Sommer legt einen Schlussspurt hin

Auch der August ist in diesem Jahr überdurchschnittlich sonnig und heiß – Die Trockenheit gefällt nicht jedem

Ende zu nehmen. Auch der August fügte sich nahtlos in die Reihe der überdurchschnittlich heißen und trockenen Vormonate ein. Den Rekordsommer von 2003 hat 2018 aber offenbar nicht getoppt. Die Hitzewelle ist nun vorüber, warm könnte es in der ersten Septemberhälfte dennoch werden.

Wenig Wasser haben die Wiesenblumen in diesem August abbekommen, dafür wurden sie mit reichlich Sonnenstunden verwöhnt. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

BACKNANG. Viel fehlte nicht, damit der Sommer 2018 als heißester Sommer in Deutschland seit dem Beginn der Wetteraufzeichnung in die Geschichte eingegangen wäre. Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,3 Grad Celsius zwischen Juni und August – etwa drei Grad mehr als das langjährige Mittel – reicht es für einen guten zweiten Platz. Heißer war es nur 2003, als die Auswertung der Stationen des Deutschen Wetterdienstes einen Durchschnittswert von 19,7 Grad ergab. Die Sonne schien in diesen drei Monaten insgesamt 795 Stunden lang – durchschnittlich sind es 636 Stunden –, es fielen zudem nur etwa 160 Liter Regen pro Quadratmeter im Vergleich zu den erwartbaren knapp 300 Litern. Die Tendenz dieses Sommers spiegelte sich auch in den Messergebnissen aus dem Rems- Murr-Kreis wider. Auch hier war der August ungewöhnlich heiß und trocken.

Die Wetterstation in Großerlach-Mannenweiler lieferte für den vergangenen Monat eine durchschnittlichen Temperatur von 20,4 Grad Celsius – das sind 4,3 mehr als das vieljährige Mittel für den August. Vor allem das erste Drittel des Monats wartete mit Temperaturen jenseits der 30 Grad auf. Erst am zehnten Tag fiel der Tageshöchstwert erstmals unter die 25-Grad-Marke. Das war aber nur ein kurzes Intermezzo, denn zur Mitte des Monats kletterte das Thermometer erneut in die Region um 30 Grad Celsius. Bis zum Ende des Monats hin war dann die große Hitzewelle allerdings abgeflaut, am 25. August war es mit einer Maximaltemperatur von 11,5 Grad sogar schon vergleichsweise kalt. Es dürfte das Ende des überaus heißen Sommers 2018 gewesen sein.

Zu wenig Niederschlag macht Landwirten das Leben schwer

 

Die Hitze allein kratzte schon an den Bestmarken, hinzu kam allerdings eine außergewöhnliche Trockenheit. An nur zehn Tagen hat es im August überhaupt geregnet, an nur einem dieser Tage fiel mehr als zwei Millimeter (3,2 Millimeter am 1. August). Insgesamt fielen an der Messstation Mannenweiler im August lediglich 12,6 Millimeter Niederschlag, das sind nur 12,3 Prozent des vieljährigen Mittelwerts von 102,2 Millimetern. Folglich war auch die Zahl der Sonnenstunden im August überdurchschnittlich hoch. Satte 254,5 Stunden Sonnenschein wurden gemessen, das sind im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (205,5 Stunden) 123,8 Prozent.

Was die Freibäder, Sonnenanbeter und Besitzer eine Fotovoltaikanlage gefreut haben dürfte, brachte die Landwirte vielerorts in die Bredouille. Die Feldfrüchte bekamen nicht genug Wasser ab, weswegen viele Bauern über Ernteausfälle klagen. Kleinere Kartoffeln, weniger Getreide und in der Folge aufgrund der Futterknappheit auch teurere Milch. Nicht alle haben von diesem Sommer profitiert.

Nun hat also der meteorologische Herbst begonnen und gleich ein paar trübe, kühlere Tage mitgebracht. Diese Wetterlage sei aber nicht von Dauer, heißt es von den Experten. Im Laufe der Woche sollen die Temperaturen wieder über die 20-Grad-Marke klettern und ab dem Wochenende setzt sich demnach erneut ein Hochdruckgebiet durch, das warme Luft mit sich bringt. Gegen Mitte und Ende des Septembers soll sich der Herbst dann aber deutlich zu erkennen geben, spätestens zur Tagundnachtgleiche sinken die Temperaturen wieder deutlich.

Die Wetterdaten der Station in Burgstall gibt es auch auf der Internetseite von Awekas: http://www.awekas.at/de/instrument.php?i d=1177