Dorfklub im Blick- und Mittelpunkt

Fußball-Drittligist Großaspach gestaltet Homepage neu und hat nun eine eigene Schriftart

Soll nicht nur ein Blickfang sein, sondern auch Sinnbild fürs Verständnis als Dorfklub: Die neue Homepage des Vereins aus der kleinsten Gemeinde im deutschen Profifußball. Foto: Papa Tom

Von Uwe Flegel

Am Anfang ging’s nur darum, die Homepage „ein bisschen aufzuhübschen“, wie Pascal Palmieri schmunzelnd erzählt. Doch dann haben er und seine Mitinhaber des Designstudios Papa Tom erkannt: „Das Thema bietet so viel Potenzial.“ Das Thema ist der Internetauftritt des Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach. Der präsentiert sich in neuem Outfit. Das ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zweier regionaler Player, die durchaus in der Lage sind, auch im überregionalen Konzert mitzuspielen.

Eigentlich ist es ja nur eine neugestaltete Homepage. Wenn Pascal Palmieri, Thomas Korell und Patrick Jan Pickert von Papa Tom sowie SG-Vorstandsmitglied Philipp Mergenthaler darüber reden, dann ist aber schnell zu spüren, dass es auch viel Herzblut ist. Es ist schnell zu spüren, dass kein Schnellschuss getätigt, sondern schwäbisch gründlich geschafft wurde. So entwickelten Verein und Agentur zum Beispiel mit dem Backnanger Grafik-Urgestein Hellmut G. Bomm eine Schrift, die es als Dorfklub Sans, Dorfklub Trikot und Dorfklub Fans in verschiedenen Formen, Größen und Ausführungen gibt. „Wir wollen die Eigenständigkeit, die die SG als Dorfklub in der Dritten Liga hat, mit der eigenen Schrift fortführen“, sagt Palmieri und wird von Thomas Korell unterstützt: „So weit mir bekannt ist, hat im deutschen Profifußball nur Fortuna Düsseldorf ebenfalls eine eigene Schrift.“

Die Idee hinter dem neuen Auftritt? „Der Dorfklub ist so etwas wie das gallische Dorf im Profifußball und deshalb muss das Erscheinungsbild dazu passen“, erklärt Palmieri und benutzt Worte wie „einfach anzupacken“ sowie „bewusst unfertig wirkend, aber immer mehrere Möglichkeiten bietend“. Wer die Homepage betrachtet, der sieht rasch, dass der Begriff Dorfklub noch mehr in den Mittel- und Blickpunkt gestellt wird. Für Mergenthaler war auch deshalb wichtig, das Projekt mit einem erfahrenen, aber regional verwurzelten Partner umzusetzen, denn: „Man muss unseren Verein verstehen können. Wir wollten mit niemandem zusammenarbeiten, der sagt, wir klatschen euch was hin. Es musste jemand sein, der unseren Weg mitgeht.“ Ein Dreivierteljahr sind sie gemeinsam marschiert, ehe das Ziel erreicht war.

Nun sind beide Seiten sicht- und hörbar stolz. Philipp Mergenthaler macht klar, wie wichtig ihm und dem Verein das neue Erscheinungsbild ist: „Die SG muss um jeden Fan kämpfen, da müssen wir die Leute direkt abholen. Die einen, in dem unsere Spieler einen Kindergarten besuchen, die anderen übers Design.“ Bei dem sei die erhoffte Verbindung zwischen Tradition und Moderne, zwischen Dorf und Profifußball gelungen, ist Palmieri sicher und sagt: „Nicht jeder achtet auf Schrift, doch Schrift hat Wirkung.“