Große Abstimmungsprobleme in Abwehr

Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang geht auch beim TuS Fürstenfeldbruck leer aus und zieht mit 29:36 den Kürzeren

Die Handballer des HC Oppenweiler/ Backnang klemmen im Tabellenkeller fest. Das 29:36 beim TuS Fürstenfeldbruck war die dritte Niederlage im dritten Spiel für den Drittligisten. Die Angriffsleistung war akzeptabel, doch die 29 erzielten Tore reichten deshalb nicht, weil sich in der Defensive große Abstimmungsschwierigkeiten auftaten.

Evgeni Prasolov (beim Wurf) und der HCOB überzeugten nur in der Offensive.Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Die Hausherren kamen zu leicht zu ihren Toren. Am Ende fiel die Niederlage für den HCOB allerdings zu deutlich aus. Weil der im Innenblock gesetzte Kreisspieler Jakub Strýc vor einer Woche mit einer schweren Knieverletzung ausfiel, musste HCOB-Coach Matthias Heineke defensiv zum dritten Mal in dieser Saison umstellen. Das machte sich bemerkbar. Trotz allem Kampfgeist taten sich immer wieder Lücken auf, die die durch zwei Siege in den ersten beiden Spielen ohnehin euphorisierte Fürstenfeldbrucker Mannschaft zielstrebig zu ihren Gunsten zu nutzen verstand. Vor allem Rückraumspieler Matthias Hild hatte entschieden zu viel Platz, kam regelmäßig über die Mitte zum Torwurf. Da konnten die HCOB-Keeper Thomas Fink und Stefan Koppmeier wenig ausrichten.

Das zweite Problem, das sich durch die (zu) löchrige HCOB-Abwehr ergab: Die Murrtaler kamen nur selten zu Ballgewinnen, die sie zu Kontertoren hätten nutzen können. Sie mussten oft in den „stehenden“ Angriff, lösten das phasenweise auch ganz gut, aber die einfachen Tore fehlten dennoch. In den ersten 20 Minuten war es eine offene Partie mit wechselnden Führungen. Aus Gästesicht war schon in dieser Phase zu bemängeln, dass die Hausherren ihre Treffer mit weniger Aufwand erzielen konnten.

Eine Hinausstellung gegen Philipp Maurer, über die sich diskutieren ließ (wobei das Schiedsrichterteam insgesamt freilich eine gute Leistung bot), spielte den Hausherren in die Karten, weil sie erstmals ein wenig wegkamen und nach einem Wurf ins verwaiste HCOB-Tor mit 12:9 führten. Diese drei Tore hatten auch zur Halbzeit Bestand. Schlimmeres verhinderte Torwart Stefan Koppmeier, der zum Ende der ersten Hälfte mehrere Paraden zeigte und quasi mit der Sirene auch das Siebenmeterduell gegen Fürstenfeldbrucks Frederik Hartz gewann.

Nach dem Seitenwechsel klemmte es beim HCOB im Angriff. Trainer Heineke musste früh zur Auszeitkarte greifen und sein Team einstellen. Der sonst erneut sehr treffsichere Siebenmeterwerfer Marcel Lenz scheiterte, nachdem er zuvor sechs Mal getroffen hatte, an TuS-Keeper Valentin Hagitte. Kurz darauf stand es bereits 15:21. Die Handballer aus dem Murrtal hatten den Anschluss verloren.

Die Sportler aus Württemberg bewiesen in der Nähe von München Kampfgeist und blieben ein unbequemer Gegner. Sie kamen auch immer wieder auf drei Tore heran – doch um die Partie noch einmal richtig offen zu gestalten, hätte es eine Steigerung in der Abwehr benötigt. Stattdessen lief Rückraumwerfer Hild immer mehr zur Bestform auf, allein sieben Tore gelangen ihm in der zweiten Hälfte. Die Einheimischen verteidigten ihren Vorsprung. Am Ende hieß es – etwas zu deutlich – sogar 36:29. Die Folge: Euphorie bei den Einheimischen, hingegen Frust bei den Gästen.

TuS Fürstenfeldbruck: Winkler, Luderschmid, Hagitte – Gnan (1), Hild (11), Augner (2), Kolodziej (5/1), Lentner (3), Kerst (1), Stumpf (3), Hartz (5), Hörner (2/1), Schwagerus (2), Prestele (1).

HC Oppenweiler/Backnang: Fink, Koppmeier – Jonas Frank, Hug (n.e.), Koch (n.e.), Köder (2), Kuhnle (1), Lenz (12/8), Maurer, Prasolov (3), Raff (3), Röhrle (1), Schöbinger (3), Sigle (2), Szilagyi (n.e.), Wolf (2).

Schiedsrichter: Gorenflo/Mangold (Gutach). – Zuschauer: 720. – Siebenmeter: 2/3:8/10 (Hartz scheitert an Koppmeier – Lenz scheitert an Hagitte und Luderschmid). – Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Hild, Kolodziej, Hartz, Prestele – Maurer/zweimal, Prasolov, Schöbinger).