Handgefertigtes aus Naturmaterialien

Besuchermagnet im Großerlacher Ortsteil Grab: Zweiter und größerer Naturparkmarkt bietet breites Angebotsspektrum

Eine Fülle regional und nachhaltig, oft auch biologisch hergestellter Produkte verschiedenster Art, bietet der vierte Naturparkmarkt des Jahres mit 46 Ständen in der Ortsmitte von Grab. Auch dank des schönen Wetters pilgert eine riesige Besucherschar aus der ganzen Region in den Großerlacher Ortsteil.

Für Kinder gab’s beim Naturparkmarkt ein ganz besonderes Angebot: Mädchen und Jungen konnten Stockbrot backen und Traumfänger aus Federn, Gräsern und Lederstücken basteln. Foto: J. Fiedler

Von Elisabeth Klaper

GROSSERLACH. Es sei insgesamt bereits der 55. Markt, den der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald in Kooperation mit Mitgliedskommunen veranstaltet, berichtet dessen Geschäftsführer Bernhard Drixler beim Rundgang. Ohne den erkrankten Naturparkvorsitzenden Landrat Richard Sigel unternehmen etliche Lokalpolitiker aus dem Land- und Kreistag zusammen mit Bürgermeister Christoph Jäger, Ortsvorsteher Georg Holub und Waldfee Mariel Knödler sowie weiteren Gästen einen Bummel über den zweiten Naturparkmarkt in Grab, der wesentlich größer ist als der erste 2012. Im Fokus stehen Direktvermarkter und Betriebe aus Großerlach, die Artikel aus Naturmaterialien und natürlichen Rohstoffen erzeugen. Erstmals macht Yvonne Leadbetter mit, die handgewebte und handgearbeitete Textil-Unikate aus diversen Naturfasern von Alpaka bis Seide anbietet, dazu das Bastelangebot „Weben ohne Wolle“ für Kinder mit Federn, Pflanzen oder alten Lederresten. Heilkräuterpädagogin Ingeborg Springmann-Heinze stellt pflegende, rückfettende Seifen nur aus natürlichen Zutaten her, wie Garten- und Heilkräuter, Blumen und verschiedenen Pflanzenölen.

Die fleißigen Bienen der Familien-Imkerei Laun, die der Sohn Roland und die Enkel des 83-jährigen Gründers Friedrich Laun weiterführen, sammeln auf Großerlacher Gemarkung Wald-, Blüten-, Linden- und Rapshonig. Groß ist die Nachfrage nach ofenfrischen Salzkuchen aus dem Backhäusle hinterm alten Rathaus, aber auch diversen süßen Kuchen und Torten, gebacken von den Großerlacher und Graber Landfrauen. Regionale Bio-Zutaten verwendet Frieder Simpfendörfer von der Schwäbisch Haller 360-Grad-Crêperie: Aus Weizenmehl bereitet er Crêpes mit süßen Füllungen zu, aus Buchweizenmehl Galettes mit pikantem Inhalt.

Großer Andrang herrscht dort, wo es allerlei Leckerbissen zu probieren und zu kaufen gibt, ebenso bei den Kunsthandwerkern, die viel Zeit und große Sorgfalt in ihre handgefertigten Produkte aus unterschiedlichsten Materialien investieren. Am Naturpark-Stand informiert Projektmanagerin Lisa-Marie Funke, Mitarbeiterin der Naturparkgeschäftsstelle, über die aktuelle Kampagne „Jahr der Sortenvielfalt“. Deren Ziel sei es, alte und seltene regionale Kulturpflanzen und Nutztierrassen zu erhalten.

Gärtnermeister Florian Keimer von der Demeter-Gärtnerei Großhöchberg macht auf samenfestes Saatgut und die solidarische Landwirtschaft aufmerksam. Ines Vorberg, Mitglied im Vorstand des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter und Leiterin des Projekts Inklusive Wanderbotschafter im Naturpark, weist darauf hin, dass auf barrierefreien Wanderrouten oft noch barrierefreie Toiletten fehlten. „Wir sind dran, solche bereits vorhandenen Einrichtungen mit dem Limes-Radweg und anderen Touren zu verbinden“, sagt Bürgermeister Jäger zu. Am Infostand der Kreisjägervereinigung Backnang können kleine und große Gäste hautnah heimischen Wildtieren in Form von Präparaten begegnen, aber auch dem zugewanderten Waschbär, und Musterstücke verschiedener Felle fühlen im Rahmen der Initiative „Lernort Natur“. Dazu erläutert Anke Massa, wie vielfältig die Naturschutzarbeit der Jäger ist. Die Naturparkführer sorgen für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Im „Wilden Eck“ bei Walter Hieber können Besucher Stockbrot backen und Traumfänger aus Naturmaterialien basteln. Verschiedene im Naturpark vorkommende Gesteinsarten gilt es zu erraten am Stand von Geologie-Professor Dr. Manfred Krautter.

Mit Limes-Cicerone Michaela Köhler geht’s auf Zeitreise zum Limes und zurück, und auf dem Heidenbuckel gibt’s fast echte Römer in Aktion zu erleben. Am Geh- und Radweg zum Limesturm ist die Ausstellung „Wimmelweide“ der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald zu bewundern, und der Kreisjugendring ist mit einem ökologischen Klassenzimmer vor Ort.