Für Raphael Käfer wird ein Traum wahr

37-Jähriger aus Korb ist der neue Trainer der Volleyballerinnen der TSG Backnang, die nun in der Oberliga spielen

Bei den Volleyballerinnen der TSG Backnang gibt es nach dem Abstieg aus der Regionalliga einige Veränderungen, so auch auf der Trainerposition. Hans-Peter Richter hat aufgehört. Raphael Käfer ist der neue Coach. Für den 37-Jährigen aus Korb geht damit ein Traum in Erfüllung, da er bislang lediglich in der Bezirksliga und tiefer als Trainer aktiv war.

Raphael Käfer hat bei den TSG-Volleyballerinnen als neuer Trainer das Sagen.Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Raphael Käfer ist nicht zum ersten Mal in Diensten der Backnanger. „Drei Jahre lang habe ich als Schiedsrichter für die TSG in der Oberliga die Spiele gepfiffen“, berichtet der 37-Jährige. Er hatte sich in den vergangenen vier Jahren auf die Tätigkeit des Volleyball-Referees konzentriert und unter anderem auch die B-Lizenz-Prüfung bestanden.

Nun aber will sich Käfer wieder dem Traineramt widmen. Erfahrungen hat er dabei auch schon gesammelt. „Ich habe schon mit 17 Jahren eine Jugend-Mannschaft trainiert.“ Dabei hat der heute als IT-Administrator tätige gemerkt, dass ihm es viel Spaß macht, denn seine Laufbahn als Volleyballspieler hat er früh aufgrund von Verletzungen beenden müssen. „Ich habe nicht höher als Landesliga gespielt“, gesteht Käfer ein, der in Korb, Schmiden und Remshalden aktiv war. Erste Stationen als Trainer hatte er bislang bis zur Bezirksliga bei Frauen- und Männer-Mannschaften in Korb, Remshalden und in Esslingen.

Die größte sportliche Herausforderung ist für ihn nun der Posten bei der TSG Backnang. „Das ist ein Traum für mich, eine Mannschaft auf einem höheren Niveau trainieren zu können.“ Dabei ist ihm durchaus bewusst, dass er nach dem Rückzug von Hans-Peter Richter in „große Fußstapfen“ tritt. Helfen wird ihm allerdings dabei auch seine Hospitierungszeit beim Frauen-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart. Ganz so hoch hinaus geht es aber nicht mit der TSG Backnang. Nach dem bitteren Abstieg aus der Regionalliga soll nun eine Etage tiefer in der Oberliga eine gute Rolle gespielt werden. „Wir wollen oben mitspielen“, formuliert Käfer das Ziel. Er schiebt aber auch gleich nach: „Wir brauchen bestimmt ein Jahr, um uns einzuspielen.“ Damit meint er, dass die Spielerinnen das umsetzen, was der Coach vor hat. Dabei legt Käfer auf zwei Aspekte großen Wert: „Die Spielerinnen müssen mit mir kommunizieren und mir als Trainer vertrauen.“

In der momentan laufenden Vorbereitungszeit habe das gut geklappt. In den vergangenen sieben Wochen wurde dreimal pro Woche trainiert, meistens auch individuell. Seit gestern laufen ebenfalls dreimal pro Woche die Übungseinheiten der gesamten Mannschaft zusammen. Bis zum Saisonstart am 7. Oktober beim SV Horgenzell stehen zusätzlich zwei Testpartien und ein Turnier auf dem Programm. Heute spielt die TSG in Remshalden. Am 22. September geht es zum Vorbereitungsturnier nach Fellbach, ehe zwei Tage später die Generalprobe gegen den MTV Ludwigsburg absolviert wird.

Die Testphase ist für den neuen Trainer auch wichtig, denn im Kader gab es einige Veränderungen. Dieser ist von zwölf auf zehn Spielerinnen geschrumpft. Dabei schon mit eingerechnet sind die beiden Talente Ivica Maglica und die aus Besigheim gekommene Kim Prade. Beide sind auch fürs Team des Volleyball-Stützpunktes Stuttgart ebenfalls in der Oberliga im Einsatz und stehen somit der TSG nicht bei jeder Partie zur Verfügung. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Andrea Lachenmaier (private Gründe) und Gloria Heller (Studium). Somit hat Trainer Käfer ein Problem, denn zwei Zuspielerinnen fallen weg. Jacqueline Klenk aus dem zweiten Team und Anne Pötzl, die zuletzt als Libera spielte, sollen diese Aufgabe übernehmen. „Bisher ist alles sehr positiv“, freut sich Käfer. Er hofft, dass es so auch in den Oberliga-Spielen bleibt.