SVU und VfR wollen Topfavoriten ärgern

Die SG Schorndorf ist der Meisterschaftstipp aller Kontrahenten – Unterweissach und Murrhardt sehen sich im Vorderfeld

Der SV Unterweissach und der VfR Murrhardt zählen zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten in der Fußball-Bezirksliga, aber über den Topfavoriten herrscht breite Einigkeit: Es gibt keinen Verein, der als Meisterschaftstipp nicht die SG Schorndorf nennt. Die Daimlerstadter verzichten ihrerseits auf einen Tipp und kündigen immerhin an, „vorne mitspielen“ zu wollen. Alles andere wäre nach Platz zwei in der Vorsaison und dem Bezirkspokalsieg auch unglaubwürdig.

Will in die Top Fünf: Der SV Unterweissach. Hinten von links: Luca Flöther, Miguel Gundelsweiler, Luis Sadler, Erik Mulansky, Dennis Schwarz, Denis Krug, Thomas Fesl. Mitte: Betreuer Thomas Hagel, Michael Wendel, Sven Wahl, Nicolai Heyduk, Julian Wihofszki, René Sailer, Philipp Marsch, Physiotherapeut Martin Kleixner, Trainer Giuseppe Iorfida, Co-Trainer Maximilian Höfer, Sportvorstand Ralf Noack. Vorne: Manuel Kienzle, Simon Lindemann, Joscha Lang, Andrei Bozdog, Lasse Langemack, Kevin Schwarz, Atilla Krasniq, Pascal Leuthold. Es fehlen: Mike Böhret, Tim Kaltenthaler, Dennis Ruoff, Kai Kosztovics.

Von Dieter Gall

Der SV Allmersbach verabschiedete sich als Meister in die Landesliga, der FC Viktoria Backnang wurde in die Kreisliga A durchgereicht und das Gastspiel des TSV Oberbrüden dauerte nur ein Jahr. Die Folge: In der neuen Saison ist der Altkreis Backnang im Bezirksoberhaus anstatt mit sieben nur noch mit fünf Teams vertreten. Neben Unterweissach und Murrhardt sind dies die TSG Backnang II, der TSV Sulzbach-Laufen und Neuling SV Steinbach.

Die Rolle des Topfavoriten gebührt dagegen einem Rems-Klub. Auf die alljährliche Frage nach dem Meistertipp antworten alle Rivalen: SG Schorndorf. Sie rechnen damit, dass sich der Vizemeister der Vorsaison, der den Aufstieg erst in der Relegation verpasst hatte, diesen Umweg nun spart und auf direktem Kurs die Landesliga ansteuert. Auch Schorndorf selbst wehrt sich nur sehr zaghaft gegen die Vorschusslorbeeren. Das Team um das Trainerduo Sokol Kacani und Zoran Cutura, das unter anderem mit vier Akteuren des Landesligisten TSV Schornbach verstärkt wurde, sieht sich in der Spitzengruppe.

Zu denen, die Schorndorf in die Suppe spucken könnten, zählt wieder einmal die SV Remshalden, auch wenn sich der Dritte der Vorsaison bescheiden gibt und als Ziel nur einen einstelligen Platz nennt. Einiges zuzutrauen ist auch Nellmersbach, wenngleich es beim TSV nach dem zehnten Rang in der vergangenen Runde nachvollziehbar ist, dass keine großen Töne gespuckt werden und offiziell nur das Mittelfeld angepeilt wird. Neu in Nellmersbach ist mit Martin Cimander ein erfahrener Fußballer, der den Höhenflug der SG Sonnenhof als Spieler und Co-Trainer fast 20 Jahre entscheidend mitgeprägt hat.

Zu rechnen ist auch mit Unterweissach, der SVU strebt nach Rang sechs nun recht ehrgeizig die Top Fünf an. Trainer Giuseppe Iorfida baut auf eine eingespielte Truppe, dazu holte der Klub mit Michael Wendel und Miguel Gundelsweiler noch zwei Talente vom Absteiger aus Oberbrüden.

Als Geheimfavorit wird auch der VfR Murrhardt gehandelt und tut nicht einmal etwas dagegen. Man wolle „oben mitspielen“, verraten die Walterichstadter, die mit Michael Hägele einen neuen Trainer und mit Andreas Grimmer einen neuen Assistenzcoach präsentierten. Beide haben als Jugendspieler eine VfB-Vergangenheit, wobei Hägele einst bei Fortuna Köln sogar eine Profilaufbahn eingeschlagen hatte. Grimmer spielte einige Jahre für Freiberg in der Oberliga und schnürte für die TSG Backnang in der Verbandsliga die Stiefel. Zuletzt war das Duo beim Bezirksligisten FV Wüstenrot engagiert, von dort zog es auch Marvin Suckut nach Murrhardt.

Aufsteiger SV Steinbach

peilt den Klassenverbleib an

Einen personellen Umbruch erlebte die Oberligareserve der TSG Backnang. Zwölf Spieler gingen, zwölf kamen. Die Roten wollen sich dennoch im Mittelfeld etablieren und den Blick sogar etwas nach oben richten. Mit Max und Mika Abraham (SV Steinbach), Keeper Tim Roger (Spvgg Kleinaspach/Allmersbach) und Lukas Rosenke (SG Oppenweiler/Strümpfelbach) verließen die TSG aber auch Stammkräfte. Beim TSV Sulzbach-Laufen kann Trainer Sven Bockmeyer auf ein eingespieltes Team zählen. Der angestrebte einstellige Platz ist machbar. Neuling SV Steinbach will drinbleiben. Trainer Hakan Keskin vertraut den Aufstiegshelden, die von den bezirksligaerfahrenen Michel Disch (VfR Murrhardt), Mika und Max Abraham sowie Johannes De Oliveira (alle TSG II) unterstützt werden. Auch nur um den Ligaverbleib geht es für den TSV Leutenbach als Meister der Kreisliga A1, den KTSV Hößlinswart, der als Vizemeister der A1 über die Relegation hochkam, und den SV Fellbach II. Mittelfeldplätze wollen Kaisersbach, Waiblingen, Winterbach und Korb erreichen, wobei Korb unter Trainer Michael Felix auch mehr zuzutrauen ist.