Beim frühen Vier-Tore-Rückstand bleibt’s

Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang verpasst beim 25:29 im Auftaktspiel beim TSB Horkheim die Chance zur Wende

Auftaktniederlage für die Drittliga-Handballer des HC Oppenweiler/Backnang: Im württembergischen Derby beim TSB Horkheim gab’s ein 25:29. Die Murrtaler fingen sich in den ersten Minuten einen Rückstand ein, waren nicht richtig in der Partie. Als die Gäste im zweiten Abschnitt dann drauf und dran waren, die Begegnung zu drehen, spielten sie dem Rivalen mit technischen Fehlern in die Karten.

Kam mit dem HC Oppenweiler/Backnang nach dem frühen Rückstand wieder ran, aber die Wende blieb aus: Tom Kuhnle. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Die Einlaufshow fiel aus, die Zeitmessanlage lief erst mit Verspätung. Wer gehofft hatte, der TSB würde auch auf dem Feld Anlaufschwierigkeiten haben, sah sich jedoch getäuscht. Bei Horkheim lief es sofort rund, das Team von Volker Blumenschein war durch die DHB-Pokalspiele in der Vorwoche im Wettkampfmodus. Jeder Wurf ein Treffer, schnell stand es 4:0.

Die Gäste waren gedanklich noch nicht da, wirkten zögerlich und unentschlossen. Kevin Wolf gelang mit einer Einzelaktion das erlösende erste Tor. Jetzt berappelten sich die Murrtaler, waren beim 6:7 durch David Szilagyi dran. Die Zahl der Gegentore nahm ab, auch wenn das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Keepern (erst Stefan Koppmeier, nach 15 Minuten dann Thomas Fink) noch nicht richtig passte.

Im Angriff blieb vieles Stückwerk, die einfachen Fehler wurden aber langsam reduziert. Mehrfach musste sich Horkheim mit Fouls helfen, wurde mit Siebenmetern bestraft. Zugang Marcel Lenz hielt seinen HCOB auf Schlagdistanz: Bei sieben Versuchen traf er sechsmal, nur einmal scheiterte er an Sven Grathwohl. Dieser hatte zum Ende der ersten Halbzeit einige gute Aktionen. Horkheim zog auf 14:9 davon. Lenz schloss einen Konter zum 10:14 ab, die Wende schien noch möglich zu sein.

Nach der Pause waren die Gäste sofort im Spiel, erzielten die ersten drei Treffer – 13:14. Auch in der Folge gelang ihnen einige Male das Anschlusstor. Die Fans des HCOB, die rund ein Drittel der Zuschauer ausmachten und die Partie akustisch zum Heimspiel umfunktionierten, hofften aber vergeblich auf den Ausgleich. Erst vergab Philipp Maurer eine gute Torchance, dann flog die Kugel nach einem Wurf von Tom Kuhnle auf der Torlinie herum, aber eben nicht den entscheidenden Zentimeter drüber. Der gute Schiedsrichter signalisierte zurecht „kein Tor“. Trotzdem war es Pech, denn stattdessen fiel gegenüber das 18:16.

Zudem leistete sich der HCOB in dieser wichtigen Phase technische Fehler. Dies half Horkheim dabei, sie zu überstehen. Dabei konnte sich der TSB vor allem auf Oliver Heß verlassen. Der Ex-Bundesligaspieler übernahm das Zepter und steuerte wichtige Treffer bei. 24:18 nach 50 Minuten – die Gäste um Trainer Matthias Heineke mussten sich sehr darüber ärgern, ihre vielversprechende Ausgangsposition zu schnell wieder verspielt zu haben.

Der HCOB versuchte es in den Schlussminuten mit offener Deckung. Das brachte Ballgewinne, aber auch Freiräume für den Rivalen. Nur noch vier Minuten waren übrig, als Felix Raff mit einem Kempa-Tor das 22:25 gelang. Zu spät, um das Match noch zu drehen. Am Ende hieß es 25:29 – und irgendwie spiegelte sich darin auch der frühe 0:4-Rückstand wieder.

TSB Horkheim: Grathwohl, Schniering (n.e.), Mathes – Weißer (5), Gehrke (4), Grosser, Rieger, Heß (7), Kazmeier (1), Seiz (1), Freudl (5), Matusik, Boschen (5), Zerweck (1), Bohnenstengel.

HC Oppenweiler/Backnang: Fink, Koppmeier – Lenz (8/6), Szilagyi (1), Wolf (4), Jonas Frank (1), Schöbinger, Prasolov, Strýc (2), Kuhnle (1), Maurer (4), Hug (n.e.), Raff (4), Köder.

Schiedsrichter: Becker/Marco Nickel (Pfungstadt). – Zuschauer: 550. – Siebenmeter: 0/0:6/7 (Lenz scheitert an Grathwohl). – Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Boschen/zweimal, Zerweck – Schöbinger/zweimal).