Unterhaltsam, aber ohne einen Sieger

Großaspachs Drittligafußballer trennen sich im Schwaben-Duell im Fautenhau vom VfR Aalen mit 1:1

Zum erhofften Heimsieg reichte es der Elf aus dem Fautenhau gestern Abend nicht. Unzufrieden mussten Aspachs Drittligafußballer mit ihrer Leistung dennoch nicht sein, hatten sie sich doch mit dem VfR Aalen ein unterhaltsames Schwaben-Duell geliefert. Das endete 1:1 und war gerecht, da die Gastgeber vor der Pause verpasst hatten, der Partie die entscheidende Richtung zu geben.

Hängte sich richtig rein, setzte sich am Ende aber nicht oft genug durch und teilte sich mit Aalen die Punkte: Die SG-Elf um Jonas Meiser. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

TSG-Torjäger Mario Marinic hatte schon in der Halbzeit orakelt: „Aspach hätte das 2:0 machen müssen, dann wäre die Partie gelaufen gewesen.“ Der 33-jährige Oberligastürmer besitzt offenbar nicht nur auf dem Platz und im gegnerischen Strafraum den richtigen Riecher. Das Kopfballtor, das Marco Hingerl aus der siebten Minute nach einem Eckball von Shqiprim Binakaj erzielt hatte, reichte Großaspach nicht für den zweiten Dreier der Saison und den gleichzeitig ersten Heimdreier seit neun Monaten. Denn der diesmal eher unauffällige Matthias Morys zeigte nach 54 Minuten, warum er als einer der besten Drittligaangreifer gilt. Ein schöner Pass von Nicola Sessa, ein trockener Flachsschuss von halb links und Aalen hatten zum 1:1 ausgeglichen.

Es war der Endstand in einem Spiel, das in der Schlussphase beide Teams für sich hätten entscheiden können. „Da war’s ein offener Schlagabtausch“, analysierte SG-Trainer Sascha Hildmann und sagte: „Es war ein tolles Fußballspiel, das Spaß gemacht hat, auch wenn wir gerne gewonnen hätten.“ Sein VfR-Kollege Argirios Giannakis wiederum urteilte: „Das Spiel hatte keinen Verlierer verdient.“

In der Tat erlebten die Zuschauer eine abwechslungsreiche Partie, in der beide Mannschaften sogar in den letzten Minuten noch mit Vollgas versuchten, den entscheidenden Treffer zu landen. Am dichtesten dran waren Aalens Marcel Bär und Nicolas Sessa, der jüngere Bruder des Ex-Backnangers Dominic Sessa dran. Bär scheiterte in der 88. Minute erst frei stehend an Aspachs Torwart Kevin Broll und Sessa setzte den Abpraller aus neun Metern an die Lattenunterkante. Glück für die SG, für die Philipp Hercher zwölf Minuten zuvor aus zwölf Metern nur das Lattenkreuz getroffen hatte. Wie schon erwähnt: Langweilig war es nicht.

Dafür hatte wahrscheinlich Hingerls frühes 1:0 gesorgt. Die Hausherren nutzten den Schwung, da das Tor für das Team von der Ostalb ein Wirkungstreffer war. Alleine Makana Baku hatte bei zwei Kontern die Chance, den Vorsprung für die Gastgeber auszubauen, scheiterte in der 19. und 31. Minute aber jeweils aus aussichtsreicher Position an VfR-Schlussmann Daniel Bernhardt. Der hielt seine Mannschaft auch in der 43. Minute im Spiel, als der bereits nach acht Minuten für Timo Röttger (Muskelverletzung) eingewechselten Jonas Meiser nach tollem Pass von Baku frei auf ihn zulief, den Ball aber nicht am Torwart vorbei brachte. „Da musst du dich einfach belohnen“, ärgerte sich Hildmann und warb gleichzeitig um Verständnis für seine zwei jungen Angreifer: „Die beiden sind gerade mal 19 und 20 Jahre alt.“ Aalens Offensive um Matthias Morys brachte da schon ein wenig mehr Erfahrung mit, war bis zur Halbzeit aber bei der aufmerksamen SG-Abwehr um Kapitän Julian Leist fast immer gut aufgehoben. Nur ein Kopfball von Yannis Letard brachte eigentlich richtig Gefahr fürs Aspacher Tor (26.).

Nach der Pause waren die Gäste dann besser im Spiel, wobei es wiederum SG-Flitzer Makana Baku war, der die ersten gute Chance hatte, den Ball aus 13 Metern aber zu zentral aufs VfR-Gehäuse brachte und Bernhardt damit keine Probleme bereitete (52). Die hatte dafür zwei Minuten später Aspachs Broll, der gegen den Flachschuss von Morys machtlos war. Die SG brauchte danach ein wenig, gab dann aber wieder Gas und verzeichnete neben der schon geschilderten Chance von Hercher noch Möglichkeiten von Meiser (78.), Baku (83.) und Thermann (90.). Auf der anderen Seite hatten erst Schnellbacher (85.), dann Bär und Sessa mit den bereits erwähnten Doppelpack, die Chancen, den Vergleich zu entscheiden. Geschafft hat es keiner und deshalb durften sich weder Aalens noch Aspachs Fußballer beschweren, dass es nicht zu drei Zählern, sondern nur zum Punkt für jede Mannschaft gereicht hat.