Der Favorit siegt vor dem Gastgeber

Beim Drei-Ligen-Cup landet der Bundesligist VfB Stuttgart zwei Erfolge – Gastgeber SG Sonnenhof Großaspach bezwingt Fürth

Viele Tore und drei spannende Begegnungen – das sahen gestern Abend die 4500 Zuschauer in der Mechatronik-Arena bei der ersten Auflage des Drei-Ligen-Cups. Erwartungsgemäß setzte sich der Bundesligist VfB Stuttgart mit zwei Siegen durch. Überraschend belegte der gastgebende Drittligist SG Sonnenhof Großaspach den zweiten Platz vor dem Zweitligisten Spvgg Greuther Fürth.

Stürmer Mario Gomez (rechts) wirkte in Großaspach nach seinen beiden Treffern im Spiel gegen Greuther Fürth erleichtert.Fotos: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Einige Erkenntnisse zogen die Trainer aus diesem Testturnier, das durchweg sehr gut ankam. „Wir sind gerne hierher gekommen, es ist ein schönes Stadion und es war alles gut organisiert. Zudem gab es gute Testspielgegner“, zog Tayfun Korkut, Trainer des Bundesligisten VfB Stuttgart, sein Fazit. Positiv nahm es auch Damir Buric, Coach des Zweitligisten Spvgg Greuther Fürth, auf: „Ich finde es gut, gegen zwei verschiedene Mannschaften zu spielen. Da konnten wir einiges testen.“ Ebenfalls Lob verteilte Großaspachs Trainer Sascha Hildmann: „Es war eine gelungene Veranstaltung. Der VfB hat verdient gewonnen.“

In der Tat, der Bundesligist aus Stuttgart gab sich keine Blöße und entschied beide Begegnungen für sich – 3:1 gegen Fürth und 2:0 gegen Großaspach. Das letzte Match des Turniers war allerdings ein Endspiel. Der gastgebende Drittligist forderte den zwei Klassen höher spielenden VfB. Und die Großaspacher brachten den Bundesligisten zumindest in der ersten halben Stunde – jedes Spiel ging über einmal 45 Minuten – in arge Bedrängnis. Mutig und mit viel Einsatz war der Sonnenhof ein ebenbürtiger Gegner. Dabei hatte SG-Coach Hildmann fünf Veränderungen gegenüber dem ersten Turnierspiel vorgenommen. Sebastian Bösel, Julian Leist, Makana Baku, Philipp Hercher und Marco Hingerl befanden sich nun in der Startelf. Hingegen brachte der Stuttgarter Trainer Korkut mit Antonis Aidonis und Torhüter Jens Grahl nur zwei neue Akteure. Am Ende hatte der VfB aber dank der größeren Erfahrung die Nase vorne. „Wir dürfen und wollen die Ergebnisse nicht überbewerten. Wichtig war, dass wir beide Spiele gewonnen und Tore erzielt haben“, befand Korkut. Besonders wichtig seien dabei die Erfolgserlebnisse von Mario Gomez, der gegen Fürth zweimal traf, und von Kapitän Christian Gentner, der sich einmal in die Torschützenliste eintrug. „Mario hat einen weiteren Schritt nach vorne gemacht“, lobte Korkut.

Ein Lob hatten sich auch die Großaspacher verdient. Dabei musste Trainer Hildmann auf zwei Spieler kurzfristig verzichten. Torhüter Kevin Broll (Rückenbeschwerden) und Joel Gerezgiher (Adduktorenprobleme) fehlten. „Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte SG-Sportchef Joannis Koukoutrigas. Auch ohne die beiden entschied der Sonnenhof das erste Match des Turniers gegen den Zweitligisten Spvgg Greuther Fürth mit 5:4 nach Elfmeterschießen für sich. Nach torlosen 45 Minuten wurde als Turniermodus die Entscheidung vom Punkt festgelegt. Großaspach bekam für den Sieg zwei Punkte, Fürth hingegen einen Zähler. Dieser Erfolg und das anschließende Match gegen die Stuttgarter stimmten Coach Hildmann zuversichtlich: „Die Einstellung hat gestimmt. Zudem haben wir gezeigt, dass wir flexibel spielen können.“ Gegen Fürth ließ er mit einem 4:4:2-System spielen, wechselte die Grundordnung dann in der Partie gegen den VfB auf 3:4:3. Allerdings gab es von Hildmann auch eine kleine Kritik: „Von dem einen oder anderen Spieler hatte mehr erwartet.“ Schließlich bekamen auch die Akteure ihre Einsatzzeiten, die im bisherigen Saisonverlauf noch nicht viel gespielt hatten.

Die Fürther hatten in beiden Begegnungen das Nachsehen. Allerdings brachte der Zweitligist bei der 1:3-Niederlage gegen den VfB den Bundesligisten durchaus in Bedrängnis, auf jeden Fall nach dem 1:2-Anschlusstreffer. Doch am Ende reichte es nicht für eine Überraschung. „Schade, dass wir beide Spiele verloren haben“, resümierte der Fürther Trainer Buric. Aber die Turnierform hat ihm gefallen. Genauso wie auch dem Großaspacher Kapitän Julian Leist. Er sagte: „Es waren zwei gute Testspiele. Solche Partien gegen höherklassige Gegner bringen uns auf jeden Fall weiter.“

Das haben auch die 4500 Zuschauer im Fautenhau gesehen. Unter ihnen waren einige bekannte Gesichter wie der Ex-Trainer der SG, Rüdiger Rehm, der den Drittligarivalen SV Wehen Wiesbaden trainiert. Auch Benedikt Röcker schaute sich das Turnier an. Der 28-Jährige trug vom Sommer 2009 an knapp eineinhalb Jahre das Trikot der SG. Auch beim VfB Stuttgart und bei Greuther Fürth war der Defensivmann aktiv, er kennt also alle drei am Drei-Ligen-Cup teilnehmenden Vereine gut. Somit gab es für ihn ein Wiedersehen mit dem einen oder anderen bekannten Gesicht. „Es ist schön, wieder mal in Großaspach zu Besuch zu sein, denn es ist schon eine Weile her, als ich das letzte Mal hier war“, sagte Röcker. Er findet das Turnier als gelungen. Auch die Leistung der Großaspacher hat er als gut empfunden. Noch mehr haben ihn aber die Stuttgarter gefallen. „Es ist schön, dass der VfB mit seiner Topmannschaft hier zu sehen war. Es fehlte auf jeden Fall nicht an Qualität.“ Qualität hat auch Röcker, denn seit 2016 spielt der 28-Jährige für Bröndby IF Kopenhagen, mit dem er in diesem Jahr dänischer Pokalsieger wurde. Auch gestern freute er sich über den Turniersieg des VfB.