Rollstuhlfahrer: Panne auf L1115

Akku des Elektro-Fahrzeugs leer

ASPACH/GROSSBOTTWAR (sil). Wer gestern Mittag auf dem Autobahnzubringer zwischen Aspach und Großbottwar unterwegs war, sah ein kurioses Bild: Kurz nach der Hardtwaldkreuzung Richtung Großbottwar stand in einer Nothaltebucht die Polizei – mit einem E-Rollstuhlfahrer. Kam der Mann von Aspach über die L1115 gefahren? Und ist das überhaupt erlaubt? Wieso wurde er von den Beamten angehalten? Ein kurzer Anruf bei der Pressestelle der Polizei Ludwigsburg genügt, schon ist der Sachverhalt aufgeklärt. Pressesprecherin Alexandra Klinke: „Der Mann ist laut den Kollegen vom Polizeiposten Großbottwar aus Richtung Aspach über die Landesstraße unterwegs gewesen, andere Verkehrsteilnehmern haben uns auf ihn aufmerksam gemacht, als er in einer Nothaltebucht parkte. Das tat er wohl eine ganze Weile, wie beim Eintreffen der Polizisten geklärt wurde.“ Der Grund für sein Parken: „Man kann sagen, dass er eine Panne hatte – der Akku seines E-Rollis war leer“, so Klinke. Der Mann sei laut Aussage ihrer Kollegen aus Ludwigsburg und war schon eine ganze Weile unterwegs, unter anderem am Breitenauer See im Kreis Heilbronn. „Er hat wohl die Kapazität des Akkus unterschätzt“, vermutet Klinke. Die Polizisten nahmen den Mann mit nach Großbottwar, später holten sie auch seinen Rollstuhl. „Völlig legitim“ sei es, auf der L1115 mit einem E-Rolli zu fahren, so die Pressesprecherin. „Es gibt keinen Rad- oder Fußgängerweg und somit darf der Rollstuhlfahrer die Straße benutzen, so wie jeder Fußgänger das auch dürfte.“ Nur auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen sei dies nicht erlaubt.