Polizei ermittelt wegen Hakenkreuzen

Schmierereien auf mehreren Flächen im Raum Backnang/Aspach

Auf dem Brückengeländer SS-Runen, am Boden ein modifiziertes Hakenkreuz. Zu sehen unter anderem auf der Brücke zwischen dem Wasserturm und dem Industriegebiet Lerchenäcker.

Von Matthias Nothstein

BACKNANG/ASPACH. Unbekannte haben an mehreren Stellen im Bereich zwischen Backnang und Aspach mit roter Farbe Hakenkreuze und SS-Runen an eine Brücke und an Telekommunikations-Verteilerkästen gesprüht. Der Zeitpunkt der Taten ist ungewiss, liegt vermutlich aber bereits mehrere Wochen zurück.

Laut Strafgesetzbuch handelt es sich bei den Schmierereien um die Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen. Im Paragraf 86a StGB heißt es zum Strafrahmen dazu, dass ein solches Vergehen mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet wird. Zwei Hakenkreuze wurden auf der Brücke zwischen dem Backnanger Wasserturm und dem Industriegebiet Lerchenäcker hinterlassen. Zudem wurden auf dem Geländer SS-Runen aufgesprüht. Zwei weitere Hakenkreuze wurden auf Verteilerkästen am Rand des Autobahnzubringers zwischen der Krähenbachkreuzung und dem Ortsbeginn von Großaspach entdeckt. Obwohl täglich Tausende Autos die Stelle passieren, wurde das Vergehen erst jetzt angezeigt. Nun hat die Polizei die Ermittlungen übernommen.

Backnangs Pressesprecher Hannes Östreich erklärte dieser Tage zum weiteren Vorgehen: „Unser Bauhof geht raus und schaut sich das zeitnah an, beseitigt es dann selber oder informiert zum Beispiel die Telekom, wenn es deren Eigentum ist.“ Zudem benachrichtigte Östreich die Gemeinde Aspach. Auch Polizeisprecher Holger Bienert, Präsidium Aalen, kündigte an, dass „die Besitzer der betroffenen Stellen und Gegenstände“ zeitnah aufgefordert werden, die Schmierereien zu entfernen. Zumindest die Hakenkreuze auf den Verteilerkästen beim Autobahnzubringer wurden gestern übermalt. Der Vollständigkeit halber listete Östreich auch aktuelle Antifa-Schmierereien am Viadukt, an der Bahnunterführung Maubach sowie an einigen Telefonkästen auf. Diese seien von der Stadt selbst oder über die Bahn und Telekom entfernt worden.