deutschen Partner finanzieren die Entwicklung der Technik, die Russen kümmern sich um den Transport und die Installation im All.

Es ist der erste Außeneinsatz für den Bordingenieur Prokopjew. Der Kosmonaut war gemeinsam mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst im Juni am Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde angekommen.