Der nächste dicke Brocken für Backnang

Etzwiesen-Elf gastiert beim Oberliga-Topfavoriten Bissingen und bangt um angeschlagenen Mario Marinic sowie Benito Baez-Ayala

Erst das Randalespiel inklusive Heimniederlage gegen Reutlingen, dann der Pokalsieg nach Verlängerung auf der Waldau: In den zwei Partien als Chef der Backnanger Oberliga-Fußballer hat Darko Milosevic viel erlebt. Deshalb ist der eigentliche Co-Trainer wohl froh, dass sein Boss Andreas Lechner morgen aus dem Urlaub zurück ist. Denn die TSG muss ab 15.30 Uhr beim FSV 08 Bissingen ran und der ist Milosevics Topfavorit im Titelkampf.

Bekam im Pokalduell einen Schlag ab und ist deshalb morgen gegen Bissingen bei der TSG eventuell nicht am Ball: Benito Baez-Ayala. Foto: A. Hornauer

Von Uwe Flegel

Zum Duell mit dem SSV Reutlingen will Darko Milosevic „nichts mehr sagen, da sind jetzt andere gefragt“. Und auch die Pokalpartie am Mittwochabend bei den Stuttgarter Kickers ist für den 36-Jährigen bereits Geschichte: „Die Siegesfeier hat sich in Grenzen gehalten. Die Jungs haben ein, zwei Bierchen getrunken, die sie sich verdient hatten.“ Und: Die in Sachen Flüssigkeitsverlust durchaus auch als Ausgleich für den vielen Schweiß dienten, den die Etzwiesen-Elf in den 120 Minuten zuvor vergossen hatte.

Damit ist für Milosevic und die TSG-Fußballer die Sache abgehakt. Nun sei wieder der Ligaalltag angesagt, sagt Milosevic und erzählt, dass Bissingen bereits nach der Partie auf der Waldau ein Kabinenthema gewesen sei. Denn: „Der FSV ist der mit Abstand dickste Brocken der bisherigen Saison.“ Fußballerisch sei das noch einmal eine ganz andere Nummer als der Ex-Regionalligist aus Stuttgart. Dennoch „fahren wir nicht dorthin, um die Punkte nur abzuliefern, sondern um welche von dort mitzubringen“, sagt Milosevic und prophezeit eine ganz schwere Aufgabe, ist der Tabellenzweite doch „die beste Oberliga-Mannschaft, die ich diese Runde bisher gesehen habe“.

Eine Einschätzung, die nicht nur einfach so daher gesagt ist, kennen sich beide Mannschaften doch gut. Zum Beispiel aus den vielen Vergleichen zu gemeinsamen Landes- sowie Verbandsliga-Zeiten. Morgen geht’s nun im zweiten Jahr in der Oberliga gegeneinander und für drei Beteiligte wird es eine besondere Partie. Für den ehemaligen Backnanger Trainer Alfonso Garcia, der seit Jahren beim FSV das Sagen hat, für Mittelfeldmann Sebastian Gleißner, der erst vor dieser Saison von den Etzwiesen an den Bruchwald wechselte, und für TSG-Trainer Andreas Lechner, der im Sommer den umgekehrten Weg gegangen ist, nachdem er in den Jahren zuvor beim FSV 08 als Spieler, Co-Trainer und Trainer tätig war. Groß überraschen lassen wird sich deshalb weder der gastgebende Tabellenzweite noch der Siebte aus dem Murrtal.

Allerdings gibt es bei der TSG noch das eine oder andere Fragezeichen. Zum Beispiel, inwieweit dem Team um Kapitän Oguzhan Biyik das Pokalduell und seine Verlängerung noch in den Knochen steckt. Unklar ist außerdem, inwieweit Torjäger Mario Marinic seine anhaltenden Probleme im rechten Knie in den Griff bekommt. Milosevic hofft, „dass es mit Behandlungen und Tape geht“. Dasselbe gilt auch für Außenspieler Benito Baez-Ayala, der auf der Waldau nach seiner Einwechslung für viel Schwung auf der rechten Seite gesorgt hat. Allerdings bekam er einen Schlag ab und wird „wie Mario im Abschlusstraining nur eine Laufeinheit absolvieren“, berichtet Darko Milosevic, und macht damit klar: Völlig abgehakt ist der Pokalsieg bei den Stuttgarter Kickers eben doch noch nicht.