Viola Brand patzt beim Auftaktwettkampf

Kunstradfahrerin belegte beim German Masters in Wendlingen nur Rang vier, während Manuel Brand und Nick Lange überzeugen

Das Beste, was Deutschland im Kunstradsport zu bieten hat, war beim ersten Wettkampf der German Masters in Wendlingen dabei. Mit den ersten beiden Qualifikationen begaben sich die Nationalkaderfahrer auf den Weg in Richtung WM (23. bis 25. November in Lüttich). Vom RSV Unterweissach überzeugten Manuel Brand und Nick Lange, hingegen patzte Europameisterin Viola Brand.

Trainerin Heike Brand sowie ihre Schützlinge Viola Brand, Manuel Brand und Nick Lange (von links) zeigten sich recht zufrieden.Foto: W. Schwarz

Von Wilfried Schwarz

In Runde eins wurde neben der WM-Qualifikation auch um die Hälfte der Tickets für die deutschen Meisterschaften (20./21. Oktober in Neresheim) gefahren. Mit Platz vier durch Viola Brand im Einer der Frauen und ihrem Bruder Manuel Brand sowie mit Rang fünf durch Nick Lange kehrten die Sportler des RSV Unterweissach nur teilweise zufrieden von der WM-Ausscheidung zurück.

30 Frauen waren in Wendlingen angetreten, um die ersten DM-Teilnehmerinnen und möglichen WM-Fahrerinnen zu ermitteln. Für Viola Brand lief es nicht wie erhofft. Die amtierende Europameisterin war die drittletzte Starterin. 181,17 war die Punktvorgabe von Maren Haase, die es zu knacken galt. Perfekt verlief Brands Kür bis zur Minute 4:30. Die Punktzahl lag über 192 Punkten. Beim Übergang vom Kehrlenkersitzsteiger zum Standsteiger musste sie vom Rad. Das Ganze wiederholen, das kostete Zeit. „Dieser Fehler hat mich rund 20 Punkte und die Finalteilnahme gekostet“, so Viola Brand, denn bei 172,01 Zählern blieb die Wertung für sie stehen. Am Ende war es nur der enttäuschende Platz vier.

Nun galt die Konzentration der Zwischenrunde. Hier leistete sich Viola Brand zwei kleinere Fehler, konnte sich aber gegenüber dem Auftakt mit 181,21 Punkten deutlich steigern. „Wie in den Vorjahren auch, konnte ich beim 1. German-Masters mein Leistungspotenzial nicht vollständig abrufen“, so die Analyse von Viola Brand. „Ich versuche, das wie in den Vorjahren zu wiederholen, bei denen ich mich im zweiten und dritten Wettkampf deutlich steigern konnte.“ Im Finale gab es zwei Weltrekorde innerhalb von elf Minuten. Weltmeisterin Milena Slupina (Bernlohe) verbesserte den bei der EM aufgestellten Weltrekord von Viola Brand auf 188,44 Punkte. Im Anschluss toppte Iris Schwarzhaupt (Stuttgart) diesen Wert mit 191,86. In der WM-Zwischenwertung führt Schwarzhaupt vor Slupina, Haase und Brand.

Im Einer-Kunstrad der Männer waren zwei Sportler und damit zwei Generationen des RSV Unterweissach am Start. Der 20-jährige Nick Lange und der 33-jährige Manuel Brand. Lange, der Junioren-Europameister von 2015, fuhr in der ersten Runde ohne Absteiger durch. Nach der langen Verletzungspause war das ein gelungener Einstieg ins erste komplette Elitejahr. „Ich bin heute mehr als zufrieden, denn ich bin gut durchgekommen“, so Langes Resümee. Mit 175,38 Punkten und Platz fünf in der Vorrunde ist noch Steigerungspotenzial vorhanden. Als Kadermitglied durfte er in der Zwischenrunde ran. Bis kurz vor Schluss sah es ganz gut aus. „Zwischen den Übungen, als ich vom Kehrsteuerrohrsteiger zum Fronthang ging, da bin ich vom Pedal abgerutscht und musste eine Bodenberührung in Kauf nehmen.“ Trotz dieses Missgeschicks blieben von 184,2 noch 169,45 Punkte übrig. Der Weg zum Verbleib im B-Kader ist geebnet.

Der routinierte Manuel Brand hatte mit 186,2 Zählern etwas mehr als der Youngster aufgestellt. Bei ihm klappten die Übungen gut. „Bis auf einen Ausrutscher bin ich mit meiner Leistung heute sehr zufrieden,“ so Manuel Brand. „Nach der Kehrstandsteigerdrehung ist mir ein Patzer unterlaufen, was aber nicht viele Punkte gekostet hat. Die Lenkerstanddrehung konnte ich zweimal erweitern, sodass ich dafür Zusatzpunkte bekam.“ 177,27 Punkte fuhr er heraus und arbeitete sich auf Platz vier nach vorne.

Zufrieden mit ihren Schützlingen zeigte ich Trainerin Heike Brand. „Alle drei haben sich bereits im ersten Anlauf für die deutschen Hallenradsportmeisterschaften qualifizieren können. Viola wollte es nach der nicht perfekten Vorrunde in der Zwischenrunde besser machen. Die 181,21 Punkte sind gut für die WM-Wertung, die Vorrunde ist sicherlich ein Streicher.“ Mit dem Auftritt der beiden Männer war sie sehr zufrieden. „Manuel ist super gefahren und Nick ist in seinem ersten German-Masters-Wettkampf gut durchgekommen mit Steigerungspotenzial nach oben.“