Verdienter Punkt beim starken Neuling

Großaspachs Drittliga-Fußballer liefern beim 0:0 im Duisburger Stadion gegen den KFC Uerdingen eine sehr gute Leistung ab

Taktisch diszipliniert, in der Offensive immer wieder Nadelstiche setzend: So verdienten sich Großaspachs Drittliga-Fußballer gestern Abend in der Duisburger Arena das torlose Remis gegen den KFC Uerdingen. Was doch aufs Tor der SG Sonnenhof kam, entschärfte der einmal mehr starke Keeper Kevin Broll. „Ich bin mit dem Punkt zufrieden, meine Mannschaft hat eine sehr gute Leistung gezeigt“, lobte Trainer Sascha Hildmann.

Uerdingens Maximilian Beister köpft, die Aspacher Jonas Meiser, Julian Leist und Dominik Pelivan können nur zuschauen: SG-Keeper Kevin Broll verhindert mit einer tollen Parade das 0:1.Foto: Samla.de

Von Steffen Grün

Zwei seiner bislang drei Siege hatte der starke Neuling aus Krefeld mit Toren in der Nachspielzeit eingefahren. Daher war Aspach gewarnt, als der vierte Offizielle an der Seitenlinie die Tafel hochhielt und vier Extra-Minuten anzeigte. Doch auch diese 240 Sekunden tickten herunter, ohne dass Broll den Ball aus dem Netz hätteholen müssen. Ein Dreier für die Uerdinger wäre auch eher schmeichelhaft gewesen, wie deren Coach Stefan Krämer nach dem Abpfiff einräumte: „Es war ein kompliziertes Spiel, das Ergebnis ist gerecht.“

Sein Kollege Hildmann hatte die Startelf der Gäste im Vergleich zum 0:0 gegen Osnabrück vor zwei Wochen auf drei Positionen verändert. In der Dreierabwehrkette sprang Dominik Pelivan für Kai Gehring ein, der mit Rückenproblemen passen musste. Die zwei Wechsel in der Offensive waren taktisch bedingt: Shqiprim Binakaj ersetzte Joel Gerezgiher auf dem Flügel, im Sturmzentrum nahm Stéphane Mvibudulu den Platz von Timo Röttger ein. Die SG Sonnenhof hatte die erste klare Möglichkeit. Patrick Choroba bediente den am Elfmeterpunkt lauernden, von den Hausherren aus den Augen verlorenen Makana Baku. Der traf die Kugel nicht richtig, daher kullerte sie am Kasten vorbei (10.).

Aspach versteckte sich gegen den starken Neuling, der Akteure wie Stefan Aigner oder Weltmeister Kevin Großkreutz in seinen Reihen hat, keineswegs. Basierend auf der stabilen Defensive, die Uerdingen das Leben schwer machte, probierte es die SG mit schnellem Umschaltspiel. Tatsächlich waren es in der ersten Hälfte mit wenigen Torraumszenen eher die Schwaben, die ab und zu im Strafraum auftauchten. Mvibudulu klaute Christopher Schorch in der 32. Minute an der Seitenauslinie den Ball und eilte auf das Tor zu. Der düpierte Uerdinger hechelte hinterher und schaffte es am Rand des Sechzehners so eben noch, seinen Patzer selbst wieder auszubügeln.

In der 38. Minute fasste sich der Aspacher Philipp Hercher, für den bereits drei Saisontore notiert sind, aus etwa 25 Metern ein Herz. KFC-Torwart René Vollath musste sein ganzes Können zeigen, um das Leder aus dem rechten unteren Eck zu fischen. Auf der anderen Seite lieferte sich Aigner ein Laufduell mit SG-Verteidiger Korbinian Burger und hatte kaum den Strafraum erreicht, als er zu Boden sank und ein Foul reklamierte (41.). Die Pfeife des guten Referees blieb zurecht stumm.

In der zweiten Halbzeit änderte sich zunächst wenig. Uerdingen hatte vielleicht etwas mehr Ballbesitz, wurde aber selten richtig gefährlich, während Aspach immer wieder für Entlastung sorgte. Ein Freistoß von Burger war für Vollath eine sichere Beute, dessen Torwartkollege Broll lieferte ebenfalls eine sehr konzentrierte Leistung ab und war einen Tag nach seinem 23. Geburtstag stets zur Stelle, wenn ihn seine Elf brauchte. Allen voran in der 78. Minute, als Großkreutz von der rechten Seite herrlich flankte und Beister platziert aufs linke Eck köpfte. Broll tauchte ab, verhinderte das 0:1 und kassierte später ein Lob des KFC-Angreifers: „Das macht er überragend, das muss man anerkennen.“

Nur eine Minute später hätten die Gäste ihrerseits vorlegen können. Baku steckte die Kugel zum eingewechselten Röttger durch, der die kurze Ecke anvisierte und Pech hatte, dass der Keeper diesen Braten roch: Vollath machte sich groß und wurde angeschossen. „Vielleicht hätte er auf die lange Ecke zielen sollen“, überlegte Hildmann, „aber das ist schwierig“. Weil die Kräfte schwanden, passierten hüben wie drüben jetzt etwas mehr Fehler, doch es blieb beim 0:0. Das reichte Uerdingen, um für mindestens eine Nacht die Tabellenführung zu übernehmen, macht aber auch die Aspacher glücklich. „Hier werden noch viele Mannschaften verlieren“, prophezeit SG-Trainer Sascha Hildmann.