Kidnapping in den Lerchenäckern

Krimi-Komödie „Ein mieser Tag“ wird teilweise in Backnang gedreht – Premiere am 4. September im Universum-Kino

Produzent Jan Josef Kudlyk spielt einen Nachtclubbesitzer, Pia Maria Fedelucci mimt die abgedrehte Charlie. Foto: privat

Von Claudia Ackermann

BACKNANG. Manchmal gibt es Tage, da läuft alles schief. Als Freddy (Stefan Vitelariu) an diesem Morgen aufwacht, scheint es nicht sein Tag zu werden. Seine Freundin betrügt ihn, das Auto gibt den Geist auf und sein Chef will ihm kündigen. Um seinen Job nicht zu verlieren, begibt er sich zusammen mit der abgedrehten Charlie (Pia Maria Fedelucci) auf eine wilde Jagd nach geheimen, geschäftlichen Daten...

Die Krimi-Komödie „Ein mieser Tag“ ist die erste Produktion der 2017 ins Leben gerufenen KV Film Production mit Sitz im Backnanger Gewerbegebiet Lerchenäcker. Gründer ist Jan Josef Kudlyk, der vier Jahre lang eine Schauspielschule in Stuttgart besucht hat. Im Thriller „Decker – der Film“, der 2015 ins Kino kam, spielte er die Hauptrolle und war Co-Produzent an der Seite von Simon Straub. Der Jungregisseur aus Esslingen hat sowohl das Drehbuch für den Thriller, als auch für die aktuelle Krimi-Komödie geschrieben. Außerdem entstand 2016 der Kurzfilm „Niki“, der im Club Backnang gedreht wurde.

„Es ist kein Low-Budget-Film, sondern ein No-Budget-Film“

Schauplätze in „Ein mieser Tag“ ist etwa das Gewerbegebiet Lerchenäcker, wo Freddy und Charlie gekidnappt und in eine Halle verschleppt werden. In einem Asien-Markt in der Backnanger Gartenstraße wurden Innenaufnahmen gedreht. Die beiden Hauptfiguren hatten einen Tipp bekommen, man könne dort eine Waffe besorgen. Natürlich handelt es sich bei der Frau an der Kasse, mit der es zu einem lustigen Gespräch kommt, um eine Schauspielerin. Kurz taucht auch ein Gardinengeschäft im Dresdener Ring auf.

Bei einer Backnanger Bäckerei hat die Filmcrew angefragt, ob eine Szene gedreht werden darf, in der es um eine Geburtstagstorte mit einer etwas schlüpfrigen Form geht. Sofort war der Chef einverstanden. Die Dreharbeiten wurden allerdings in eine Filiale der Bäckerei mit Café nach Schwäbisch Hall verlegt. „Wir haben viel Unterstützung bekommen“, freut sich Jan Josef Kudlyk. Die Bäckerei stiftete jeden Tag einen großen Laib Brot für die Crew über die gesamte Drehdauer von 21 Tagen. Um das Catering kümmerte sich die Frau aus einem benachbarten Malergeschäft in den Lerchenäckern. Dort half man auch kurzerhand mit einer eigens für die Dreharbeiten hochgezogenen Rigips-Wand in einer Halle aus, auf die Hintergrundaufnahmen für eine rasante Autofahrt projiziert wurden.

„Es ist kein Low-Budget-Film, sondern ein „No-Budget-Film“, sagt Kudlyk. Die Schauspieler und die Crew arbeiten auf Rückstellung. Das bedeutet, dass sie erst Gage bekommen, wenn der Kinofilm Gewinne einspielt. Um die Maske kümmerte sich Kudlyk selbst. 2003 machte er neben seiner Berufstätigkeit als selbstständiger Seminarleiter in der Automobilindustrie eine Ausbildung zum Visagisten. „Ich wollte einfach mal hinter die Geheimnisse der Maskenbildner kommen“, war seine Intention. So hat er im Film auch Komparsen als Leichen geschminkt. Mit einem Backnanger Beerdigungsinstitut hat das Filmteam zusammengearbeitet. Die Dreharbeiten fanden allerdings am Standort Waiblingen statt. Eine Drehgenehmigung für das Leichenschauhaus bekamen sie von der Friedhofsbehörde.

Im Film „Ein mieser Tag“ spielt Jan Josef Kudlyk den Nachtclubbesitzer Ronny im Stuttgarter Rotlichtmilieu. Seine Haare wurden dunkler eingefärbt und mit Öl nach hinten gekämmt. Außerdem ließ er sich einen Schnauzbart wachsen. Zu ihm führt die Jagd der beiden Hauptdarsteller auf der Suche nach einem Datenträger mit wichtigen geschäftlichen Informationen. Brenzlig wird die Situation, wenn Waffen ins Spiel kommen. Doch auch, wenn Spannung im Film nicht fehlen darf, bleibt er doch eine Krimi-Komödie, in der es einiges zu Schmunzeln gibt, kündigt Jan Josef Kudlyk an.

Premiere des Films „Ein mieser Tag“ ist am Dienstag, 4. September, um 20 Uhr im Backnanger Universum Kino. Fast die komplette Filmcrew aus knapp zwanzig Mitgliedern wird anwesend sein und den Besuchern nach der Vorführung für Gespräche zur Verfügung stehen.